Der VfB und das Miteinander auf dem Eselsberg

Der VfB Ulm will nicht nur Sportvereins-, sondern auch Stadtteilzentrum werden. Ein Leitbild für gutes Beieinander soll den Weg ebnen.

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VfB-Vorsitzender Bertram Holz (mit Vorgängerin Dorothee Kühne): Der Verein sei  wichtig.  Foto: 

1874 Mitglieder hat der VfB Ulm und fühlt sich damit  gut aufgestellt. Trotzdem setzt man am Eselsberg auf den Sportentwicklungsplan, der im Herbst die zukünftige Arbeit der jeweiligen Sportvereine in der Stadt mit finanziellen Zuschüssen maßgeblich verändern soll. „Wir müssen sozialraumorientiert und wohnortnah denken“, sagte VfB-Vorsitzender Bertram Holz auf der Mitgliederversammlung. Das bedeute für den einzigen Sportverein im  rund 18 000 Einwohner zählenden Stadtteil: mit modernen Sportanlagen den Ansprüchen der Bevölkerung gerecht werden.

Die wachsende Wissenschaftsstadt, neue Wohngebiete und die künftig entstehenden bis zu 900 Wohnungen auf dem Gelände der Hindenburgkaserne seien auch für einen Sportverein eine Herausforderung. „Der VfB braucht ein Gemeinschaftsgefühl, er soll Marke sein und unterstützend helfen, dass die gemischte Sozialstruktur am Eselsberg zusammenwächst“, sagte Holz.

Eine Zielsetzung des Vereins sei es, ein „Stadtteil- und Sportvereinszentrum“ zu schaffen, das neben derzeit 14 Vereinsabteilungen auch verbesserte Angebote schafft wie ein Seniorencafé, Fitness- und Gesundheitssport, Präventionsprogramme. Ein erster Schritt für eine  Profilierung ist schon in Arbeit: Es wird ein Leitbild erarbeitet.

„Wie wollen wir sein?“, fragte Annette Schmidt rhetorisch und zählte beispielhaft auf: integrativ, tolerant, zukunftsorientiert. „Wir wollen ein Stoppschild gegen Intoleranz setzen und uns das gute Miteinander auf dem Eselsberg auf die Fahnen schreiben, deshalb das Leitbild“, sagte Schmidt, die dem Vereinsvorstand angehört. Dieses Miteinander gehe von Kursen wie „Babys in Bewegung“ bis zur Rollator-Gymnastik. Auch auf dem Eselsberg lebende Flüchtlinge sollen stärker in das Vereinsleben eingebunden werden. Dafür wurde eigens mit Johannes Schuch ein Flüchtlingskoordinator benannt, der sowohl an der Initiative Runder Tisch Eselsberg teilnimmt, als auch in der Unterkunft in der Hindenburgkaserne vor Ort ist, um die Teilhabe der Geflüchteten am Vereinssport des VfB zu ermöglichen.

Versucht wird, Ulmer Firmen stärker ins Vereinsgeschehen einzubeziehen. Am 8. Juli wird daher auf dem Sportgelände am Eselsberg vor der traditionellen Vereinshockete ein Firmen-Fußball-Turnier ausgetragen, bei dem sich mehr als 20 Firmen aus dem Stadtgebiet messen.

Neben diesen sozialraumorientierten Bemühungen hat der Verein im vergangenen Jahr auch sportliche Erfolge zu verzeichnen gehabt: Beim Baseball stellt die Jugendmannschaft im U12-Bereich zwei Nationalspieler; Carina Conzelmann aus der Frisbee-Mannschaft belegte mit der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft den fünften Platz; ab kommender Saison gibt es wieder eine A-Mannschaft im Fußball sowie eine Jugendmannschaft im Lacrosse; und auch die Rugby-, Tennis- und Tischtennisspieler waren erfolgreich. „Aber das Schönste ist, dass man mit den Baby-Turn-Kursen von Geburt an Mitglied werden kann im VfB“, sagte der zweite Vorsitzende Uli Scheitenberger.

 

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