Die Schmuddelecke am Ehinger Tor kommt weg

|
Vorherige Inhalte
  • Neues Erscheinungsbild fürs Ehinger Tor: Munk baut am Nahverkehrsknoten nach den Plänen von Mühlich Fink das „Ypsilon“ mit einem Hochhaus, einem langgestreckten Trakt und Alufassade. Zwischenzeitlich war im abgerissenen Altbau mal die Kulturfahrschule. 1/2
    Neues Erscheinungsbild fürs Ehinger Tor: Munk baut am Nahverkehrsknoten nach den Plänen von Mühlich Fink das „Ypsilon“ mit einem Hochhaus, einem langgestreckten Trakt und Alufassade. Zwischenzeitlich war im abgerissenen Altbau mal die Kulturfahrschule. Foto: 
  • Historische Säulen? 2/2
    Historische Säulen? Foto: 
Nächste Inhalte

Ein lange diskutiertes Bauvorhaben an exponierter Stelle wird Wirklichkeit: das „Ypsilon“ am Nahverkehrsknoten Ehinger Tor. Das Makler- und Bauträgerunternehmen Munk hatte an der Stelle schon länger das ehemalige Gelände des Heizungs- und Sanitärunternehmens Scheffler gekauft und baut nun ein Gebäude mit Läden, Büros, Wohnungen und 21 so genannten Serviced Apartments. Das sind hotelähnliche Zimmer mit kleiner Küche, die man über einen längeren Zeitraum nutzen kann. Firmenchef Volker Munk, der letztlich vergeblich mit zwei Hotelketten verhandelte, spricht von einem „Multi-Konzept“.

Beleuchtete Ladenfront

Es bietet mit der aus einem Wettbewerb hervorgegangenen Architektur des Büros Mühlich Fink einige Feinheiten. So entsteht zur Bus- und Tram-Haltestelle hin ein kleiner Platz vor einer viereinhalb Meter hohen Ladenfront, so dass der Platz auch beleuchtet ist. „Wir wollen, dass die Schmuddelecke dort wegkommt“, sagte Munk. Er stellt sich an dem vielfrequentierten Ort eine Apotheke, eine Bäckerei mit Café, ein Kiosk und eine Bankfiliale vor. Die erste Etage des Hochhauses ragt etwas in den Platz hinein, die Busse können untendurch fahren.

Die Lage des Neubaus am Umsteigeplatz Ehinger Tor macht es auch erforderlich, dass sämtliche Bauarbeiten mit der Koordinierungsstelle für die Straßenbahnlinie 2 abgestimmt werden. Die Tiefbauarbeiten haben bei Passanten auch schon Fragen nach den historisch anmutenden Säulen ausgelöst. Die Statik für den Hoch- und Langbau gestaltet sich freilich äußerst komplex, für Munk ist es ein „statisches Meisterwerk“.

Das Highlight im Ypsilon – die Idee für den Namen stammt von einem Werbefachmann – dürften die 21 loft-ähnlichen Wohnungen werden: bis zu 170 Quadratmeter groß und teils mit Dach­terrasse. „Das sind geile Wohnungen“, sagt Munk schmunzelnd. Er erstellt mit der Bauträger-Sparte der Firma jährlich bis zu 200 Wohneinheiten. Die Wohnungen am Ehinger Tor werden nach derzeitigen Plänen vermietet, nicht verkauft. Die Quadratmeterpreise liegen zwischen 10,50 und 12 Euro.

Gute Anbindung

Munk investiert etwa 27 Millionen Euro in das Ypsilon, General­unternehmer für die Bauarbeiten ist Matthäus Schmid (Baltringen). Der Investor hat sich angesichts des guten Immobilienmarkts und einem entsprechenden Votum im Gemeinderat dazu durchgerungen, den Hochbau auf neun Etagen aufzustocken und nimmt dafür auch verschärfte Brandschutzregeln in Kauf. Munk kann sich auch für die Büros begeistern. Unter Hinzunahme des Langbaus könne man ein durchgehendes Büro mit fast 1000 Quadratmetern anbieten. Die normalen Größen beginnen freilich bei 160 Quadratmetern. Ein wesentlicher Vorteil des Gebäudes sei die rasche Anbindung an den neuen Citybahnhof: Er ist nur eine einzige Straßenbahnhaltestelle entfernt.

Gleichwohl bietet das Gebäude – Fertigstellung Ende 2018 – auch eine gute Erreichbarkeit mit dem Auto und sogar 13 oberirdische Stellplätze im Süden. Dazu kommen 78 Tiefgaragen-Stellplätze auf zwei Etagen. Munk rechnet damit, dass das Ypsilon nicht zuletzt die Achse zwischen Schillerstraße und Innenstadt stärkt.

Munk Immobilien beschäftigt 20 Mitarbeiter, etwa zwei Drittel der Kapazitäten beansprucht das Bauträger-Geschäft. Munk plant gerade auch einen Neubau anstelle des alten Commerzbank-Standorts in der Neuen Straße/Ecke Fischerviertel sowie, wie berichtet, ein größeres Projekt mit Wohnungen auf dem ehemaligen Areal von Gummi-Welz in Söflingen.

Römische Baukunst? Spektakulärer Fund in Ulm? Die historisch anmutenden Säulen auf dem Bauareal werfen bei so manchem Fragen auf. Die Antwort ist leider nicht so spannend: Es sind schnöde Betonsäulen, die bis zu 25 Meter in den Boden ragen und die „große Last des Gebäudes später tragen werden“, erklärt Baustellenleiter Naim Dacaj von der Firma Schmid. „Ich verstehe, dass die geheimnisvoll aussehen, aber alles in dieser Baugrube ist von uns.“ rej

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Zwölf Namen für die neuen Ulmer Straßenbahnwagen

Die neuen Straßenbahnwagen der Linie 2 werden nach Männern und Frauen benannt, die mit Ulm in Verbindung stehen. So war es auch schon beim Combino. weiter lesen