Der neue Münsterbaumeister Michael Hilbert über erste Eindrücke von Ulm

Michael Hilbert wird der neue Münsterbaumeister in Ulm. Der 50-Jährige ist Architekt mit langjähriger Erfahrung im Denkmalschutz: „Der Spagat zwischen Alt und Jung hat mich schon immer gereizt.“

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Geht schon mal auf Tuchfühlung mit den historischen Werkstücken des Ulmer Münsters: der neue Baumeister Michael Hilbert.  Foto: 

„Das Münster ist ein Gebäude, das mich sehr beeindruckt. Einerseits ist es ein nationales Baudenkmal von besonderem Rang, andererseits wird es ständig genutzt von einer aktiven Kirchengemeinde.“ Michael Hilbert wird in Zukunft viel mit dem Gebäude zu tun haben, denn er wurde am Mittwochabend von der evangelischen Gesamtkirchengemeinde zum neuen Münsterbaumeister gewählt.

Ein bisschen kennt der 50-jährige Architekt aus Stuttgart die Situation in Ulm bereits, denn er ist seit Anfang Januar kommissarischer Leiter des Münsterbauamts. Im Herbst – als feststand, dass Vorgängerin Ingrid Helm-Rommel Ende 2012 aufhört, und erst ein Nachfolger gesucht werden musste – wurde er darum gebeten. „Weil ich während meines beruflichen Werdegangs viel Erfahrung mit Denkmalschutz gesammelt habe“, berichtet Hilbert. 2003 wurde er für die Restaurierung des Gasthauses Krone in Bonfeld bei Heilbronn – ein Fachwerkhaus, das früher auch Poststation war – mit dem Denkmalschutzpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. „Der Spagat zwischen Alt und Jung hat mich schon immer gereizt“, sagt Michael Hilber. Eines seiner jüngsten Projekte war der Umbau einer Jugendstil-Maschinenhalle zu einem Hörsaal-Gebäude für die TU Darmstadt.

Geboren in Reutlingen, war Hilbert nach dem Abi hin- und hergerissen zwischen den Berufsfeldern Kunst, Kunstgeschichte und Architektur. Während eines ersten Orientierungssemesters „habe ich gesehen, dass in der Architektur alles vereint ist“, damit war die Entscheidung gefallen. Sein Studium absolvierte er in Frankfurt und Biberach.

Seine erste Stelle führte ihn 1990 ins Architekturbüro von Otto Steidle, der damals die Uni auf dem Oberen Eselsberg baute. „Ich habe also schon mal zwei Jahre in Ulm gewohnt und gearbeitet.“ Nach einer kurzen Zwischenstation als freier Architekt in Reutlingen ist er seit 1998 einer von vier Teilhabern der K + H Architekten und Generalplaner in Stuttgart. Das Büro hat inzwischen 28 Mitarbeiter.

Bei der Arbeit am Ulmer Münster schätzt er das hohe Niveau, auf dem gearbeitet wird, bei der Steinkonservierung wie bei der Glasrestaurierung. Auch das Team der Bauhütte hat er als hochmotiviert kennen gelernt. Und Hilbert schreckt es nicht, dass das Amt für Denkmalschutz „eine hohe Präsenz“ am prägenden Ulmer Kirchenbau hat: „Ich finde es spannend, auf diese Weise mit den besten Fachleute, die Baden-Württemberg zu bieten hat, zusammenzuarbeiten.“

Und was sagt er als Architekt zu dem, was sich in Ulm so tut? „Das, was sich alles an der Neuen Straße verändert hat, finde ich unwahrscheinlich spannend und urban. Das Stadthaus von Richard Meier, dessen Entstehung ich 1991/92 mitangesehen habe, finde ich nach 20 Jahren ganz klasse, gut und schön. Auch vom Ulmer Museum bin ich begeistert. Ich finde, in Bezug auf Architektur ist in Ulm der Puls der Zeit zu spüren.“

Michael Hilbert wird voraussichtlich zum 1. Juli offiziell als neuer Münsterbaumeister anfangen und dann öfter als die bisherigen zwei Tage pro Woche in Ulm sein.

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