Roll-Eis: Trend aus Thailand nach Ulm geholt

Der Roll-Eis-Stand am Ende der Pfauengasse und das DiDa in Söflingen bringen brandneue Trends ins Ulmer-Eisgeschäft.

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    So sehen die fertigen Eisrollen aus. Foto: 
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    Rolly-Inhaber Darco Gace präsentiert seine fertigen Eisrollen. Foto: 
  • Rolly-Inhaber Darco Gace verteilt die flüssige Eisbasis auf einer kalten Edelstahlplatte.
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    Rolly-Inhaber Darco Gace verteilt die flüssige Eisbasis auf einer kalten Edelstahlplatte. Foto: 
  • Die flüssige Eisbasis wird auf der kalten Edelstahlplatte verteilt und dann aufgerollt. 
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    Die flüssige Eisbasis wird auf der kalten Edelstahlplatte verteilt und dann aufgerollt. Foto: 
  • Betül Keles an der Eistheke der DiDa-Eisdiele in Söflingen.
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    Betül Keles an der Eistheke der DiDa-Eisdiele in Söflingen. Foto: 
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Eigentlich will sie nur eine Flasche Mineralwasser kaufen. Doch dann entdeckt Anna Bauer einen kleinen Bildschirm, der an der Scheibe eines Kiosks angebracht ist. Ein Video zeigt die Zubereitung des so genannten Rolleises, der Kioskladen heißt passend Rolly. Spontan entschließt sich die 22-Jährige aus Pfuhl, die neue Art Eis zu testen. „Ich habe die Eisrollen bisher nur auf Facebook gesehen“, erzählt sie. Anna entscheidet sich für eine Kreation aus Oreo-Keks und Waldbeeren und folgt gespannt der Zubereitung.

Seit April dieses Jahres können die Ulmer an der Ecke Pfauen-/Dreikönigsgasse den heißesten Trend in Sachen Eis verkosten: Das Roll-Eis von Darko Gace. Wo früher ein Lotto-Verkaufsstand war, ist jetzt das Rolly. Der Laden präsentiert sich zwar nach wie vor im Kiosk-Look, hat aber neben Zeitungen und Magazinen auch die frisch zubereiteten Eisrollen im Angebot.

Und so funktioniert’s: Auf einer kalten, runden Edelstahlplatte, die auf minus 12 Grad heruntergekühlt ist, stellt Gace das Eis vor den Augen der Kunden her. Ein vorbereitetes, flüssiges Gemisch aus Milch, Sahne, ein wenig  Zucker und Bindemittel bildet die Eis-Grundlage. Sie wird dann zusammen mit individuell wählbaren Zutaten wie Früchten, Keksen und Nutella auf die eiskalte Platte gegeben.

Blitzschnell und gekonnt hantiert Gace mit zwei Spachteln, zerkleinert die Zutaten und vermengt sie mit der Milcheis-Basis. Immer wieder streicht er die Eismelange dünn auf die eiskalte Unterlage, auf der sie in weniger als einer Minute gefriert.

Während die Kunden das Spektakel verfolgen, dürfen sie noch verschiedene Toppings wählen wie Smarties und Nüsse. In mehreren Abschnitten zieht Gace zum Schluss die Eisschicht mit dem Spachtel von der Platte ab: Voilà, schon sind die Eisrollen fertig. Annas Fazit: „Schmeckt echt lecker! Und es ist toll, dass man verschiedene Sachen zusammenmixen kann.“

Gace ist nicht gerade der klassische Eismann. Er hat sich von Videos auf der Internetplattform YouTube zu dieser etwas anderen Art der Eiszubereitung inspirieren lassen. Obwohl der gebürtige Kroate das Rolleis zuvor nie selbst probiert hatte, kaufte er die passenden Geräte und versuchte sich selbst an der Herstellung. „Nach der 100. Portion hat man dann seine Technik entwickelt“, berichtet er.

Bei Gace ist das Individuelle groß geschrieben und den verrücktesten Kombinationen sind keine Grenzen gesetzt. Eine Karte mit festen Sorten gibt es bei Rolly nicht. Jeder darf frei alle Zutaten und Toppings wählen, die Grace dann in die Eisrollen integriert. Für einen stolzen Preis von 3 Euro bis 3,50 Euro ist von fruchtigen Kreationen bis hin zum Snickers-Mix alles denkbar.

„Die Deutschen sind ein bisschen konventionell“, sagt Gace – auch in Sachen Eis. Aber wenn sie die Roll-Neuheit erst einmal probieren und es ihnen schmeckt, freut das den Inhaber umso mehr. „Wir sind zwar neu hier, aber wir haben schon die ersten Stammkunden“, berichtet der Inhaber. Wenn an den heißen Tagen die Gäste Schlange stehen, hilft auch Darkos Frau Anita mit. Sie rollt dann parallel an einer zweiten Maschine.

Italienische Tradition 

Neues gibt es auch in Söflingen. „Einfach & Ehrlich“ ist das Motto des italienisch-türkischen Familienbetriebs DiDa:  „Wir verwenden natürliche Zutaten und machen alles selbst“, sagt Tomas Cais, Ehemann der Inhaberin Hasibe. Ohne Konservierungs- oder Farbstoffe wird die Eismasse aus vier bis sechs verschiedenen Zutaten zubereitet. Der Kugelpreis liegt bei 1,20 Euro, und das Standardsortiment besteht in der Regel aus zehn bis zwölf verschiedenen Eissorten.

Familie Cais kreiert aber auch neue, außergewöhnlichere Geschmacksrichtungen. „Eis kann man mit allem machen, das ist das Gute, wenn man nicht an Fertigprodukte gebunden ist“, sagt Cais. Fest im Angebot ist mittlerweile die Sorte Griechischer Joghurt mit Walnüssen. „Die haben wir letztes Jahr eingeführt und sie ist nicht mehr wegzudenken“. Ein weiterer Exot im Sortiment ist das Ginger-Ale-Eis. Es wird aus einer Essenz hergestellt, die das DiDa von der Ulmer Limonaden-Manufaktur Rosebottle bezieht.

Nicht bis oben auftürmen

Ein weiterer Dauerrenner ist die Sorte Mango. Die nächste Kundin, die den Laden betritt, ist Emma (10 Jahre), die prompt eine Kugel Mango-Eis bestellt. Ihre Freundin Lisa (9 Jahre) entscheidet sich für Amarena. Das seien jeweils ihre Lieblingssorten, berichten die Kinder.  Auf die Frage, ob ihnen das Eis schmeckt, antwortet Emma entschieden mit  „sehr sogar“. Die zwei Mädchen vom Kuhberg kommen mit ihren Eltern öfter mal zur DiDa-Eisdiele nach Söflingen. Wer sich über den untypischen Namen der Eisdiele wundert: DiDa ist entstanden aus den Namen von Cais Kindern Dilara und David.

Das Eis des Familienbetriebs wird in runden, tiefen Edelstahltöpfen aufbewahrt. Diese werden aber nur bis zur Hälfte befüllt. „Würden wir unser Eis bis oben hin auftürmen, wäre die Qualität nicht mehr die gleiche.“ Denn durch den stundenlangen Kontakt mit der Luft, könne es bei hoch gelagertem Eis zu Verunreinigungen kommen, sagt der Fachmann.

Die gesamte Theke ist mit durchsichtigen Klappdeckeln verschlossen. So werde es in Italien gemacht, berichtet Tomas Cais. Die Eisherstellung gehört bei Familie Cais zur Tradition. Schon in den 1990er Jahren betrieben sie eine Eisdiele in Neu-Ulm. In den kommenden Jahren zu expandieren, ist für Tomas und Hasibe Cais denn auch durchaus denkbar. „Falls sich etwas ergibt“, könnte durchaus auch in der Ulmer Innenstadt eine weitere Filialen folgen.

Herkunft Die Idee zur Rolleis-Technik ist ursprünglich in Thailands Straßenküchen entstanden und ist im gesamten asiatischen Raum schon länger ein Hit.

Trend Das Rolleis sei bislang eine absolute Neuheit in Ulm und Neu-Ulm, sagt Darko Gace. Der Trend aus Asien ist zwar schon seit einer Weile nach Europa übergeschwappt, bisher kann man die gerollte Eiskunst in Deutschland aber nur in großen Städten wie Frankfurt, Berlin, München oder Hamburg naschen.

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