Demenz-Projekt ist fest verankert

Aus dem Projekt Demenz des Diakonieverbands ist eine feste Größe geworden. Der Bedarf ist absolut da. Die Stadt steuert dafür ein fixes Budget bei.

|

Für Otto Frey steht völlig außer Frage: "Wir müssen Strukturen schaffen, dass jemand in Würde seine Orientierung verlieren kann." Sagt der Geschäftsführer des Diakonieverbands Ulm/Alb-Donau angesichts einer wachsenden Zahl von Menschen, die an Demenz erkranken, und: "Daran kann man ein Gemeinwesen messen." Inwieweit es nämlich für die Menschen da ist.

Zu diesen Strukturen gehört die Beratungsstelle "Projekt-Demenz" der Diakonie, die seit 2004 zunächst die Situation in Stadtteilen und Sozialräumen ermittelt und darauf aufbauend ein Informations-, Hilfs- und Schulungsangebot aufgebaut hat, das Kranke unterstützen und Angehörige entlasten soll. Der Projektcharakter ist längst überholt. So unterstützt die Stadt Ulm die Einrichtung unter anderen jetzt über eine eigene Budgetvereinbarung für zunächst drei Jahre mit jeweils 10 000 Euro. Walter Lang, Abteilungsleiter bei der Stadt für Ältere, Behinderte und Integration: "Dafür gibt es einen nachhaltigen Bedarf."

Stadtrat Ralf Milde fragte im Rathaus zugespitzt nach: Wie dement ist Ulm?" Sachgebietsleiter Claudius Faul bricht dafür die Zahlen der Kassen auf Ulm herunter und kommt damit auf derzeit 1200 bis 1500 direkt Betroffene, im Jahr 2050 habe man mit 2500 zu rechnen. Frey konkretisiert: "Bei 1500 Menschen sind es mit Angehörigen 5000 insgesamt, die für ihre Alltags- und Lebensgestaltung Hilfe brauchen."

Stadträtin Karin Graf fragte nach, ob und wie die einzelnen Angebote voneinander abgegrenzt seien. Lang spricht von verschiedenen Herangehensweisen ans Thema, "und das ist gut so". Wohnberatung beim Paritätischen Sozialdienst, Gedächtnissprechstunde im RKU, medizinische Versorgung im Bethesda, "alle sind sehr gut vernetzt". Er beurteilt das letztlich so: "Wir müssen wenig Sorge haben auf die Zukunft gesehen." Frey hält fest: "Wir machen uns keine unnötige Konkurrenz."

Was das Diakonie-Projekt selber angeht, ist es beispielhaft für die Gesprächskreise für Menschen mit beginnender Demenz. In Gesprächscafés wird versucht, die Scham Betroffener beim ersten Kontakt mit der Krankheit zu überwinden, um dann Fragen anzusprechen, die bald anstehen können: Führerschein? Sorgevollmacht? Das große Ziel bei all dem ist aber, dass Demenzkranke weiter zu Hause leben können.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ulmer Innenstadthandel klagt über Gewalt und Drogen

Bei Regen und Kälte ist nur wenig zu sehen von den unhaltbaren Zuständen, die einige Geschäftsleute auf der Bahnhofstraße beklagen. Doch es gibt sie, auch wenn es derzeit eher entspannt zugeht. weiter lesen