Die CD von Siggi Schwarz und Andreas Kümmert erscheint am Freitag

Das Album ist noch gar nicht auf dem Markt und schon erfolgreich: "Heart & Soul" von Siggi Schwarz und Andreas Kümmert erscheint am Freitag.

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Mit jeder Menge Spaß in Romi Schickles Neu-Ulmer Studio: Andreas Kümmert (links) und Siggi Schwarz.  Foto: 

Der Mann hat Stimme, das weiß man spätestens seit der dritten Staffel der Gesangs-Castingshow „The Voice of Germany“, die dieser etwas zauselige junge Sänger aus Unterfranken für sich entschied. Und der Mann ist sensibel. Das weiß man seit dem Moment, als er Pop-Deutschland vor den Kopf stieß: Bei der Entscheidung, wer Deutschland beim Eurovision Song Contest 2015 vertreten sollte, hatten fast 80 Prozent der Zuschauer für ihn gestimmt. Doch Andreas Kümmert fühlte sich dem Ganzen nicht gewachsen und überließ den Song-Contest der Zweitplatzierten Ann Sophie. Und der Sänger, der in acht Tagen 30 wird, machte auch keinen Hehl daraus, dass er psychisch nicht zu den Stabilsten gehört.

Das Tief scheint überwunden: Im Ulmer Zelt meldete sich der Sänger bereits mit einem fulminanten Konzert mit dem Ulmer Gitarristen Patrick Wieland und Die-Happy-Frontfrau Marta Jandova zurück, und am Freitag erscheint das Album „Heart & Soul“, das Kümmert mit dem Heidenheimer Gitarristen Siggi Schwarz in Romi Schickles  Neu-Ulmer Studio 2 produziert hat.

Die Zusammenarbeit kam eher zufällig zustande: Schwarz hatte ein Konzert von Toto-Sänger Bobby Kimball besucht, in dessen Vorprogramm Kümmert auftrat. „Andreas war klasse, das Publikum raste, Standing Ovations“, erinnert sich Schwarz. Und nach dem Auftritt stürzten sich Journalisten und Leute aus der Musikindustrie auf den Sänger: „Das war wie ein Hai-Angriff.“ Schwarz hinterließ nur seine Visitenkarte und den Hinweis, dass er gerne mal etwas mit Kümmert machen würde. . .

Zwei Tage später rief Kümmert an: Er habe sich erkundigt und in die Alben reingehört, die Schwarz in der Vergangenheit gemacht habe. Und ja, er würde gerne mit dem 58-Jährigen arbeiten.

Doch bevor der erste Ton gespielt wurde, galt es erst einmal, die rechtliche Seite zu regeln, denn Schwarz und Kümmert sind bei verschiedenen Plattenfirmen unter Vertrag. Kümmert bei Universal, Schwarz bei Sony. Und das sind just die beiden  letzten Kontrahenten im Musikbusiness. Als Schwarz bei Universal-Chef Sigi Schuller deswegen anklopfte, half ihm seine musikalische Vergangenheit. Denn in den 80er Jahren spielte Schwarz in der Band VIP, in der auch der spätere Musikmanager Frank Ströbele aus Merklingen mitmischte, und den kennt wiederum Schuller gut.

Der Universal-Chef gab seinen Segen – allerdings nur unter der Bedingung, dass Kümmert keine eigenen Songs singen dürfe, sondern nur Coverversionen. Der Hintergrund: Für den Herbst hat Universal ein neues Kümmert-Album angekündigt, und dem sollte mit der Neu-Ulmer Produktion keine Konkurrenz gemacht werden.

Genau das ist auch der Grund, warum Kümmert nur rund die Hälfte der insgesamt 14 Titel singt. Als die Universal-Leute die ersten Aufnahmen aus Neu-Ulm hörten, bestanden sie darauf, dass noch ein eiterer Sänger mit auf die Platte müsse. Wieder kam Schwarz der Zufall zu Hilfe: „Eine Freundin von mir hatte im Charivari Jessy Martens gehört und war von ihr völlig begeistert.“ Wieder telefonierte Schwarz, und wieder bekam er eine Zusage. Der Vorteil: Kümmert und Martens haben die selbe Stimmlage: „Wir mussten also nichts umarrangieren.“

Das Album erscheint zwar erste am Freitag, ist aber schon höchst erfolgreich, wurde im Saarländischen Rundfunk, im WDR und im MDR zum „Album der Woche“ erklärt. Auf der Internetplattform Amazon ist es allein durch die Zahl der Vorbestellungen mehrere Tage lang das erfolgreichste neue Album gewesen, und im Amazon-Gesamtranking rangiert es in den Top 100. Und das, obwohl „Heart & Soul“ noch gar nicht auf dem Markt ist.

Und wie klingt das Ganze nun? So professionell und geschmackvoll, wie man es von den Produktionen von Siggi Schwarz und Romi Schickle kennt, zumal sie mit Bassist Raoul Walton und Mitgitarrist Geoff  Whitehorn wieder auf internationale  Spitzenkräfte zurückgegriffen haben. Wie gesagt: Dieser Andreas Kümmert hat jede Menge Stimme, und die setzt er auf den Klassikern wie „I Thank You“, „I’d Rather Go Blind“ oder „This Is A Man’s World“ so ein, wie es der Titel des Albums verspricht: mit jeder Menge Herz und Seele.

Meilensteine auf der Landesgartenschau

Orchester „Milestones“ heißt das im vergangenen Jahr erschienene Album mit Hits der Rockgeschichte, das Siggi Schwarz mit Musikern des Philharmonischen Orchesters der Stadt Ulm eingespielt hat. Das Ulmer Orchester unter der Leitung von Joongbae Jee begleitete Schwarz und seine Band nicht nur im Frühjahr im Congress Centrum Ulm, letzte Woche erklangen diese orchestralen Rock-Meilensteine auch auf der Landesgartenschau in Öhringen. Ein umjubeltes Gastspiel.

Wiblinger Klosterhof Rockig orchestral wird es auch am 18. August im Wiblinger Klosterhof. Dann tritt Schwarz wieder mit Orchester auf – allerdings mit Musikern, die wegen der Theater-Sommerpause aus mehreren Orchestern stammen und deswegen auch unter dem Namen Ulmer Symphoniker firmieren.

Neue Songs  Im Klosterhof ist dann neben Andrew Carswell noch ein Sänger mit dabei, der mit der Manfred Mann’s Earthband Rockgeschichte geschrieben hat: ChrisThompson. Der hat Orchester-Arrangements für Songs wie „Blinded By The Light“, „Davy’s On The Road Again“ oder „I Came For You“ im Gepäck. Noch ein Urgestein kommt: Gitarrist Frank Diez, der seine Karriere bei Atlantis und Frumpy startete und lange Jahre zur Band von Peter Maffay gehörte. Diez jammte auch noch mit Jimi Hendrix – bei dessen letztem Auftritt im September 1970 beim Love-and-Peace-Festival auf Fehmarn.

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Kommentare

12.07.2016 12:57 Uhr

Das Album

hmmm, ich kaufe das nicht, ich fühle mich dem Ganzen nicht gewachsen ;)

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