Die Donau als gemeinsame Marke

Junge Akademiker aus den Donauländern weiterzubilden: Dieses Ziel verfolgt die Danube Summer School. 25 Teilnehmer kommen dazu nächste Woche nach Illertissen und Ulm.

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Stell Dir vor, in einem Land liegen reichlich EU-Fördermittel bereit, aber niemand ruft sie ab, weil es an Experten fehlt, die wissen, wie man entsprechende Projekte auf den Weg bringt. In manchen Donauraumländern wie Rumänien und Bulgarien ist dies tatsächlich immer wieder der Fall. Dies zu ändern ist ein wesentliches – wenngleich nicht das einzige – Ziel der Danube Summer School (DSS), einer Weiterbildungswoche für junge Akademiker und somit angehende Führungskräfte aus den Donauländern.

Die von der in Ulm angesiedelten Europäischen Donauakademie seit 2014 angebotene Danube Summer School findet dieses Jahr bereits zum dritten Mal in Folge im Raum Ulm/Neu-Ulm statt. Vom 25. bis 30. September beschäftigen sich die Teilnehmer im Illertisser Vöhlin-Schloss sowie im Haus der Donau in Ulm und im Ulmer Rathaus (Arbeitssprache ist Englisch) unter anderem mit der Frage nationaler Identitäten und ob es so etwas wie eine verbindende „Marke Donauraum“ gibt. Weiterer Schwerpunkt: die ganz Europa betreffende Flüchtlingsproblematik, wobei es in der Summer School vor allem um die Frage gehen soll, ob und wie Hochschulen und Bildungseinrichtungen einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen leisten können.

Neu im Vergleich zu den Vorjahren: Jeweils ein Tag wird durch eine Universität oder Hochschule inhaltlich gestaltet. Die Referenten kommen von der Hochschule Neu-Ulm, von der Universität in Novi Sad (Serbien) sowie von der deutschsprachigen Andrassy Universität in Budapest. Auch Gespräche mit dem Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch, regionalen Landtagsabgeordneten und Lokalpolitikern stehen auf dem Programm. Gewissermaßen ranghöchster Gastredner ist der Präsident der Regierung der autonomen serbischen Region Vojvodina, Igor Mirovic.

Die 25 Teilnehmer, alles Uni- oder Hochschulabsolventen im Alter zwischen 25 und 30 Jahren, wurden so ausgewählt, dass sämtliche 14 zum Donauraum gerechneten Staaten – darunter beispielsweise auch Bosnien-Herzegowina, durch das die Donau nicht fließt – vertreten sind, sagt Prof. Gerhard Mayer, seit Anbeginn der Ulmer Aktivitäten (ehrenamtlicher) Direktor der Danube Summer School. Es sind überwiegend Wirtschaftswissenschaftler und Juristen, aber auch Ingenieure oder Biologen. „Die Resonanz auf unsere Ausschreibung war überwältigend“, sagt Mayer. Aus 136 Bewerbungen habe man auswählen müssen, was nicht leicht gewesen sei.

Für ihre Teilnahme erhalten die Absolventen ein Zertifikat, das ihnen für ihr weiteres Studium oder eine berufliche Karriere behilflich sein kann. Schließlich seien Organisationen, die EU-Förderprojekte umsetzen, auf fitte, in Sachen Donauraum und EU geschulte junge Akademiker angewiesen.

Als übergeordnetes Ziel verfolge die Ulmer Donauakademie einen Netzwerkgedanken, ergänzt Mayer, es gelte schließlich, das Angebot zu verstetigen. Ein Beispiel dafür sei die Danube Winter School, die Anfang des Jahres nahe Novi Sad stattfand. „Ideal wäre es, in den kommenden beiden Jahren drei bis fünf solcher Summer oder Winter Schools an verschiedenen Standorten im Donauraum zu verwirklichen“, sagt Mayer, der allerdings weiß, dass es dazu weiterer Zuschüsse bedarf.

Finanziell getragen wird die Ulmer Danube Summer School von der Baden-Württemberg-Stiftung und von Sponsoren aus der Wirtschaft, darunter etwa die Sparkasse Ulm und die Wieland Werke.

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