Das Gebabbel von "Dreggsagg" Michl Müller

Es war ein Training für die Lachmuskeln, und politisch ging es gleich los mit der Einschätzung der aktuellen Lage: Natürlich durften die Terroranschläge von Paris nicht fehlen, ebenso wenig die Flüchtlingskrise, Griechenland und der Tod von Helmut Schmidt.

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Sämtliche Politiker bekamen von Michl Müller im Congress Centrum ihr Fett ab: Horst Seehofer, das "größte Windrad", verglich der Kabarettist mit einem VW-Käfer mit Fehlzündung, und Ursula von der Leyen nannte er "unser Haubitzen-Röschen". Allerdings blieb der aus Bad Kissingen stammende Müller im Vergleich zu seinen fränkischen Kollegen Priol und Barwasser politisch eher an der Oberfläche.

Bald schwenkte Müller dann um zu leichter verdaulichen Themen aus dem Alltag wie das Verhalten militanter Rentner, die Hip-Hop-Kultur, überfürsorgliche Mütter oder Vegetarier, Veganer und Flexitarier - die "Teilzeitvegetarier, die nur Fleisch von angefahrenen Tieren essen". Durchweg sorgte der selbsternannte "Dreggsagg" - was im Fränkischen so viel wie Schlitzohr bedeutet und auf keinem seiner schwarzen T-Shirts fehlen darf - für ein hohes Tempo. Der Titel seines Programms "Ausfahrt freihalten" war zwar lediglich in wenigen Szenen erkennbar, und eigentlich fehlte der rote Faden.

Doch das machte nichts, denn Michl Müllers Mischung aus skurrilen Ideen, sinnfreiem Geblödel und dann wieder tiefen Gedankengängen machte das Ganze so unterhaltsam, dass man sich keine Minute langweilte. Zumal er sein "Gebabbel" mehrfach durch so genannte Protestlieder in verschiedenen Musikstilen auflockerte, in die das Publikum grölend einstimmte.

Müller weiß, wie die Leute ticken. Dass der gelernte Werkzeugmechaniker sein kabarettistisches Handwerk im Faschingsclub und später bei der Fastnacht in Franken des Bayerischen Fernsehens gelernt hat, war spätestens beim Zugaben-Medley seiner bekanntesten Lieder wie "Fleischereifachverkäuferin" und "Heringsdösle" unverkennbar.

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