Zum Tag des Schulgartens stellen wir Ulmer Schulen und ihre Gärtner vor

|
Vorherige Inhalte
  • Gießen muss sein an heißen Tagen. Das wissen die Zweitklässler der Garten-AG am St. Hildegard, die sich alle um die Kräuterschnecke kümmern. Beim Fototermin ging der Zeitungsfotograf in Deckung, aus Sorge um seine Kamera.  1/4
    Gießen muss sein an heißen Tagen. Das wissen die Zweitklässler der Garten-AG am St. Hildegard, die sich alle um die Kräuterschnecke kümmern. Beim Fototermin ging der Zeitungsfotograf in Deckung, aus Sorge um seine Kamera. Foto: 
  • Im Schulgarten rund um den Kepler-Kessel blüht was. Das wissen auch die Bienen und haben sich sofort angesiedelt.  2/4
    Im Schulgarten rund um den Kepler-Kessel blüht was. Das wissen auch die Bienen und haben sich sofort angesiedelt. Foto: 
  • Die Schüler Luise und Jamie misten zwar den Hühnerstall im Essinger-Schulgarten, aber der Stallbewohnerin ist das nicht ganz geheuer. Was sie mit lautem Gegacker zeigt.  3/4
    Die Schüler Luise und Jamie misten zwar den Hühnerstall im Essinger-Schulgarten, aber der Stallbewohnerin ist das nicht ganz geheuer. Was sie mit lautem Gegacker zeigt. Foto: 
  • Zwei Blumenkinder? Richtig, Asmin (links) und Melanie kümmern sich auch um die Blumen im Essinger-Schulgarten. Gießen muss sein an heißen Tagen (rechts oben). Das wissen die Zweitklässler der Garten-AG am St. Hildegard, die alle unter anderem die Kräuterschnecke pflegen.Beim Fototermin ging der Zeitungsfotograf in Deckung, aus Sorge um seine Kamera.  Im Schulgarten rund um den Kepler-Kessel blüht was (rechts unten). Das mögen auch die Bienen und haben sich sofort angesiedelt.  4/4
    Zwei Blumenkinder? Richtig, Asmin (links) und Melanie kümmern sich auch um die Blumen im Essinger-Schulgarten. Gießen muss sein an heißen Tagen (rechts oben). Das wissen die Zweitklässler der Garten-AG am St. Hildegard, die alle unter anderem die Kräuterschnecke pflegen.Beim Fototermin ging der Zeitungsfotograf in Deckung, aus Sorge um seine Kamera.  Im Schulgarten rund um den Kepler-Kessel blüht was (rechts unten). Das mögen auch die Bienen und haben sich sofort angesiedelt. Foto: 
Nächste Inhalte

St. Hildegard Grundschule Die jüngsten Gärtner an einer Ulmer Schule dürften die eifrigsten sein, nämlich die Mädchen der Schulgarten-AG der St. Hildegard Grundschule. Die Zweitklässler zum Beispiel nehmen ihre Aufgabe derart ernst, dass sie vor den Ferien noch zwei Stunden nach Schulschluss im Garten arbeiten.

Anastasia zeigt, wo sie werkeln, etwa in der Kräuterschnecke. „Also da wächst Minze“, sagt sie. „Die Petersilie heißt Peter“, wirft Paula ein. Im Beet davor haben die Schülerinnen unter Anleitung von AG-Leiterin Alexandra Schmid Tomaten eingepflanzt und Bohnen, die sie wenige Wochen zuvor im Klassenzimmer gezogen hatten. In allen Beeten liegen hübsch bemalte Steine, die zeigen, was dort gesät ist. „Den habe ich mit Anastasia angemalt“, sagt Frizzi und zeigt auf den Karottenstein.

Auf den Garten sind alle stolz, die AG ist beliebt, berichtet Julia Beckert, Grundschul-Abteilungsleiterin. Die Fläche war noch vor Jahren von Gestrüpp überwuchert. Doch dann legten Eltern, Lehrer und Schülerinnen gemeinsam los. Daraus ist der „naturnahe Pausenhof“ entstanden, mit Barfußpfad, Balancierstange und  Beeten. Ganz wichtig ist die grüne Ecke hinter dem Insektenhotel, erklärt Leonie. „Dort treffen sich ganz oft Kinder, die Streit miteinander haben.“ Zum Ende der zweistündigen AG verteilt Praktikantin Joy Eis. „Jaaa“, schreit Frizzi. Das schmeckt nirgends so gut wie im Garten.

Kepler-Gymnasium Gärtnern am Gymnasium mitten in der Stadt. Das stellt die Schulgärtner vor Herausforderungen wie kargen Boden und wenig Fläche, führt Susann Oppermann aus, die stellvertretende Schulleiterin. Sie hat in diesem Schuljahr die Garten-AG ins Leben gerufen, auch, damit sich „die Kinder an der frischen Luft bewegen“. Vor allem Fünftklässlerinnen machen mit, „und zwei Jungs sind eher unregelmäßig dabei“. Lisa macht mit, „weil’s schön ist“, Reem „weil’s Spaß macht“ und Lilli, „weil ich was Gutes für Blumen tun kann“.

Gegärtnert wird in der Grünfläche, in der der Kepler-Kessel, ein trockengelegter Brunnen, aufgestellt ist. Dort haben sich flugs Erdbienen angesiedelt. „Absolut ungefährlich, hat unser Biologielehrer gesagt“, erklärt Oppermann. Neben dem Kepler-Kessel blühen derzeit blaue Schlüsselblumen, hellgrüner Frauenmantel und orangefarbene Tagetes. Der Ort zieht an: Viele Schüler halten sich dort in der Pause auf.

„Wir sind in den Anfängen“, sagt Oppermann über die Garten-AG. Schulsekretärin Hahn hat aus ihrem Privatgarten Akelei gespendet. Der einzige Junge, der an diesem Nachmittag mitmacht, ist Aykut Öner. Er soll die Akelei einpflanzen. „Wie groß soll das Loch dafür sein?“, fragt er Gartenchefin Oppermann. Die Gartenfläche ist zwar begrenzt, aber „uns fällt immer was ein“, sagt sie.

An diesem Tag muss erst gegossen werden, vor allem die Tagetes. „Die haben wir im Physiksaal vorgezogen“, berichtet Lilli. Und Kartoffeleimer werden bestückt. Zuerst kommt Kies hinein, dann Erde plus zwei Kartoffeln, die bereits gekeimt haben. „Wo müssen die Keime hin? Nach unten oder oben?“, fragt Aykut. Am Ende dürfen die Schüler die Eimer mit nach Hause nehmen, damit die Kartoffeln gut über die Ferien kommen. Aykut macht einen Vorschlag, wie ein Bericht über gärtnernde Schüler heißen müsste: „Schüler im Gartenrausch.“

Anna-Essinger-Realschule Der Garten hinter dem Schulgebäude auf dem Kuhberg ist mittlerweile stadtbekannt. Schließlich dürfte er einer der größten an einer Ulmer Schule sein. Er ist vor gut 25 Jahren auf einer Abraumhalde entstanden und bietet eine derartige Vielfalt, dass andere Schulgärtner nur neidisch gucken können: Im Teich leben Molche, durch den Garten laufen Hühner plus ein Hahn und selbstverständlich wachsen überall Blumen. Obst, Gemüse und einen kleinen Weinberg gibt es auch.

Der Garten gehört zum Gymnasium und noch ein bisschen mehr zur Realschule im selben Gebäude. Der Garten ist für alle Schüler gedacht. Realschullehrerin Brigitte Synofzik leitet die AG „Werken und Gärtnern“, die ehemalige Lehrerin Margot Clement bietet den Wahlkurs „Kochen und Gärtnern“ an. An diesem Tag muss der Hühnerstall ausgemistet werden. „Wir haben Handschuhe an, dann geht’s“, sagt Finn (5b). Jamie (5e) geht schon mal mutig in den Stall und wird dabei misstrauisch von einer Henne erst beäugt und dann begackert. Als Luisa (5g) auch noch saubermachen will, gackert die Henne noch lauter.

Unterdessen sind Asmin (5b) und Melanie (5g) damit beschäftigt, die Steinbank am Teich abzufegen. Asmin fegt und fegt und legt plötzlich eine Ameisenkolonie frei. „Was machen wir jetzt?“ Die Mädchen rätseln und gucken erstmal den wuselnden Ameisen zu. „Wir machen einfach Erde wieder drauf“, beschließen sie kurzerhand und fegen an anderer Stelle weiter.

Programm Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten hat den 20. Juni zum bundesweiten Tag des Schulgartens ausgerufen. An der Essinger-Realschule beispielsweise werden sich dann 180 Realschüler im Schulgarten aufhalten. An zwölf Stationen werden sie etwas über Henne und Hahn und die Fortpflanzung erfahren, Fitnesscoaches aus der 8. und 9. Klasse werden über Ernährung berichten, eine Lehrerin spricht über Kompost.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Mordprozess: Lebenslang für den Beifahrer, neun Jahre für den Fahrer

Im Hechinger Mordprozess wurden am Mittwochvormittag die Urteile gesprochen. Der Beifahrer im Tatfahrzeug bekommt lebenslang, der Fahrer neun Jahre Jugendstrafe. weiter lesen