Dennis Kellys "Unser Lehrer ist ein Troll" im Podium des Theaters

Rasant, laut, witzig - aber auch hintersinnig: Cordula Jungs hat Dennis Kellys Kinderstück "Unser Lehrer ist ein Troll" im Podium des Theaters Ulm effektvoll und unterhaltsam in Szene gesetzt.

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Nimmt die Schüler an die Kandare: Aglaja Stadelmann (Mitte) als Troll mit Renate Steinle und Raphael Westermeier. Foto: Jochen Klenk

"Unser Lehrer ist ein Troll", sagen die Zwillinge Sean und Holly zu ihrer Mutter, als sie von der Schule kommen. Die rührt aber nur hektisch in ihrer Schüssel und glaubt den Kindern nicht. "Ab ins Bett!", ruft sie stattdessen. Dabei stimmt, was ihre Kinder sagen. Ihr neuer Schulleiter Mr. Aarrr ist wirklich ein Troll, die Kinder in einer Goldmine schuften lässt und ihnen, wenn sie ungehorsam sind, seine fünf Meter lange, lila Zunge um den Hals wirft, sie erwürgt und mit Haut und Haaren verschlingt.

Der Titel des Kinderstücks "Unser Lehrer ist ein Troll" von Dennis Kelly, das jetzt im Podium des Theaters Ulm Premiere hatte, ist Programm. Immer wieder versuchen sich Sean und Holly mit diesem Satz Gehör zu verschaffen, immer wieder scheitern sie. Keiner glaubt ihnen, ihre Mutter nicht, der Schulrat nicht, der Polizist nicht, der Premierminister nicht.

Cordula Jung inszeniert das gut einstündige Stück für Kinder ab elf Jahren rasant, laut und witzig. Einen großen Teil der Bühne hat Britta Lammers als Bällebad präpariert, in das Raphael Westermeier und Renate Steinle als Sean und Holly immer wieder schwungvoll hineinspringen, dass die Bälle fliegen. Sie rennen über die Bühne, schichten gelbe Schaumstoffklötze als Goldklumpen aufeinander und jedes Mal wenn ein Kind einen Kopf verliert, platzt ein Luftballon.

Aglaja Stadelmann spielt einen ekelerregenden Troll mit Buckel, dickem Bauch und riesigen, mit Warzen übersäten Pranken. Sie schaut grimmig, schmatzt, sabbert, rülpst. Der besondere Clou: Aglaja Stadelmann spielt nicht nur den Troll, sondern auch die Erwachsenen, die nicht zuhören - in allen von ihnen steckt somit ein Troll. Schließlich gibt es doch einen Ausweg aus der Situation: Während die Dramatik des Stücks bis zum etwas abrupten Ende hin zunimmt und die Bühne unter umgekippten Stühlen, herumliegenden Bällen und goldenen Schaumstoffklötzen im Chaos versinkt, hat der fiese Troll eine Idee.

Info Die Aufführungen im März: am 11. 15., 16. und 22. März im Podium des Theaters Ulm. Karten an der Theaterkasse (0731/1616-4444).

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