Statt Ding-Card: Sprechstunde zu Handy-Tickets soll helfen

Immer noch gibt es Kritik an der Abschaffung der Ding-Card. Beratungs-Angebote sollen Skeptiker vom Handy-Ticket überzeugen.

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Handytickets und Ding-Card: Beratung soll helfen.  Foto: 

„Das dauert jetzt einige Minuten, aber das ist nur ein Mal so.“ Markus Zimmermann, beim Verkehrsverbund Ding für das Marketing zuständig, tröstet erstmal über die Registrierungszeit fürs Handy-Ticket hinweg. Das werden er und seine Mitarbeiter in den kommenden Wochen öfter tun müssen: Im Traffiti im Service-Center Neue Mitte bieten sie eine Handy-Ticket-Sprechstunde an. „Wir wollen zeigen, dass wir willens sind, diese Beratungsleistung zu liefern“, erläutert Zimmermann im Pressegespräch.

In dem es am Dienstag selbstredend nicht um die Abschaffung der Ding-Card gehen soll, wie Martin Pöhler, Abteilungsleiter Verkehrsmanagement bei der SWU, sagt: „Sondern um die Möglichkeiten und Vorteile der Handy-Tickets.“ Denn dass es da eine Hemmschwelle gibt „wie bei allem Neuen“, dass wissen auch die beiden Männer. Die Sorgen vieler Bürger, die sich in Leserbriefen in der Presse geäußert haben, sowie Kritik aus den im Gemeinderat vertretenen Fraktionen (siehe Info-Kasten) habe sie erreicht.

Aber es bleibt dabei: Die Ding-Card wird bis Ende 2018 schrittweise abgeschafft, ein neues, analoges System wie eine Mehrfahrten-Karte nicht eingeführt. Fahrscheine bleiben auf den üblichen Verkaufswegen im Bus oder am Automaten erhältlich. Wer vom kommenden Jahr an aber weiterhin jene zehn Prozent Rabatt in Anspruch nehmen möchte, die es bislang für Ding-Card-Nutzer gab, muss aufs Handy-Ticket umsteigen. Zimmermann ist sicher, „dass wir viele Vorbehalte abbauen können, wenn wir zeigen, wie es funktioniert und bei der Registrierung helfen“.

Sprechstunden Beratung und Hilfe bei der Installation der notwendigen App und der einmaligen Registrierung gibt es im SWU-Kundencenter Traffiti (Neue Straße 79) am Mittwoch, 18. Oktober, von 9 bis 14 Uhr; Samstag, 11. November, von 9 bis 14 Uhr; sowie Dienstag, 21. November, von 13 bis 18 Uhr.

Tastenhandy Wer kein Smartphone hat, kann trotzdem Handy-Tickets kaufen: Per kostenlosem Anruf über eine im Tastenhandy abgespeicherte Telefonnummer. Wird diese Nummer auf eine Kurzwahltaste gelegt, ist nur ein einziger Tastendruck erforderlich, um ein Ticket per SMS zu erhalten, demonstriert Markus Zimmermann. „Das ist einfacher, als die Fernbedienung zu benutzen.“ Auch hier helfen die Ding-Mitarbeiter.

Windows und Blackberry Die Ticket-App gibt es nur für iPhones und Geräte mit Android-Betriebssystem. Nutzer anderer Smartphones können über ihren Browser mobil.handyticket.de aufrufen und so Fahrscheine kaufen.

Sorge um Daten „Man hinterlässt bei jedem Geschäft im Internet Spuren“, sagt Martin Pöhler. „Die Daten liegen aber nur bei der SWU und ihren Dienstleistern“, versichert er. Wer auch das nicht möchte, kann über ein Prepaid-Konto Guthaben einzahlen und dieses dann verbrauchen.

Leerer Akku Grundsätzlich, sagt Pöhler, seien Kunden „angehalten, ein geladenes Handy dabei zu haben“. Falls aber doch mal der Saft ausgeht, so sei im System nachvollziehbar, ob ein Fahrschein gelöst wurde. Reiche man diesen im Service-Center nach, würde nur die Bearbeitungsgebühr in Höhe von 7 Euro fällig.

Mehr Infos Eine Hotline für Kunden mit Handy-Ticket-Problemen gibt es unter Tel. (0176) 57 62 61 69. Ding gibt außerdem eine neue Broschüre mit Schritt-für-Schritt-Anleitung heraus, dazu erscheinen Erklärfilme.

„Das Handy-Ticket gibt es ja nicht erst seit gestern“, wirbt Markus Zimmermann. Er geht davon aus, dass im letzten Quartal die Grenze von 30 000 gekauften Tickets überschritten wird. Wie zur Bestätigung nickt eine Dame, die gerade etwas im Service Center erledigt hat – und die er nicht bestellt hat, versichert Zimmermann. „Ich benutze das Handy-Ticket seit einem Jahr und bin mehr als zufrieden“, erzählt die 70-Jährige. „Und für junge Leute geht das noch viel schneller.“

Nicht zufrieden Wie die FWG in einem Antrag an Oberbürgermeister Gunter Czisch schreibt, werde sie wegen der Abschaffung der Ding-Card „überrollt mit Beschwerden“. Mit den bisherigen Erklärungsversuchen des OBs will sich die Fraktion nicht zufrieden geben. „Es muss doch technisch einfach möglich sein, eine 5- oder 10-Streifen-Karte einzuführen, die beim Einsteigen in den ÖPNV entwertet werden kann“, schreiben die Stadträte. Der OB solle auch an die ältere Generation denken. „Wir haben den Eindruck, dass dieses Thema von den Verantwortlichen unterschätzt wurde und wir hoffen auf eine praktikable Lösung.“

Kurzstrecke Außerdem beantragt die FWG einen Bericht und eine Abstimmung über ein Kurzstreckenticket. Dieses würde immer wieder nachgefragt.

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Kommentare

11.10.2017 07:41 Uhr

was passiert mit dem Pfand (5 Euro) für die DING Card

vermutlich erhalte ich dies nie zurück - bei drei Familienmitgliedern summiert sich das immerhin auf 15 Euro!
Und eine Bearbeitungsgebühr bei leerem Akku von "nur" 7 Euro! Habt ihr einen Geldscheißer zu Hause?
In München gibt es z.B. immer noch die gute Streifenkarte und die wird soweit ich weiß auch nicht abgeschafft!
Ulm ist eben innovativ :-)

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