Diskussion: Das Ausschank-Ende an Schwörmontag

Um 23 Uhr soll Schluss sein mit der Außenbewirtschaftung, sagt die Stadt Ulm. Eine Befürworterin und ein Gegner nehmen Stellung. In Neu-Ulm ändert sich nichts.

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Aggressive Grundstimmung nach Alkoholgenuss gab es immer wieder am Schwörmontag. Deshalb soll der Stadtfeiertag künftig nach 23 Uhr möglichst friedlich und fröhlich ausklingen.  Foto: 

Ausschankschluss am Schwörmontag 23 Uhr: An dieser Absicht des Ulmer Gemeinderats scheiden sich die Geister. Wie wirkt sie sich auf Neu-Ulm aus?

Keinerlei Grund, von Ulmer Provinzialismus oder gar Kleingeistigkeit zu reden, wie es in Gastronomen- und Veranstalterkreisen der Fall ist, sieht Oberbürgermeister Ivo Gönner. „Wir reagieren auf zunehmende Exzesse. Mehr nicht. So machen das viele andere Städte im Übrigen auch.“

Gönner erläutert, wie es zu der heiß diskutierten, im Gemeinderat unumstrittenen Absicht gekommen ist, den Getränkeausschank am Schwörmontag um eineinhalb Stunden auf 23 Uhr zu verkürzen. Alle Erkenntnisse und Erfahrungen der Polizei und der Sicherheitskräfte hätten ergeben, dass die kritische Phase nachts zwischen 1 und 3 Uhr sei. „Es geht darum, dass wir das Ganze entzerren. Und darum, dass nicht auch noch nach 23 Uhr Auswärtige in die Stadt kommen, sich mit Alkohol zudröhnen und dann anderen Schwierigkeiten machen.“

Ausschankschluss heiße ja nicht, dass um 23 Uhr Feierabend sei am Schwörmontag. „Er soll als unser Stadtfeiertag ausklingen können – und zwar so, wie ihn die große, große Mehrheit wahrnimmt: friedlich und fröhlich.“

Die Stadt Neu-Ulm sieht nach der Ulmer Entscheidung keinen Handlungsbedarf. Aus einem einfachen Grund: „Die Außenbewirtung ist fast überall ohnehin auf 23 Uhr begrenzt“, sagt Fachbereichsleiter Stephan Endres. „Was die Ulmer jetzt machen, ist bei uns status quo.“ Lediglich auf dem Schwal darf an Schwörmontag bis 24 Uhr gefeiert werden. Die Musikvereine und Kapellen, die dort spielen, ziehen eher gesetzteres Publikum an. „Der Schwal ist etabliert über Jahre. Es gab nie Probleme.“

In der Neu-Ulmer Innenstadt dürfen die Lokale „Tagblatt“ und „ups“ im Sommer draußen bis 1 Uhr bewirten. Im so genannten Kerngebiet können längere Öffnungszeiten gelten, sagt Endres. Nächtliche Auswüchse wie bisweilen in Ulm gebe es in Neu-Ulm ganz selten. Auch nach Rücksprache mit der Polizei kommt Endres deshalb zu dem Schluss: In Neu-Ulm ändert sich an den Außenbewirtungszeiten nichts.

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