Das neue Bettenhaus der Donauklinik ist fertig

Es wird bald ruhiger werden für die Patienten der Donauklinik Neu-Ulm. Das neue Bettenhaus Südwest mit 66 Krankenbetten steht. Damit ist der letzte Abschnitt der Sanierung weitgehend abgeschlossen.

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Stiftungsdirektor Michael Gaßner (links) führt den amtierenden Landrat Erich Josef Geßner sowie dessen Nachfolger Thorsten Freudenberger und eine Reihe von Kreisräten durch die sanierte und erweiterte Donauklinik. Foto: Lars Schwerdtfeger

Es war ein Kraftakt für die Bauleute und die Mitarbeiter der Donauklinik, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen: Gestern wurde das neue "Bettenhaus Südwest" des Krankenhauses offiziell seiner Bestimmung übergeben. Damit ist der vierte und letzte Bauabschnitt der Kliniksanierung beinahe abgeschlossen.

Der Neubau hat das städtebauliche Bild des Viertels an der Donau verändert. Zwei "Rundlinge" bestimmen heute die Szene. Die haben das Zeug dazu, zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt Neu-Ulm zu werden, stellte Landrat Erich Josef Geßner euphorisch fest. In 30 Monaten Bauzeit waren der zweite Rundbau und ein viergeschossiges Verbindungsgebäude hochgezogen worden. Damit das möglich wurde, musste der alte Längsbau aus dem Jahr 1972 und der Südflügel weichen. 66 Krankenbetten in Zwei- und maximal Dreibettzimmern stehen heute im Neubau zur Verfügung, einige mit direktem Blick auf die Donau und das benachbarte Ulm. Dem Flur wurden Sitzgruppen für Patienten eingegliedert, um die Genesenden möglichst schnell wieder fit zu machen. Labore, Physikalische Therapie und Verwaltung sind im neuen Rundbau untergebracht. Und auch im Untergeschoss waren die Bauarbeiter fleißig. Dort wurde die zentrale Apotheke für alle drei Häuser der Kreisspitalstiftung eingerichtet, und auch ein Logistikzentrum fand dort Platz.

Das Gesamtklinikum verfügt heute über 170 Krankenbetten. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", rief Landrat Erich Josef Geßner den Vertretern der Krankenkassen zu. "Wir haben zwar keines unserer drei Häuser geschlossen, aber wir haben Betten abgebaut, um vernünftige Klinikstrukturen im Landkreis Neu-Ulm zu bekommen."

290 Mitarbeiter sind in den sechs Hauptabteilungen und fünf Belegabteilungen des Krankenhauses beschäftigt. Für Geßner ist es "das einzige Stadtkrankenhaus für die Neu-Ulmer und Ulmer". Es ist für die Grund- und Regelversorgung der Menschen gedacht, die großen Ulmer Kliniken auf dem Oberen Eselsberg und dem Michelsberg sind Häuser der Maximalversorgung, also der höchsten Versorgungsstufe auch für allerschwerste Fälle.

"Der Neubau macht uns Hoffnung für die ortsnahe Gesundheitsversorgung, auch ungeachtet der politischen Großwetterlage", stellte Michael Gaßner fest, der Stiftungsdirektor der drei kreiseigenen Kliniken in Neu-Ulm, Weißenhorn und Illertissen. Die Klinikreform, die der Landkreis vor neun Jahren unter heftigen Debatten anschob, hat sich gelohnt, waren sich alle Festredner einig. Seit 2006 arbeitet die Donauklinik ohne Defizit, und seit 2010 muss der Landkreis für seine drei Kliniken am Jahresende keinen Verlustausgleich mehr überweisen. Die Spezialisierung innerhalb der drei Kliniken auf bestimmte Schwerpunktgebiete der Medizin und noch höhere Effizienz machten diesen Erfolg möglich, freute sich Geßner.

Insgesamt 20,5 Millionen Euro hat der Landkreis in den vierten und letzten Bauabschnitt der Gesamtsanierung der Donauklinik investiert. Für alle vier Bauabschnitte nahm der Landkreis seit 1988 stolze 68 Millionen Euro in die Hand. Der Freistaat Bayern gewährte der Kreisspitalstiftung Weißenhorn Fördermittel in der Höhe von 13,4 Millionen Euro.

Trotz der langen Bauarbeiten hielten die Patienten der Donauklinik die Treue, berichtete der Landrat. 2013 wurden dort 8958 Patienten behandelt, das entspricht einer Steigerung um 236 Patienten oder 2,7 Prozent gegenüber dem Jahr 2010. Damals war mit den Arbeiten für den vierten Bauabschnitt begonnen worden. Von Dezember 2011 an bis heute arbeiteten die Ärzte und Pfleger auch in einer Modul-Krankenstation mit 42 Betten, um während der Sanierung weiter wenigstens 170 Betten zur Verfügung zu haben.

Herbert Fukerider, der aus Nürnberg stammende Architekt des neuen Kliniktrakts, wird dem Stadtkrankenhaus vorläufig nicht den Rücken zukehren können. Zuerst muss der restliche Südflügel abgebrochen und ein altes Zwischenstück hergerichtet werden. Und dann können die Bauarbeiter gleich wieder im ersten Bauabschnitt beginnen. Dort muss der Brandschutz an die neuen und strengeren Anforderungen angepasst werden.

Was den Architekten Herbert Fukerieder während der Bauzeit beschäftigte
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