Wohnungen: Die Nuwog ist zum Bauen verdammt

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Mit Holz verkleidet oder aus Holz gebaut. So stellt sich der Wiener Architekt Bernd Vlay den zweiten und dritten Bauabschnitt an der Münsterblickstraße vor. Vlay hat den Wettbewerb einstimmig gewonnen. Eingeladen waren acht Architekten.  Foto: 

Der Wirtschaftsplan bis zum Jahr 2012 ist vom Aufsichtsrat genehmigt. Was sich die Neu-Ulmer Wohnungsgesellschaft (Nuwog) in den nächsten fünf Jahren vorgenommen hat, ist gewaltig: Sie will insgesamt 440 neue Wohnungen bauen, davon 360 mit einer sozialen Bindung. „Uns bleibt gar nichts anderes übrig“, hat am Freitag Nuwog-Geschäftsführer Andreas Heipp in einem Pressegespräch erklärt. Denn: 1300 Menschen suchen derzeit möglichst schnell eine kostengünstige Wohnung. Im Bestand der 2260 eigenen Wohnungen werden jährlich aber nur zwischen 160 und 170 Einheiten frei. Diese niedrige Fluktuation reicht also bei Weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Und so ist die Nuwog ganz einfach zum Bauen verdammt.

90 Millionen werden investiert

Das Investitionsvolumen in den Jahren 2017 bis 2021 liegt in der Stadt Neu-Ulm somit bei gigantischen 90 Millionen und ist in etwa drei- bis viermal so hoch wie im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Mehr noch: Die Nuwog wird auch als Dienstleister im Auftrag der Stadt Neu-Ulm bauen. Die Stadt stellt in diesen Fällen nicht nur das Grundstück, sie bringt auch das notwendige Eigenkapital mit.

Die Nuwog streckt aber auch seit geraumer Zeit ihre Fühler ins Umland aus, bietet dort ihre Dienstleistungen an. Mit der Nuwog-Land soll im nächsten Jahr eine neue Gruppe innerhalb des Unternehmens gegründet werden. Die Städte und Gemeinden Nersingen, Elchingen und Vöhringen werden sich beteiligen, mit anderen Kommunen wird noch verhandelt. Sprich: Ohne die Nuwog läuft im sozialen Wohnungsbau wenig – in der Stadt und im Landkreis Neu-Ulm. „Das ist auch unsere zentrale Aufgabe“, sagt Heipp. Der Durchschnittspreis der Mieten liegt übrigens bei der Nuwog bei 5,90 Euro pro Quadratmeter und Wohnung.

Heipp ist sich sicher, dass die 440 neuen Wohnungen im Jahr 2021 zum Teil längst bezogen oder zumindest in Bau sein werden. An 67 Wohnungen wird schon gebaut, zum Beispiel auch im Bereich der Münsterblickstraße (siehe untenstehendes Info), auch in der Elefantensiedlung und im Bereich der alten Stadtgärtnerei an der Reuttier Straße. 191 Wohnungen sind konkret in Planung, für 53 Wohnungen gibt es auch schon Konzeptstudien.

Schließlich sind 135 Wohneinheiten in einem neuen Europan-Wettbewerb in der Vorbereitung. Das zu überplanende Gebiet erstreckt sich zwischen der Reuttier- und Memminger Straße und zwischen der Ring- und Europastraße. Die Ergebnisse des Wettbewerbs unter dem Motto „Die produktive Stadt“ soll Ende 2017 vorliegen, danach geht es in die planerische Umsetzung. Vorgesehen sind in diesem Gebiet auch Dienstleistungseinheiten sowie soziale und kulturelle Einrichtungen. Denn: Die eigentlich recht scharfen Grenzen zwischen Wohn- und Gewerbebebauung sollen dort aufgehoben werden. Ziel des Wettbewerbs, so heißt es, ist vielmehr ein Quartier der kurzen Wege mit einer hohen Aufenthaltsqualität.

Leitartikel zum Thema: Viel geredet, nichts bewegt

Wettbewerb Für den zweiten und dritten Bauabschnitt an der Münsterblickstraße ist der Wettbewerb entschieden. Dort entstehen bis 2018 für 15,8 Millionen Euro zum einen 40 sozial geförderte Wohnungen und bis 2019 noch 30 frei finanzierte Mietwohnungen oder Eigentumswohnungen, die zum Verkauf angeboten werden. Gebaut wird nach den Plänen des Wiener Architekten Bernd Vlay und seinem Büro Studiovlay. Der vom Preisgericht einstimmig gekürte Gewinner hat die Gebäude kreuzartig geordnet. Im Zentrum ist die barrierefreie Erschließung mit Treppen und Aufzügen vorgesehen, es soll dort aber auch Gemeinschaftsräume geben. Auffällig ist die Holzfassade, wobei noch nicht entschieden ist, ob ein Betonbau mit Holz verkleidet wird oder ob die Gebäude modulartig komplett in Holz erstellt werden. Am ersten Bauabschnitt an der Münsterblickstraße wird schon gebaut. Dort entstehen für 5,8 Millionen Euro 36 sozial geförderte Wohnungen. Geparkt wird übrigens oberirdisch im nördlichen Teil des Grundstücks. Für die frei finanzierten Wohnungen und für die Eigentumswohnungen ist eine Tiefgarage vorgesehen. Beeindruckt sei das Schiedsgericht gewesen, dass sich die freien und sozial geförderten Wohnungen von der Typologie stark ähneln. Der Siegerentwurf und die anderen Vorschläge können in der Nuwog-Geschäftsstelle in der Schützenstraße zu den üblichen Öffnungszeiten besichtigt werden.

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