Das Strahlen in den Songs

Perfekter Auftakt der neuen Reihe "Gästeliste" im Ulmer Café Animo am Karlsplatz: Celina Bostic zeigte an der Seite von Patrick Wieland in ihren deutschsprachigen Songs vokalistische Klasse.

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Ein intensiver Abend: (von rechts) Celina Bostic, Patrick Wieland und Martin Stumpf beim Auftakt der Reihe "Gästeliste" im Café Animo. Foto: Udo Eberl

Während in Hörweite beim Brauereifest Musik für die breitere Masse geboten wurde, konnte man sich im intimen Rahmen des Café Animo auf deutschsprachige Songwriter-Musik einlassen. Der Ulmer Gitarrist Patrick Wieland hatte sich wie bereits sein Freund Joo Kraus mit "Herzstücke" bewusst dafür entschieden, seine Reihe "Gästeliste" im Café Animo durchzuführen. Die Idee dafür sei ihm bei einer Zugreise gekommen, und die Wohnzimmeratmosphäre im Café sei ideal. Das sahen ganz offensichtlich auch die Besucher so. Voll wars, und die Stimmung war prächtig.

Dafür sorgte an erster Stelle die Berlinerin Celina Bostic, die aus dem Bühnenbackground von Stars wie Udo Lindenberg und Farin Urlaub nach vorne trat und nicht nur als Sängerin mit reichlich Stimmumfang und emotionaler Tiefe, sondern zudem als Gitarristin überzeugte. Begleitet von ihrem Gastgeber Patrick Wieland, mit dem sie unter anderem bereits bei Max Herre die Bühne teilte, und dem Kontrabassisten Martin Stumpf, der ansonsten Stars wie Xavier Naidoo, Laith Al-Deen oder Max Mutzke begleitet, verzauberte sie mit selbstgeschriebenen Stücken, die im rein akustischen Gewand noch etwas durchlässiger und dünnhäutger daherkamen.

Und mit "Irgendwo" zeigte Celina Bostic gleich zu Beginn, dass sie nicht nur auf textliche Finesse Wert legt. Mit einer Loop-Maschine doppelte sie ihre Stimme, während später Wieland mit einem mundgemachtem Posaunensolo für einen herrlichen Effekt sorgte oder mit der Akustikgitarre auch feine Perkussion beisteuerte. Leicht, locker, intensiv - und immer dieses Strahlen der Sängerin, die Farin Urlaubs "Glücklich" ganz neue Farben abgewinnen konnte und die Zuhörer kollektiv mit geschlossenen Augen träumen ließ.

Kurzzeitig mutierte das Publikum bei "Außer Papa" zum Chor, und das Trio ging von der Mini-Bühne, um im Straßenmusikerformat aufzutrumpfen. Dann zeigte Wieland solistische Klasse, und mit dem grandiosen "Herz ist voll" sowie einer Zugabe wurde es noch einmal ganz intensiv und leise. Das schwang nach. Die nächste "Gästeliste" soll es übrigens zu Beginn des neuen Jahres geben.

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