Diebestrio gefasst

Auf frischer Tat ertappt worden ist ein Diebestrio, das in den vergangenen Monaten in der Region mehr als ein Dutzend Einbrüche verübt haben soll. Die Frau und zwei Männer sitzen in Untersuchungshaft.

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Immer häufiger wird in Wohnungen eingebrochen. Abgesehen vom materiellen Schaden, leiden die Opfer meist sehr darunter, dass ihre Privatsphäre so grob verletzt wurde. Foto: The Rock - Fotolia.com

Als das Diebestrio am Donnerstag von der Polizei verhaftet worden ist, hatte es gerade erst in eine Wohnung in Sindelfingen eingebrochen - und das am helllichten Tag. Die 38-jährige Frau aus Ulm, ihr 36-jähriger Ehemann und einer weiterer Mann dürften aber für einige Taten mehr verantwortlich sein - vor allem in der Region in und um Ulm. Nach Einschätzung der Polizeidirektion Ulm gehen rund ein Dutzend Einbrüche auf das Konto des Trios mit mazedonischen Wurzeln. Seit Dezember dürften die Drei in Häuser im gesamten Alb-Donau-Kreis eingebrochen sein - auf der Alb, im Illertal, im Donautal und im Ehinger Raum.

Hatten sie bei ihrer Verhaftung am Donnerstag Schmuck und Computer von dem Einbruch in Sindelfingen im Wert von 1000 Euro bei sich, entdeckte die Polizei bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen weiteren Schmuck im Wert von 3000 Euro. "Den muss man nun den verschiedenen Tatorten zuordnen", sagte Polizeisprecher Reiner Durst auf Anfrage. Auch werden die Ermittler die Spuren bei den zahlreichen Einbrüchen in der Region mit dem Vorgehen der drei Verhafteten vergleichen.

Nach Meinung der Kripo-Beamten ist zudem davon auszugehen, dass die Drei für mindestens fünf Einbrüche im Bereich zwischen Augsburg und Memmingen in Frage kommen. Diese wurden Ende Februar begangen. Allein bei dieser Serie wurde Schmuck im Wert von rund 15 000 Euro gestohlen. Laut Durst kann es durchaus sein, dass noch weitere Einbrüche auf das Konto der drei Mazedonier gehen. Mit den jüngsten Einbrüchen in Ulmer Boutiquen und einen Brillenladen haben die nun Verhafteten wohl nichts zu tun. "Zumindest deutet im Moment nichts darauf hin, aber im Zuge unserer Ermittlungen werden wir sicher auch das noch genauer prüfen."

Dem Trio auf die Schliche gekommen sei die Polizei durch aufwendige Puzzlearbeit. "Wir hatten sie schon eine Weile auf dem Radar", sagte Durst. Um so erfreulicher sei es für die Ermittler, dass die Diebe nun tatsächlich dingfest gemacht werden konnten: Am Freitag hat das Amtsgericht Ulm Haftbefehl gegen die drei Verdächtigen wegen des Verdachts auf Bandendiebstahl erlassen. Seither sitzen sie alle in Untersuchungshaft. Bis Anklage erhoben wird, dürfte es aber noch ein bisschen dauern: "Die Puzzlearbeit geht weiter. Nun müssen sämtliche Spuren ausgewertet und zugeordnet werden", sagte Reiner Durst.

Die Polizei hofft, dass mit der Verhaftung des Diebestrios die Wohnungeinbrüche in der Region nun weniger werden. Denn laut Reiner Durst ist seit Dezember vergangenen Jahres deutlich häufiger eingebrochen worden. Zwar liege in der dunklen Jahreszeit die Zahl der Einbrüche in der Region Ulm und Alb-Donau im Schnitt bei einem pro Tag und damit immer höher als in der hellen Jahreszeit - dann liegt die Zahl bei rund fünf pro Woche. Die Erklärung ist einfach: In der Dunkelheit, die in den Wintermonaten länger dauert, werden die Einbrecher weniger leicht gesehen: sowohl beim Einbruch wie bei der Flucht.

Dass in den vergangenen drei Monaten so viele Einbrüche begangen wurden, sei dennoch auffallend: Allein tagsüber sei in diesem Zeitraum 60 Mal eingebrochen worden. Eine Gesamtzahl der Wohnungseinbrüche könne er noch nicht nennen, sagte Durst.

Wie die Verhaftung des mazedonischen Trios zeige, sei es für die Polizei wichtig, möglichst viele Hinweise von Zeugen und Anwohnern zu erhalten. "So manche Beobachtung scheint für einen selbst vielleicht unwichtig. Sei es, dass sich eine unbekannte Person in der Gegend herumgetrieben hat oder ein Auto auffallend geparkt war." Für die Ermittler aber können solche kleinen Beobachtungen das fehlende Puzzlestück sein, das letztlich zum Erfolg führe.

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