Die Ulmer OB-Kandidaten über die Rolle ihrer Partei

Parteilogos sucht man meist vergeblich – die OB-Bewerber präsentieren sich als unabhängige Kandidaten. Aber welche Rolle spielt ihre Partei wirklich?

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    Vom Wertefundament der CDU geprägt. Auch die Farben von Gunter Czischs Plakaten erinnern an seine Partei, die CDU. Foto: 
  • Natürlich mit Parteilogo: Anja Hirschel spricht das Programm der Piraten aus dem Herzen. 2/4
    Natürlich mit Parteilogo: Anja Hirschel spricht das Programm der Piraten aus dem Herzen. Foto: 
  • Ihre Standpunkte sind klar: Birgit Schäfer-Oelmayer ist überzeugte Grünen-Politikerin. 3/4
    Ihre Standpunkte sind klar: Birgit Schäfer-Oelmayer ist überzeugte Grünen-Politikerin. Foto: 
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Die einen suchen größtmögliche Distanz, die anderen bekennen sich zu ihrer Partei. Wie stehen die OB-Kandidaten im Einzelnen zu ihren Parteien?

Gunter Czisch
Der Erste Bürgermeister ist seit 32 Jahren CDU-Mitglied. Das Wertefundament der Christdemokraten „prägt mich seitdem“, sagt er. Er betont jedoch, dass sein Wahlprogramm auf ihn zugeschnitten sei. Entstanden sei es in Diskussion mit seinem Wahlkampfteam, dem mit Barbara Münch zum Beispiel auch Vorstandsmitglieder des Ulmer CDU-Stadtverbands angehören. Laut eigener Aussage finanziert er sein Wahlkampfbudget von etwa 120.000 Euro aber zur Gänze über Spenden und aus eigener Tasche.

Anja Hirschel
„Die Punkte, die in meinem Programm stehen, entsprechen eins zu eins dem Parteiprogramm“, sagt die Kandidatin der Piraten. Sie hebt zwar hervor, in der Gestaltung ihrer Schwerpunkte komplett frei gewesen zu sein, das Programm der Piraten spreche ihr aber „aus dem Herzen“. Auch ihr Budget in Höhe von 950 Euro stammt komplett von ihrer Partei.

Martin Rivoir
Der Sozialdemokrat distanziert sich am deutlichsten von seiner Partei. Auf die Frage, ob die SPD ihn bei der Erstellung seines Programms unterstützt hat, antwortet er: „Nein, das ist mein Programm.“ Die Themen darin könne man nicht einer Partei zuordnen. Doch auch bei ihm gilt, dass mit Holger Oellermann mindestens ein führender Kopf aus dem SPD-Stadtverband Teil des Wahlkampfteams ist. Laut eigenen Angaben steuert die Partei voraussichtlich 5000 Euro zu seinem 70.000 Euro hohen Wahlkampfbudget bei.

Birgit Schäfer-Oelmayer
„Die Partei spielt für mich immer eine Rolle“, sagt die Kandidatin. Nach 16 Jahren im Gemeinderat für die Grünen „sind die Themen für mich gesetzt“, so die Mutter von sechs Kindern. Zudem zeuge die Wahl ihrer Pressesprecherin Manuela Rettig in den Kreisvorstand „von guter Vernetzung in die Partei“. Das Wahlprogramm hat sie ebenfalls zusammen mit der Partei erarbeitet. Zudem steuern die Grünen 10.000 Euro zu ihrem Wahlkampfbudget von insgesamt 24.000 Euro bei.

Fazit
Während Czisch und Rivoir stets betonen, dass sie unabhängige Kandidaten sind, machen die Kandidatinnen Hirschel und Schäfer-Oelmayer keinen Hehl aus ihrer Nähe zur Partei. Wie die Kandidaten ihre Aufgabe im Falle eines Wahlsieges tatsächlich gestalten, wird man erst nach dem 29. November sehen.

Ihre andere Seite: Jugend-Bildnisse

Bei der OB-Wahl am 29. November dürfen auch 2000 Jugendliche ab 16 Jahren erstmals ihre Stimme abgeben. Doch wer ist der richtige Kandidat für die Erstwähler? Welche Themen brennen Jugendlichen in Ulm unter den Nägeln? Was möchte der oder die künftige OB für die Jugendlichen tun?

Eine Woche lang waren die Mitglieder des Ulmer Jugendparlaments unterwegs, um diesen Fragen nachzugehen. Die Schülerinnen und Schüler haben Leute befragt, Informationen gesammelt und die OB-Kandidaten interviewt.

Entstanden ist ein spannendes Storytelling-Projekt mit interessanten Texten, vielen Videos und überraschenden Jugend-Bildnissen der Kandidaten. Von dieser Seite haben Sie Gunter Czisch, Martin Rivoir, Birgit Schäfer-Oelmayer und Anja Hirschel mit Sicherheit noch nicht gesehen. Und natürlich hat der Amtsinhaber das letzte Wort. Was OB Gönner seinem Nachfolger wünscht, erfahren Sie im Internet.

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Kommentare

10.11.2015 18:09 Uhr

Von Nähe und Distanz, Artikel über OB-Wahl vom 31. Oktober 2015

Im Artikel geht es um die Präsentation der Kandidaten in Bezug auf ihre Partei. Das Bild von Martin Rivoir ist betitelt mit "Keine Spur von Rot bei M.R. Der SPD-Mann distanziert sich deutlich von seiner Partei", da es keinen Hinweis auf die Partei gibt. Aber statt dessen druckt man ein Plakat ab, auf dem in der linken unteren Ecke ähnlich einem Parteilogo ein Cannabis-Blatt zu sehen ist und der Schriftzug "Time to legalize", als ob das sein Wahlkampfthema wäre. Das ist doch völlig daneben. Das ist eine äußerst schlechte Bildauswahl und bringt einen Kandidaten mit etwas Falschem in Verbindung! Bitte künftig mehr Sorgfalt und Sensibilität.

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Am 29. November haben die Ulmer einen neuen Oberbürgermeister gewählt. Im ersten Wahlgang ist Gunter Czisch (CDU) mit 52,9 Prozent OB geworden. Zur Wahl angetreten waren noch Martin Rivoir (SPD), Birgit Schäfer-Oelmayer (Grüne), Anja Hirschel (Die Piraten), Ralf Milde (parteilos), Lisa Collins (Die Partei) und Sevda Caliskan (parteilos).

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