Diakonie-Herberge feiert Jubiläum

An Weihnachten ist nie genug Zeit, darum wurde das Jubiläums-Fest "zehn Jahre Diakonie-Herberge am Heiligen Abend" in Neu Ulm am Sonntag nachgeholt. Mit Dank von den Gästen und an alle Mitarbeiter.

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Herbert Vieth, langjähriger Gast der Herberge, berichtete über seine positiven Erfahrungen. Foto: Barbara Hinzpeter

"Den Heiligen Abend allein zu verbringen, ist grausam. Ich konnte das nicht mehr ertragen. Und dann bin ich auf das Angebot der Diakonie-Herberge am Heiligen Abend aufmerksam geworden - und ich konnte es gar nicht fassen, wie herzlich und freundlich ich aufgenommen wurde von Menschen, die mich gar nicht kannten." Herbert Vieth berichtete am Sonntag von seinen Erfahrungen als Gast des Angebots, das es jetzt seit zehn Jahren gibt. Der gebürtige Kölner kam vor 20 Jahren beruflich in die Region und hat als Rentner hier wenig Kontakte und keine Familie.

In der Petruskirche wurde das zehnjährige Bestehen der Diakonie-Herberge gefeiert - mit Gästen, ehrenamtlichen Helfern und Unterstützern aller Art. 2003 hat das Diakonische Werk Neu-Ulm zum ersten Mal am Heiligen Abend sein Angebot für einsame, arme, heimatlose oder psychisch kranke Menschen gemacht, um gemeinsam ein paar schöne Stunden zu verbringen, ein warmes Essen und Gesprächspartner zu haben. Vorbild dazu war ein ähnliches Angebot der Diakonie in Kempten.

Im ersten Jahr kamen acht Gäste. Seither ist die Zahl kontinuierlich gestiegen, an Weihnachten 2012 waren es mehr als 250 Gäste. Die steigenden Besucherzahlen machten es auch nötig, 2009 vom Dekanat am Petrusplatz in den Barfüßer am Donauufer umzuziehen.

"Das Essen ist immer toll und sehr lecker; die Organisation ist so gut, als würden die Mitarbeiter nie etwas anderes tun; und in der Geschenk-Tüte, die jeder mit nach Hause bekommt, ist richtig was drin, alles nützliche Sachen. Es ist einfach schön, dass es die Herberge gibt. Und ich hoffe, dass sie uns noch lange, lange erhalten bleibt." Die Worte Vieths berührten die Zuhörer bei der Feier spürbar.

Heike Bayer - die "Mutter der Herberge", wie Dekanin Gabriele Burmann sagte - würdigte das ehrenamtliche und oft langjährige Engagement der rund 50 Helfer, die an Heilig Abend inklusive Vor- und Nachbereitung mitwirken. Bayer dankte auch den vielen Geld- und Sachspendern, die die Diakonie-Herberge möglich machen. Denn einen eigenen Etat gebe es nicht.

Die Predigt des Festgottesdiensts in der Petruskirche hielt Michael Bammessel, der Präsident der Diakonie Bayern. Er sagte, ein Angebot wie die Neu-Ulmer Herberge sei ein Angebot "gegen den Trend einer Gesellschaft, die auf Leistung und Erfolg getrimmt ist". Für Menschen, die ein "zerbrochenes Herz" oder Brüche in ihrem Leben haben, sei es ungeheuer wichtig, an diesem "sensibelsten Abend des Jahres einen Ort zu haben, an den man hingehen kann". In einem solchen Schutzraum könnten sie erfahren, dass auch sie angenommen sind von Gott. Bammessel sprach von einem "Evangelium der Hände".

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