Deutlich mehr Asylbewerber

Aufgrund des Bürgerkriegs in Syrien und anderen Konflikten im Nahen Osten steigt die Zahl der Asylbewerber. Das berichteten die schwäbischen Landräte.

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Noch Anfang des Jahres war im Regierungsbezirk kein Asylbewerber dezentral untergebracht, weil noch ausreichend Wohnraum in Gemeinschaftsunterkünften vorhanden war. Das hat sich grundlegend geändert, berichteten schwäbische Landräte bei einer Arbeitstagung des Bezirksverbands Schwaben des Bayerischen Landkreistags in Schwaighofen. Die Asylbewerberheime sind voll. "Die etwa 400 neuen Plätze in Gemeinschaftsunterkünften, die wir im letzten Jahr geschaffen haben, reichen nicht aus", erklärte Gebhard Kaiser, Bezirksvorsitzender und Landrat im Oberallgäu.

Anfang des Jahres seien noch mehr als 1600 Asylbewerber in Schwaben in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht gewesen, berichtete Regierungspräsident Karl Michael Scheufele. Nach einer amtlichen Prognose werden es Ende 2012 etwa 700 mehr sein. Dazu kämen Flüchtlinge, die dezentral, also in Wohnungen, eingemietet wurden. Davon seien in Schwaben derzeit 117 registriert.

Wegen dieser steigenden Zahlen habe Schwaben als letzter Bezirk in Bayern zur dezentralen Unterbringung dieser Hilfesuchenden übergehen müssen. Jeder Landkreis bekomme daher, entsprechend seiner Bevölkerungszahl, Asylsuchende zugewiesen, mit der Maßgabe, diese in Städten und größeren Gemeinden einzuquartieren, sagte Scheufele. Nach Hochrechnungen müssten die schwäbischen Landkreise bis Ende 2012 noch für 273 Asylbewerber ein Dach über dem Kopf finden. Dies sei alles andere als einfach, "weil es auf dem Wohnungsmarkt derzeit kaum Leerstände gibt", sagte Kaiser. "Es wäre nicht akzeptabel, wenn sich die Landkreise und deren Gemeinden aus der Verantwortung stehlen würden", sagte der Neu-Ulmer Landrat Erich Josef Geßner. "Eine pauschale Ablehnung kommt nicht in Frage."

Bis zum Schuljahr 2013/14 soll an allen größeren Schulen in Schwaben und damit auch im Landkreis Neu-Ulm ein einheitliches Kennzeichnungssystem für alle Räume im Schulgebäude eingeführt werden. Vorbild für dieses "Einheitliche Orientierungssystem Schule" (EOS) ist Baden-Württemberg. Dort war EOS als Reaktion auf die Erfahrungen beim Amoklauf in Winnenden angewandt worden. Dabei werden alle Klassenräume, Fach-, Technik- und Lagerräume sowie Büros fortlaufend durchnummeriert. Vor die laufende Raumnummer kommt die Geschosszahl, von 0 für das Erdgeschoss bis 2 für den zweiten Stock. Bei mehreren Schulgebäuden erhält jedes seine spezielle Farbkennung. In Notfällen, von Bränden bis zu einem Amoklauf, können Schüler und Lehrer Einsatzkräfte dadurch schnell und zuverlässig darüber informieren, wo sie sich gerade befinden und wohin die Helfer schnellsten kommen müssen, um Leben zu retten.

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