Die Erfinderin des Bildungshauses

Die Mutter der Bildungshäuser geht in Pension. Ute Weile ist die Erfinderin des Konzepts und die Schulleiterin der Wiblinger Regenbogenschule. In einem Festakt übergab sie das Zepter an Ulrike Engelhardt.

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Die eine - Ulrike Engelhardt (links) - kommt, die andere - Ute Weile - geht in Pension. Foto: Volkmar Könneke

Sie ist nicht irgendeine Schulleiterin. Sie ist die Schulleiterin der Regenbogenschule. Und nicht nur das. Das gesamte Konzept dieser Schule, die anders ist als andere, hat sie geschaffen. Ute Weile verlässt nach 21 Jahren die Wiblinger Grundschule mit dem schönen Namen. In der Aula fanden sich zahlreiche Redner ein. Die Schulkinder sangen treffsicher"Ich schenke Dir einen Regenbogen" undüberreichten zwei große Leinwände, ein Gesamtkunstwerk aller Kinder.

Die Regenbogenschule ist seit 2005 ein Bildungshaus. Besonderheit des Weileschen Konzepts: Die Grundschule arbeitet mit der städtischen Kindertageseinrichtung Lindauer Straße zusammen. Mehrmals in der Woche kommen die Kindergartenkinder in die Schule, um an gemeinsamen Projekten mit den Schulkindern zu arbeiten. Die Einschulung wird bei jedem Kind individuell gehandhabt, je nach Entwicklungsstand. Die sechs Klassen sindjahrgangsübergreifend. Das heißt, die 128 Kinder der ersten und zweiten sowie der dritten und vierten Klassen lernen gemeinsam.

"Sie sind die Mutter der Bildungshäuser." Dieses Wort von Gerhard Semler ist größtes Lob für Ute Weile. Der Abteilungsleiter Bildung und Sport der Stadt Ulm sieht in der Idee des Bildungshauses"ein bahnbrechendes Projekt für ganz Baden-Württemberg". Wilhelm Hitzler, Vize-Leiter des Schulamtes Biberach, lobte Weile als"sehr gute Führungskraft, die die Kompetenzen ihrer Leute erkannte". Als Pionierin der Grundschulpädagogik rühmte sie Jürgen Volz, geschäftsführender Schulleiter der Ulmer Grund-, Haupt-, Sonder- und Realschulen."Sie haben die Schule geprägt." Volz würdigte die individuelle Förderung jedes Kindes an der Regenbogenschule. So werden Kinder mit Lese- und Rechtschreib- oder Rechenschwäche genauso unterstützt wie hoch begabte Kinder.

Ute Weileüberreichte ihrer Nachfolgerin Ulrike Engelhardt ein Hufeisen mit den Worten, es lohne sich, gegen den Wind zu segeln. Sie spricht aus Erfahrung, denn Weile musste viel Gegenwind bei der Umsetzung ihrer Idee aushalten. Den jahrgangsübergreifenden Unterricht hat sie selber als Kind in Niedersachsenerlebt. Sie war mit Schülern von der ersten bis zur achten Klassen zusammen. Weile ist überzeugt, dass jedes Kind etwas kann und fürs Lernen zu begeistern ist.

Jahrgang 1949, begann sie als 20jährige ihre Lehrerausbildung in Braunschweig. 1971 kam Ute Weile an die Sägefeldschule nach Wiblingen, wechselte 1982 an die Riedlen-Grundschule Gögglingen und übernahm 1988 die Leitung der Wagner-Grundschule in Ulm. Seit 1991 war sie Rektorin der Regenbogenschule.

Die neue Schulleiterin Ulrike Engelhardt ist Wiblingerin. Sie unterrichtete ebenfalls an der Sägefeldschule. Als Krankheitsvertreterin kam sie an die Regenbogenschule. Engelhardt:"Das Konzept entspricht meinen Vorstellungen."

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