Die Donau Philharmonie Wien in Vöhringen

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Was war da am Freitagabend beim Konzert im Eychmüller-Haus bloß geschehen? Hatte Donnergott Thor höchstpersönlich die Anrufung der Wasserkraft erhört, als er zur Halbzeit des Konzerts ein Unwetter über Vöhringen niedergehen ließ, das fast schon mythologische Ausmaße hatte? Auch wenn das wilde Regenprasseln auf dem Dach des Kulturzentrums nicht mehr heimelig klang: Passender als von diesem rauschenden Natursound hätte das Konzert der Donau Philharmonie Wien nicht skandiert werden können.

„Wasserkraft – Lebenssaft“ war es überschrieben und stellte laut Programmzettel das kostbare Nass sowohl in seiner positiven Wirkung als auch in dessen geballter Urkraft in den Mittelpunkt. Dirigent Manfred Müssauer führte mit Humor – das Wort leitet sich von „Feuchtigkeit“ ab – durch den kurzweiligen Abend.

Dass nicht alle Stücke einen unmittelbaren Bezug zum nassen Element hatten, spielte dabei letztlich keine Rolle. Das geistige Band war die Donau, ihre Anrainer-Länder und Kerneuropa – britische Musik war an diesem historischen Tag passenderweise nicht vertreten. Der Abend begann mit Mozart: zuerst die Ouvertüre zur „Entführung aus dem Serail“ (die Handlung spielt in einem Palast am Meer), dann „Don Giovanni“, die Leporello-Arie „Madamina, il catalogo“ (wo war da das Wasser? Egal!), gesungen von Bariton Marco Di Sapia. Er und seine nicht minder stimmsichere Kollegin Heidi Manser (Sopran) sorgten für Glanzpunkte, vor allem, als sie gegen Ende Johann Strauss‘ „Wiener Blut“ im Duett anstimmten und dafür vom mitklatschenden Publikum gefeiert wurden. Dazwischen Arien von Verdi, Puccini, Dvorak, Operetten- und Walzerklänge und, natürlich, „Die Moldau“ von Smetana, bei deren Klängen sich die Philharmoniker in Höchstform zeigten. Mit Bravour wurde die positive Kraft des Wassers musikalisch umgesetzt, seine geballte Urkraft zeigte sich dann draußen.

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