Sauna-Schulung: Die Kunst des Wedelns

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    Der belgischer Saunameister-Champion Martijin Vanhoorelbeke (l.) zeigt den Kollegen, worauf es beim Wedeln ankommt und wie er die Aromen mischt. Foto: 
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    Hier mit Sead Sijaric, Leiter des Saunabereichs im Donaubad. Foto: 
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Wenn Martijn Vanhoorelbeke einen Aufguss macht, ist er in seinem Element. Mit eleganten Wedeltechniken und feinen Duftkompositionen nimmt der 32-jährige Belgier seine Gäste mit auf eine Reise in eine andere Welt. Bereits zwei Mal konnte er sich damit den Titel als belgischer Saunameister-Champion sichern. Sein Wissen über ätherische Öle und Wedeltechniken gibt er gerne weiter. Als Trainer unterrichtet er Saunameister auf der ganzen Welt – nun auch in Ulm. Bei einem zweitägigen Seminar lernten die Saunameister des Donaubads vom Profi, wie man Aufgüsse macht, ätherische Öle einsetzt und richtig wedelt.

Der gelernte Aromatherapeut schwört auf den Einsatz natürlicher Produkte. Als Zutaten für seine Aufgüsse verwendet er das, was die Natur ihm bietet. „Viele Saunameister nutzen nur synthetische Düfte. Das ist viel einfacher“, erklärt er. „Saunieren ist aber ein gesundheitsförderndes Ritual. Es ist mir wichtig, dass die Menschen in der Sauna die Verbindung zur Natur spüren.“

Von den Besten lernen

Der Leiter des Saunabereichs im Donaubad, Sead Sijaric, lernte den Profi 2015 bei der Weltmeisterschaft in Sinsheim kennen. Begeistert von dessen Techniken, lud er ihn ins Donaubad ein, um sich und seine Saunameister schulen zu lassen. „Wir wollen uns weiterentwickeln und von den Besten lernen“, erklärt er. Er selbst ist seit 25 Jahren Saunameister. „Da wird man schon irgendwann mal betriebsblind. In Martijn haben wir einen absoluten Profi gewinnen können.“

Aber auch der Profi hat ganz klein angefangen. Zum Saunameister wurde er nämlich eher aus Zufall. „Ich war in einer Sauna in der Nähe meines Heimatortes und kam dort mit dem Betreiber ins Gespräch. Dieser meinte, er sei auf der Suche nach einem neuen Saunameister“, erinnert er sich. Zu dieser Zeit hatte er sein Studium der Kräuterkunde bereits beendet, arbeitete als Aromatherapeut. „Der Betreiber gab mir plötzlich einen Eimer und ein Handtuch in die Hand und meinte: ‚Probier es doch einfach mal!‘. Dann machte ich meinen ersten Aufguss, ganz ohne Training.“

Als Aromatherapeut habe er sich gefragt, wie er ätherische Öle und Kräuter für Aufgüsse verwenden kann. Er experimentierte, wurde immer besser und nahm schon bald an den ersten Wettbewerben teil. 2013 belegte er den fünften Platz bei den niederländischen Meisterschaften. Im Jahr darauf gewann er zum ersten Mal die belgische Meisterschaft. „Bei den Wettbewerben lernte ich viele Saunameister kennen, die begeistert waren von meinen Ölen und meinen Techniken“, erzählt er. „Sie wollten, dass ich ihnen zeige, wie das geht.“

Nachdem Vanhoorelbeke anfangs nur als Trainer gearbeitet hatte, kamen erste Anfragen für seine Produkte. Daraufhin fing er an, in der Garage seines Vaters einen kleinen Shop zu betreiben. „Es gab dort keinen Strom und keine Heizung“, sagt er. Der Shop lief aber so gut, dass er seinen Job schon bald kündigte und sich voll und ganz dem Saunageschäft widmete.

Seit fünf Jahren hat er seine eigene Firma. Neben einer breiten Palette an Naturprodukten bietet er Training für Saunameister an. „Ich will den Saunameistern klarmachen, dass sie immer das Ziel ihres Aufgusses vor Augen haben müssen. Will man den Gästen Entspannung bieten, sollte man keine Show-Aufgusse mit lauter Musik und blinkenden Lichtern machen. Saunieren ist ein Erlebnis für alle Sinne. Alles, was man sieht, riecht, hört und spürt, sollte immer aufeinander abgestimmt sein.“

Zum Entspannen geht er selbst mittlerweile nicht mehr in die Sauna. „Mir fällt es schwer, dort abzuschalten. Wenn ich eine Sauna betrete, denke ich doch immer wieder an die Arbeit, habe neue Ideen und denke mir: Das sollte ich probieren.“ Seinen nächsten Urlaub verbringt er in Nevada. „Dort brauche ich wirklich keine Sauna.“

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