Debatte im Gemeinderat: Hat Sanierung der Schultoiletten Priorität?

Schulsanierung ist ein unendliches Thema. Im Ulmer Gemeinderat gab es jetzt Kritik an den Verzögerungen beim Abarbeiten der Prioritätenliste. Ein Thema war die Sanierung der Schultoiletten.

|
Vorherige Inhalte
  • Barbara Münch: Toiletten sanieren! Foto: Matthias Kessler 1/4
    Barbara Münch: Toiletten sanieren! Foto: Matthias Kessler
  • Ulrike Lambrecht: Keine Extras im Wahljahr! Foto: Privat 2/4
    Ulrike Lambrecht: Keine Extras im Wahljahr! Foto: Privat
  • Karin Graf: Zeitnah agieren! Foto: Maria Müssig 3/4
    Karin Graf: Zeitnah agieren! Foto: Maria Müssig
  • Erik Wischmann: Mehr Disziplin! Foto: Privat 4/4
    Erik Wischmann: Mehr Disziplin! Foto: Privat
Nächste Inhalte

Stolze 14,2 Millionen Euro stehen im Ulmer Haushalt für 2013 unter der Rubrik Bildungsoffensive. Davon entfallen 11,5 Millionen auf den vorschulischen Bereich (Ausbau der Krippenplätze für U3-Kinder, Sprachförderung in der Kita und ähnliches) und 2,85 Millionen auf den schulischen Bereich (Zuschuss für die Betreuung im Rahmen der verlässlichen Grundschule und die Ganztags- inklusive der Ferienbetreuung). Im jüngsten Fachbereichsausschuss Bildung und Soziales gaben die Stadträte dazu einhellig ihren Segen.

"Wir stehen voll dahinter: Bessere Betreuung hilft den Kindern, und sie ist auch gut für die Eltern, weil sie der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf dient", sagte Barbara Münch (CDU). Im Hinblick auf das kommende Jahr 2014 aber regte sie an, wieder mehr die Schulen in den Blick zu nehmen und vielleicht "eine konzertierte Aktion zur Sanierung der Schultoiletten" zu starten. Das sei insbesondere in den Ganztagsschulen wichtig.

Daraufhin entspann sich eine kontroverse Debatte. Ulrike Lambrecht (Grüne) sprach sich gegen derartige "Sonder-Maßnahmen im Wahljahr" aus. Sie kritisierte aber auch die Stadt, genauer die Abteilung Gebäudemanagement (GM), die ihre Prioritätenliste nicht zeitgerecht abarbeite. "Das Procedere funktioniert schlicht nicht überall." Dem schloss sich Dr. Karin Graf (CDU) an: "Da gibt es ein evidentes Problem", Beispiel: die maroden Fenster der Multscher-Schule, deren Zustand seit Jahren bekannt sei. "Das passiert nicht über Nacht."

Bürgermeisterin Iris Mann nahm die Verwaltung in Schutz und erklärte das Vorgehen, dass Vertreter von GM sowie Bildung und Sport jedes Jahr alle Schulen besuchten, um eine Prioritätenliste für die Sanierung aufzustellen. "Ich bitte Sie als Stadträte, sich nicht jedes Details anzunehmen und Einzelanträge zu stellen, weil das die Arbeit des GM stört." Dann seien die Mitarbeiter gezwungen, ihre Arbeit zu unterbrechen, den Einzelfall zu klären und eine Beurteilung zu machen. Diese Zeit fehle anderswo. Also seien die Anträge kontraproduktiv.

Gerhard Semler, Leiter der Abteilung Bildung, fügte an, dass er Fotos von frisch sanierten Schultoiletten habe, die nach kurzer Zeit wieder schlimm aussähen. "Das Problem ist dabei: Das machen die Schüler selbst." Das nahm Erik Wischmann (FDP) auf, um einen Vorschlag zu entwickeln: "Die Frage ist, ob wir künftig auf einen vandalensicheren Standard gehen sollen. Das kostet zwar im ersten Moment mehr, ist aber länger haltbar und spart damit mittel- und langfristig Kosten." Er monierte darüber hinaus, dass Werte wie Disziplin und Ordnung in der Erziehung heutzutage kaum noch von Bedeutung seien.

Reinhold Eichhorn (FWG) sagte am Ende: "Ich verstehe die Diskussion über die ganzen Einzelanträge nicht. Wir können nicht alle Wünsche befriedigen, weil wir das gar nicht bezahlen können. Daher sollten Gemeinderäte auch nicht jedem Schulleiter nachspringen. Wir sollten uns an unsere eigene Prioritätenliste halten."

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Eine rauschende Nacht der Wohltätigkeit

Schon zum zwölften Mal stieg die Charity Night. Erstmals in der Ratiopharm Arena, die sich in elegantes Dunkel hüllte. Mehr als 700 Gäste genossen Stars, erstklassige Speisen und stilvolle Showeinlagen. weiter lesen