Den Jugendlichen auf der Spur

Kontakt suchen zu Jugendlichen dort, wo sie sind - das leistet die mobile Jugendarbeit. In Ulm gibt es sieben solcher Fachkräfte für Streetwork, die über ihre Arbeit im Jugendhilfe-Ausschuss berichteten.

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Sieben mobile Jugendarbeiter gibt es für alle fünf Ulmer Sozialräume. Die zwei Frauen und fünf Männer teilen sich 5,75 Stellen. Heinz Ruhland berichtete als Fachkoordinator für Jugendarbeit im Jugendhilfe-Ausschuss des Gemeinderats über die Arbeit. Ruhland und sein Team hatten nicht die übliche Powerpoint-Präsentation vorbereitet, sondern einen siebenminütigen Film, der die Arbeit dokumentiert.




Die vier Arbeitsfelder sind:

Streetwork: Die mobilen Jugendarbeiter gehen raus zu den Treffpunkten der jungen Leute, knüpfen Kontakte, pflegen Beziehungen und bieten sich als Gesprächspartner und Vermittler an.

Cliquen-/Gruppenarbeit: Treffpunkte und Aktionen für bestehende Gruppen anbieten.

Einzelfallhilfe: Beraten, unterstützen und begleiten in den unterschiedlichsten Lebens- und Problemlagen und vermitteln von weitergehenden Hilfsangeboten.

Sozialraumorientierte Arbeit: Vermitteln von Kontakten im Viertel, Einflussnahme auf die soziale Infrastruktur mit dem Ziel, Vorurteile abzubauen.

Feste Anlaufstellen hat die mobile Jugendarbeit in der Bockgasse 16, im Inseltreff Weststadt, im Jugendhaus Eselsberg, in der Biberacher Straße 39 in Wiblingen, im Bürgertreff Böfingen und im Jugendtreff am Eichbergplatz 9.

Ruhland machte deutlich, dass viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen mehrschichtige Probleme haben: Arbeits- und Perspektivlosigkeit, familiärer oder schulischer Ärger und finanzielle Schwierigkeiten. Grundlage der Arbeit ist eine persönliche Beziehung zu den Klienten. "Es gibt bei uns keinen erhobenen Zeigefinger", ergänzte Franziska Walk von Team. "Wir kümmern uns um die Probleme, die Jugendliche haben, und nicht um die, die sie machen." Die Arbeitszeiten sind häufig nachmittags und abends.

Helmut Hartmann-Schmid als Leiter der Abteilung Familie, Kinder und Jugendliche (FAM) der Stadt Ulm, sprach über mögliche Veränderungen, die derzeit überlegt würden: Zum einen das Aufstocken der 60-Prozent-Stelle in der Weststadt, die der größte Sozialraum ist und im Gegensatz zu Wiblingen (180 Prozent) und Mitte/Ost (175 Prozent) vergleichsweise schwach besetzt ist. Bezahlt werden könnte das aus Überschussgeldern aus einem anderen Topf (siehe Info-Kasten). Außerdem sei es wünschenswert, dort eine Anlaufstelle ähnlich der Bockgasse 16 für Mitte/Ost einzurichten, der nicht so weit abseits wie das Jugendhaus Insel liegt.

Die Mitglieder des Ausschusses lobten die Arbeit des Teams der Jugendarbeit. Lisa Schanz (SPD) wollte darüber hinaus wissen, ob es besondere Schutzmaßnahmen für die weiblichen Team-Mitglieder gebe, wenn sie nachts allein unterwegs seien. Darauf sagte Franziska Walk: "Wir sind nur in Zweier-Teams unterwegs. Und ich empfinde die Gefahr nicht als groß, weil die Klienten uns kennen. Bisher ist nie etwas passiert."

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