Die Ärzte haben nun Tageslicht

Am Montag ging es los: Der erste Patient wurde in einen der acht neuen Operationssäle des Bundeswehrkrankenhauses Ulm geschoben.

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Seit sechs Jahren laufen an der Ulmer Bundeswehrklinik auf dem Oberen Eselsberg die Sanierungsarbeiten, parallel zum Krankenhausbetrieb. Vor zwei Jahren haben diese Arbeiten den OP-Trakt erreicht: Acht neue, hochmoderne Operationssäle wurden an den bestehenden OP-Bereich angebaut. Am Montag ging es los. Sobald alle acht Säle zur Verfügung stehen, werden zwei weitere aufgebaut. "Zehn OP-Säle brauchen wir, um unsere Klinik mit Operationskapazitäten versorgen zu können", sagt Professor Lorenz Lampl, Chef der Anästhesie der Klinik.

Bis zur Eröffnung des neuen OP-Trakts musste das Bundeswehrkrankenhaus mit nur zwei Operationssälen für Notfälle auskommen. Routineeingriffe wurden auf diese Woche verschoben. Denn der Umzug der Geräte und das OP-Material aus dem alten OP-Bereich hat bereits früher begonnen. Die neuen Säle sind als steril abgenommen, die Ärzte und OP-Pfleger mussten mit den hochmodernen Hightech-Geräten üben. "Wir können schließlich nicht erst mit den Patienten auf dem OP-Tisch loslegen", sagte Oberstarzt Burkhardt Danz.

Die Sanierung einer großen Klinik der Maximalversorgung im laufenden Betrieb ist eine minutiöse Generalstabsarbeit, sagt Oberfeldarzt Gerd Kremers. Die Abstimmung mit den Bauleuten ist schwierig: Die wollen schnell vorankommen, aber der Augenarzt könnte keine mikroskopische Fein-OP am Auge eines Patienten vornehmen, wenn draußen gleichzeitig Abbrucharbeiten liefen. Immer wieder mussten in den vergangenen Jahren Abteilungen umziehen, um Bereiche für die Arbeiter frei zu machen. Aber es funktioniert, sagt Kremers.

Bei der Besichtigung des neuen OP-Trakts sind Mediziner und Journalisten kaum auseinanderzuhalten: Alle tragen OP-Kittel, Kopf- und Mundschutz und OP-Pantoffel in Grün. Es herrschen OP-Bedingungen. Die Räume sind wesentlich freundlicher, großzügiger. Es gibt zentral vier Säle, in denen die Patienten auf die Narkose vorbereitet werden. Das ist anders als im alten Teil, da hatte jeder OP-Saal ein Narkosezimmer vor- und eines nachgeschaltet. So haben ist Platz gewonnen: Jeder Quadratmeter im OP-Bereich ist teuer, sagt Kremers.

Aber es ist auch für die Operateure angenehmer: Sie haben Tageslicht. Die Glaswände nach außen sind verspiegelt, damit man hinaus, aber nicht hineinschauen kann. Und im Zweifel wird eine Jalousie heruntergelassen.

Die Ausstattung ist neu und hochmodern. In die OP-Lampe ist eine Kamera eingearbeitet, die die OP-Bilder auf Monitore überträgt. Die Ärzte sollen freie Sicht auf die Bildschirme haben, aber die Bilder können auch aufgezeichnet werden für Lehrzwecke oder fürs Krankenhausarchiv.

Zwei der acht Säle haben eine spezielle Ausstattung. Der eine der Neurochirurgen verfügt über einen riesigen Computertomographen. Kommen Unfallopfer mit einem Schädel-Hirn-Trauma in die Notaufnahme, können sie künftig in einem Durchgang notoperiert und danach untersucht werden, ob weitere Eingriffe nötig sind. Bislang mussten die Patienten erst durch den Aufwachraum raus, in die Röntgenabteilung rein, dann notfalls wieder zurück in den OP. Dadurch wurde wertvolle Zeit verloren. "Das macht viel aus", sagt Professor Heinz Maier, Chef der HNO-Ärzte der Klinik. "So eine Ausstattung findet man in nur wenigen Kliniken in Süddeutschland."

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