Die Stuttgart Harmonists mit 20er-Jahre-Jux auf Schloss Erbach

Heiteres bei den Bachtagen: Die „Stuttgart Harmonists“ eroberten als musikalische Spaßvögel Schloss Erbach.

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Musikalische Spaßvögel: das Männerquintett Stuttgart Harmonists a cappella und mit Zylinder.  Foto: 

Aus Stuttgart kommen nicht nur dicke Autos. Auch fünf smarte Herren mit Fliege, Frack und  Zylinder. Ihre A-cappella-Gesangskünste haben S-Klasse-Format: die  Stuttgart Harmonists. Im Gepäck hatten sie beim 8. Abend der Wiblinger Bachtage weder Musik des Namensgebers  Bach noch Mikrofone, sondern  Schlager und Schmonzetten der „goldenen Zwanziger“:  musikalisch ausgefuchst, frech, pikant und höchst vergnüglich.    

Nicht von ungefähr steht die 32. Ausgabe der Wiblinger Bachtage unter dem Motto „… und heiter die Kunst“  – nach dem bekannten Schiller-Zitat. Jux und Humor zogen sich in diesem Konzert wie ein roter Faden durch den kurzweiligen Abend im Gewölbe auf Schloss Erbach. Verschmitzt und gewitzt in Mimik und originellen Choreografien, begeisterten die mundflinken Stuttgarter Stimmakrobaten, die seit mehr als 25 Jahren auf Erfolgskurs sind, im Stil und mit dem Repertoire der legendären Comedian Harmonists.  

Gassenhauer wie   „In der Bar zum Krokodil“, wo sich die „Philosophen“ auf „Schwofen“ reimen, „Mein kleiner grüner Kaktus“,  „Donna Clara“, Cole Porters „Night‘n Day“ oder das hammermäßige „Holzhackerlied“ erlebten  durch pfiffige Arrangements eine Verjüngungskur. In abwechselnden Ansagen und Soloparts glänzten mit Schmelz, Schmalz und komödiantischer Ader neben Marc Schrade, Daniel Mielenz und Philpp Schmid vor allem Lokalmatador Andreas Weller mit Tenorgold in herrlicher Falsett-Lage und Thomas Laske mit satter Basstiefe.

Als musikalische Spaßvögel präsentierten sich auch die Akteure des Bachtage-Streichquartetts um Lena Sandoz (die auch moderierte). Mit Sätzen aus Paul  Hindemiths „Minimax“ von 1923, mit schrägen Harmonien, gesägten Cello-Töne, Rhythmusrückungen, raumgreifenden Echo-Effekten und verballhornten Zitaten, trumpfte der glorreiche Vierer in „Armeemarsch 606“, „Die beiden lustigen Mistfinken“ und im skurrilen Konzertwalzer „Löwenzähnchen am Bach“ unter Gelächter parodistisch  auf.

Wunderbar passte es, dass das Männerquintett im Finale mit den Streichern  gemeinsame Sache machte. Sie überraschten mit dem amüsanten „Bratscherlied“, das Albrecht Schmid, der Leiter der Bachtage, den oft verulkten Bratschern zum „Trost“ geschrieben hatte. Nach Riesenbeifall und Zugaben erklang zum Abschied „Mr. Sandmann“.  

Wiblinger Bachtage

Liederabend Heute, Mittwoch, 20 Uhr, ist der Tenor Andreas Weller im Haus der Begegnung (Chorraum) mit einem Liederabend zu erleben. Der Tenor singt, am Klavier begleitet von Götz Payer, Poetisch-Romantisches: Schumanns „Liederkreis“ sowie Werke von Heinrich von Herzogenberg und Max Reger.

Lob und Klage Psalm-Motetten aus vier Jahrhunderten stehen beim Konzert der Wiblinger Bachtage am Freitag, 20 Uhr, im Chorraum des Ulmer Münsters auf dem Programm. Die Wiblinger Kantorei unter Leitung von Albrecht Schmid singt Werke von Hassler, Bach, Mendelssohn und anderen. Mitwirkende sind auch Joseph Kelemen (Orgel) und Ulrich Ehret (Oboe) sowie Solisten des Collegium Instrumentale.

 

Orgel KIrchenmusikdirektor Albrecht Schmid spielt zum Finale der Wiblinger Bachtage am Samstag, 20 Uhr, in St. Sebastian in Oberkirchberg ein Konzert: „ . . . und heiter die Orgel“.

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