Die Fähigkeit, Liebe zu zeigen

Gut besucht war der Vortrag von Michael Stahl über Konfliktbewältigung. 250 Schüler und Lehrer waren in die Aula des Technischen Gymnasiums der Robert-Bosch-Schule gekommen.

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"Der Vortrag hat mich sehr bewegt", die Meinung eines Schülers nach der eineinhalbstündigen Präsentation über Konfliktbewältigung wurde von den meisten geteilt. Michael Stahl, der viele Vorträge dieser Art in Schulen, Heimen, Kindergärten oder Gefängnissen hält, berichtet von bewegenden und tief verletzenden Ereignissen aus seinem eigenen Leben.

Für den 45-Jährigen ist es wichtig, die Motive hinter den Handlungen zu verstehen, damit man Konflikte gewaltfrei lösen könne. Er erklärt, dass die meisten zwischenmenschlichen Probleme durch ungestillte Sehnsüchte nach Liebe und Anerkennung entstehen. Der ehemalige Personenschützer bedauert, dass die Jugendlichen immer mehr Zeit alleine vor elektronischen Medien verbringen, weshalb der Zusammenhalt von Gruppen und Familien, welcher früher selbstverständlich gewesen sei, immer mehr schwindet.

Aber wieso zieht die heutige Jugend diese Isolation sozialen Aktivitäten vor? Stahl sieht den Grund dafür in einem Mangel an Liebe und Anerkennung durch die Eltern. Jugendliche wollten ihre emotionalen Verletzungen durch die Familie vor anderen verbergen. Sie sehen im Internet oder in der Gewalt gegen andere Möglichkeiten, ihr wahres Selbst hinter einer Fassade zu verstecken und ihren Selbstwert zu erhöhen. Dabei wäre bereits etwas Qualitätszeit mit den Eltern genug, um ihnen ein gutes Gefühl zu geben, fand Stahl in einer Befragung heraus, bei der "mit dem Vater Fußball spielen" ganz oben auf der Wunschliste vieler Kinder aus problematischem Elternhaus stand.

Michael Stahl erklärte, dass er seine eigene schwere Kindheit verarbeiten konnte, als er verstanden hatte, dass jeder, der andere verletzt, bereits zuvor von der eigenen Familie verletzt wurde. Aggressives Verhalten wird also oft durch die Familie hindurch weitergegeben. In seinen Vorträgen macht er es sich zum Ziel, zu zeigen, wie man diesen Teufelskreis mittels Vergebung und Liebe durchbrechen kann.

Zum Ende appelliert Stahl eindringlich an die Schüler, auf keinen Fall zu Tätern und Mitläufern beim Cybermobbing zu werden, da dies niemals rückgängig zu machen sei. Stattdessen wünscht er allen die "Fähigkeit, Liebe zu zeigen" und "nie den Glauben an Wunder" zu verlieren".

Lena Tomaschko, Christopher Bentley, 6TG9, Bosch-Schule

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