Interview mit Kirsten John: „Das Drama lag mir mehr“

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Die Klasse 4 der Grundschule Unterweiler hat Besuch von Autorin Kirsten John bekommen. Mit im Gepäck ihr neues Buch „Das Krümel-Projekt: Ein Hund auf Glücksmission“, erschienen im Arena Verlag. Nach der Pause erwartete Kirsten John die 17 Schüler im Klassenzimmer. Im Singsang „Guten Morgen, Frau John“ wurde sie herzlich begrüßt und nach einer kurzen Vorstellung ihrerseits ging es auch schon los mit der Lesung.

„In dem Buch geht es um ein Mädchen, das über die Sommerferien einen Hund bekommen hat. Der Hund hieß Krümel. Krümel interessierte sich kein Stück für Emma“, erklären Svea und Lina später in ihrem Bericht über die Lesung. Weiter ging es mit der grimmigen alten Nachbarin, dem Pläneschmieden von Emma und ihrer grantigen Oma, die versuchen, Krümel aus dem Garten der alten Dame zurückzuholen. Dann ging es um einen interessanten Fund, den Krümel beim Spaziergang machte und einem Hunde-Schaumbad, das etwas ausartete.

„Ich fand es sehr spannend“, schreibt Saskia in ihrem Artikel. Das zeigte sich auch am Ende der Lesung, als die Schüler Klassenlehrerin Nicole Mauch zu überreden versuchten, das Buch zu kaufen, um es dann gemeinsam in der Klasse zu lesen. In der anschließenden Fragerunde konnten die Kinderreporter ihr Talent unter Beweis stellen – viele kreative Fragen wurden gestellt. Die eine oder andere brachte Kirsten John erst einmal ins Grübeln.

Wie lange brauchen Sie, um ein Buch zu schreiben?

Kirsten John: Bei den Kinderbüchern, die etwas dünner sind als Jugend- und Erwachsenenbücher, brauche ich etwa drei Monate, um es zu schreiben. Aber danach wird es erst noch von meiner Lektorin gelesen, die es dann wieder an mich zurückschickt, damit ich es korrigieren kann. Mit dem ganzen Hin und Her und dem Diskutieren dauert es dann schon ein halbes Jahr, bis ein kleineres Kinderbuch fertig ist. Für ein Jugendbuch brauche ich etwa ein Jahr.

Welches ist Ihr Lieblingsbuch, von denen, die Sie geschrieben haben?

Das, das ich gerade schreibe, ist immer am spannendsten.

Belohnen Sie sich selbst, wenn ein neues Buch fertig ist?

(Sie muss überlegen) Gute Frage. Also der tollste Augenblick ist, wenn man das fertige Buch zum ersten Mal in den Händen hält, und dann gehe ich zum Beispiel Essen, um das zu feiern.

Wie lange sind Sie schon Autorin?

Seit ich elf Jahre alt bin. Ich habe angefangen, Geschichten in Vokabelhefte zu schreiben und sogar dazu gezeichnet.

Mögen Sie Ihren Beruf?

Ja, er ist der Beste der Welt. Man kann sich die Zeit selbst einteilen und trifft sich mit vielen Leuten. Es ist ein schöner Beruf, und es würde nichts Besseres für mich geben.

Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Bücher?

Viele Ideen habe ich aus der Zeitung, da stehen oft kleine Geschichten. Oder aus der Fernsehzeitschrift bei den kurzen Infos über die Filme, wobei man sich diese dann natürlich nicht mehr ansehen darf, sonst hat man eine feste Geschichte im Kopf. Oder vor dem Einschlafen, kurz bevor ich wegdämmere, fallen mir oft Ideen ein.

Warum sind Sie Autorin geworden?

Immer, wenn ich etwas gelesen habe, dachte ich mir entweder, dass könnte ich besser oder ich war beeindruckt und dachte, dass ich das nie so gut hinbekommen würde. Und ich habe schon immer viel gelesen.

Ist es schwer Autorin zu werden?

Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Es ist eigentlich nur schwer, einen Verlag zu finden. Ich denke, es ist einfacher, Autorin zu werden als Model oder Sänger (sie lacht).

Gibt es eine Ausbildung zur Autorin?

Nein, die gibt es nicht. Man kann zum Beispiel Schreibseminare an der Uni belegen. Ich habe Deutsch, Geschichte und Philosophie studiert.

Sind Sie berühmt?

Ich habe zwar keine kreischenden Fans um mich herum, aber einen Namen habe ich. Aber so berühmt wie J. K. Rowling bin ich natürlich nicht. Schön wär’s (sie lacht).

Waren Sie gut im Aufsatzschreiben in der Schule?

Ja. Aber in Deutsch habe ich immer übertrieben beim Schreiben. In Religion dagegen durfte man richtig reinhauen und viele dramatische Wörter zur Ausschmückung verwenden. Das Drama lag mir sehr. Mathe war dagegen nicht so mein Fach.

Und auch Klassenlehrerin Nicole Mauch hatte noch eine Frage: Ziehen Sie oft um?

Nein. Ich bin in Hannover aufgewachsen und habe dort studiert. Danach war ich eine Zeit lang in Berlin und jetzt bin ich hierher nach Ulm gezogen.

Zum Abschied und als Dankeschön überreichte Nicole Mauch Kirsten John noch eine Rose im Topf. Danach stürmten alle Schüler nach vorne, um sich ein Autogramm abzuholen. Eine gelungene Schulstunde.

Am Donnerstag, den 29.06.17 kam Frau John in die 4. Klasse der Grundschule Unterweiler. Zuerst stellte sie sich vor. Sie las der Klasse einen Teil des Buches „Das Krümelprojekt“ vor. Nachdem sie vorlas, hat sie sich bedankt, dass wir so gut zugehört haben. Frau John betonte die verschiedenen Rollen in der Geschichte sehr gut. Danach durften wir ihr mehrere Fragen zum Buch stellen und die Autorin beantwortete sie. Am Schluss machten wir ein gemeinsames Bild mit ihr. Und wir bekamen Autogrammkarten mit der persönlichen Unterschrift von Frau John. Wir bedanken uns bei ihr für den lieben und tollen Besuch! Romy, Laura und Noelia

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