Disco Kulturpark schließt - Lessingstraße verändert ihr Gesicht

Großer Umbruch in der Neu-Ulmer Disco-Szene: Betreiber Frank van Gaalen zieht sich zurück und will in Neu-Ulm nichts mehr unternehmen. Das Gelände an der Lessingstraße hat ein Gartenbauer gekauft.

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Frank van Gaalen zur Eröffnung vor einem Jahr im Kulturpark - dem ehemaligen Mahatma. Foto: Lars Schwerdtfeger

Am 13. März lässt sich der Stadtrat Neu-Ulm über die neueste Entwicklung im Diskotheken-Viertel an der Lessingstraße Bericht erstatten. Bis die Damen und Herren im Rathaus zusammenkommen, dürfte sich das Problem der letzten Jahre aber von selbst gelöst haben. Die Kulturpark GmbH als Betreiber der gleichnamigen Großdisco - früher Mahatma - hat Insolvenz angemeldet, nur noch an wenigen Tagen offen und schließt Ende des Monats endgültig.

Für einen der Großen aus der Disco-Szene ist dies das Ende einer Ära. Seit 1997 hat Frank van Gaalen dort das Mahatma betrieben, bevor er dem Laden vor etwas mehr als einem Jahr einen neuen Namen und mit zwei Partnern auch ein neues Konzept gab. Das Mahatma war für Nachtschwärmer eine Instanz. Jetzt ist Schluss mit den Beats - und zwar endgültig.

Weder die Polizei noch die Stadtverwaltung wollen den Vorgang offiziell bewerten. Allzu traurig dürften beide allerdings nicht sein. Denn nachdem auch die Diskothek Ohm an der Lessingstraße geschlossen hat, gibt es dort derzeit nur noch eine Diskothek - und somit deutlich weniger Probleme als in den letzten Jahren, in denen die Lessingstraße immer wieder wegen Schlägereien, Sachbeschädigungen, Lärmbelästigungen und Drogenhandels in den Schlagzeilen war.

Das Privatgrundstück an der Lessingstraße hat van Gaalen einschließlich des Gebäudes an den Gartenbaugestalter Natura verkauft. Die Verträge sollen kommende Woche unterzeichnet werden. Wie der Firmenchef von Natura der SÜDWEST PRESSE auf Anfrage mitteilte, wird er dort keine Disco betreiben, sondern seinen Gartenbaubetrieb ansiedeln.

Frank van Gaalen hingegen erhebt seinerseits Vorwürfe und sagt überdeutlich, dass er auf der bayerischen Donauseite jedenfalls keinen Diskotheken-Betrieb mehr führen will: "In Ulm gibt es auch Probleme. Aber da werden die Betriebe nicht so öffentlich in die Pfanne gehauen wie in Neu-Ulm."

Das rigorose Rauchverbot in Bayern, das schlechte Image der Lessingstraße und die permanenten Polizeikontrollen der Gäste hätten die Besucherzahlen deutlich nach unten gehen lassen. Da hätte letztlich auch das neue Konzept des Kulturparks mit mehr Live-Musik und anderem Publikum nichts mehr dagegen ausrichten können.

"In der Summe ist es ganz schwierig oder fast unmöglich in diesem Umfeld so einen Betrieb erfolgreich zu führen", sagt van Gaalen, der auch sein zweites Lokal, das Violet in der Dieselstraße, aufgegeben hat. Das Traditionslokal ist an Thomas Reuter weitervermietet, der in Nersingen das "Rocks" betreibt und am Violet bis auf nötige Sanierungen und Erneuerungen erst einmal nicht viel verändern will.

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Kommentare

03.03.2013 11:31 Uhr

so so...

der Herr van Gaalen kann einem schon leid tun, jahrelang auf Kosten der Allgemeinheit seine Geschäftchen in der Lessingstraße durchgezogen und jetzt, da er die Kosten selber tragen soll wird dichtgemacht.
Reisende soll man nicht aufhalten!
Das Sicherheitskonzept dieser Establissements ist doch in die Hose gegangen, ausbaden musste es immer wieder die Allgemeinheit und die Polizei weil diese asoziale Kundschaft nicht zum Tanzen und Musikhören in die Lessingstraße kam sondern zum Protzen und Ärgermachen.
Und Verantwortung hört eben nicht am eigenen Firmengrundstück auf, sondern geht auch weiter:
Bis vor Kurzem arbeitete ich in der näheren Umgebung der Diskos. Wie es da am Samstag- oder Montagmorgen aussah spottete jeder Beschreibung. Auch waren Firmenfahrzeuge entweder beschmiert oder beschädigt, ganz tolle Leistung einer anonymen Disko-Kundschaft!

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