Die Grüne Wand ist ein rotes Tuch

Themen gibt's in Neu-Ulm, da können sich viele im Stadtrat herrlich aufregen und leidenschaftlich diskutieren. Beispielsweise wenn es um die Attraktivitätsteigerung in der Innenstadt geht, wo - gelinde gesagt - durchaus noch viel Spielraum nach oben vorhanden ist.

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Die eine grüne Wand ist braun und ziemlich unansehnlich, die gegenüberliegende auch.  Foto: 

Ein Masterplan soll dazu her, sagt der Stadtrat. Ein entsprechendes Fachbüro ist eingeschaltet, Ergebnisse liegen noch nicht vor. Was vereinzelte Stadträte aber nicht davon abhält, schon mal erste Verbesserungsvorschläge zu machen.

Da wären zum Beispiel die CSU-Stadträte Waltraud Oßwald und Rupert Seibold, beide CSU und beide auch ehemals im Vorstand der Freunde der Landesgartenschau. Lang ist's her, als die große Blumenschau 2008 stattfand. Und der Verein ist inzwischen auch aufgelöst worden. Beide haben sich der "Grünen Wand" im östlichen, neueren Teil des Glacis angenommen, also den beiden begrünten Konstruktionen direkt vor der Caponniere 4. Die Wände waren seinerzeit zur Landesgartenschau hochgezogen und bepflanzt worden. Weil eben nichts von Dauer ist, sind die Wände jetzt nicht mehr grün, sondern überwiegend braun. Abgestorbene Efeureste sind zu sehen, vor allem aber die Koskosmatten, also der Untergrund, auf dem die Pflanzen wachsen. Und die Bewässerungsanlage ist auch kaputt.

Im technischen Ausschuss, öffentlicher Lebensraum und Verkehr hat sich Waltraud Oßwald für den Verwaltungsvorschlag stark gemacht. Demnach werden die beiden Wände von einer Fachfirma dergestalt bis zum Jahr 2017 saniert, dass der Efeu wieder wachsen, dazu wilder Wein - also nicht zum Trinken - und immergrünes Geißblatt. Gesamtkosten: rund 95.000 Euro.

Holla, die Waldfee. Dann ging's rund im Ausschuss. Für so manchen war die grüne Wand ein rotes Tuch. "Zu teuer" schimpfte SPD-Mann Karl-Martin Wöhner, "ein Fass ohne Boden", assistierte ihm Andreas Schuler, immerhin Landschaftsplaner von Beruf. Schuler stellte sogar in Abrede, dass die neue Konstruktion erprobt sei. Dann grätschte noch OB Gerold Noerenberg ein. Ständig werde über die fehlende Attraktivität der Innenstadt geschimpft, und wenn erste Vorschläge auf dem Tisch lägen, seien Bedenkenträger am Werk. Das fiel auf fruchtbaren Boden: Bei der Abstimmung war die Mehrheit für die Sanierung der grünen Wand. Aber das letzte Wort wird ohnehin der Finanzausschuss bei den Haushaltsberatungen 2016 sprechen.

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