Der Ashram-Verein Sri Durgamayi Ma ist seit 18 Jahren aktiv

Die meisten Ulmer kennen das orangefarbene Haus des Ashram Brindavon an der Ecke König-Wilhelm-Straße nur von außen.

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Manche haben vielleicht einmal beim Tag der offenen Tür zugunsten der Aktion 100.000 und Ulmer helft einen Blick nach innen geworfen, beim Kirtansingen mitgemacht, an einer Meditation teilgenommen oder einfach nur die Stille der Tempelräume genossen. Wer aber betreibt den Ashram? Es ist ein gemeinnütziger Verein.

In der Präambel des Sri Durgamayi Ma Ashram e.V. heißt es: „Frieden in unserer menschlichen Gesellschaft ist nur dadurch zu erreichen, dass wir Frieden in uns selbst finden. Diesen Frieden zu schaffen, ist ein besonderes Anliegen aller Religionen. Dazu ist es notwendig, nicht das Trennende zu betonen, sondern das Gemeinsame zu finden, nicht die Unterschiede hervorzuheben, sondern das Verbindende zu erkennen und zu leben. Der Sri Durgamayi Ma Ashram e.V. sieht seine Aufgabe darin, religiöse Erfahrungen wiederzubeleben, damit jeder seinen Weg zum inneren Frieden finden kann.“

Im Ashram am Ostplatz lebt auch eine spirituelle Gemeinschaft, zu der im Moment 25 Erwachsene und drei Kinder gehören. „Ich liebe es, hier zu leben, denn so kann ich mich mitten in dieser Welt auf meinen spirituellen Weg ausrichten. Es ist einfach schön mit so vielen Menschen in einer Gemeinschaft zu leben, die alle dasselbe Ziel und denselben spirituellen Meister haben“, sagt Nandi, 42 Jahre alt und von Beruf Freizeitpädagoge, der seit zehn Jahren im Ashram Brindavon lebt.

Der Ashram ist zugleich der Sitz des Vereins und der Ort, an dem Mitglieder und Besucher sich in der Praxis des Bhakti-Yoga, dem „Weg der liebenden Hingabe an das Göttliche“, üben können. Dieser Weg ist unabhängig davon, welcher Religion man sich zugehörig fühlt. Das Wort „Ashram“ bedeutet „Ort des Übens“ und bezeichnet einen Platz der Besinnung, der inneren Einkehr und der spirituellen Praxis. In Indien bezeichnet es vor allem den Ort, an dem ein spiritueller Meister lehrt und an dem ihm seine Schüler begegnen können. Der Ashram wird von der deutschen spirituellen Meisterin Sri Durgamayi Ma geleitet, die ihre Schüler Mataji rufen, was verehrte Mutter bedeutet.

Zu Beginn der 70er Jahre fand Mataji zu ihrem Meister Sri Neem Karoli Baba in Indien. „Mit seiner Unterweisung erlangte Mataji inneren Frieden und kehrte 1981 als ein von sich selbst befreiter Mensch nach Deutschland zurück“, schreibt der Verein in einer Information. Eine Gruppe von Matajis Schülern gründete 1997 den Ashram-Verein aus dem tiefen Wunsch heraus, einen Ort zu schaffen, an dem dieser Weg zum inneren Frieden von jedem, der das möchte, geübt werden kann. Ihre Schüler wollen so mit zum Frieden in der Welt beitragen.

Teil dieses Weges sei die spirituelle Praxis der täglichen Lichtzeremonie „Aarti“, die morgens und abends an das „göttliche Licht im Herzen aller Menschen“ erinnern soll. In Indien ist die Aarti die traditionelle Form der Verehrung des Göttlichen, wie sie in den öffentlichen Tempeln und auch in den Familien zu Hause praktiziert wird. Die Teilnehmer schwenken dabei vor dem Bild der Gottheit ein Licht, um so an das Feuer in ihren Herzen zu erinnern. Das muss brennen, um seinen Weg nach innen im Glanz dieses Feuers zu finden.

Weitere wichtige Übungen seien die gemeinsame Meditation, das Mantrasingen und Matajis Darshan – das Sein in ihrer Gegenwart. Jeder ist dazu eingeladen, den Ashram zu besuchen oder an den verschiedenen Übungen teilzunehmen. Auch der Ashramladen „Hier und Jetzt“ im Nachbarhaus gehört zum Ashram-Verein. Hier findet man diverse Geschenkartikel, vieles natürlich aus Indien, und einen kleinen, liebevoll eingerichteten Secondhand-Bereich.

 

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