Countdown läuft für Tonnentausch

Die europaweite Ausschreibung läuft, im Juli wollen die Entsorgungsbetriebe rund 45.000 neue Restmülltonnen bestellen. Wie die aussehen, können sich die Ulmer schon mal vorab anschauen.

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Sie sind rasant, recht laut und nicht ohne Tücken: die neuen Mülltonnen in einem ersten Praxistest. Sie lassen sich auf ihren großen Rollen spielend leicht ziehen oder schieben. Wer sie auf Straßenniveau abstellen kann, wird es ab Januar leichter haben als bisher mit dem 35-Liter-Eimer. Treppen sind aber durchaus knifflig. Man muss schon achtgeben, dass die Tonne sich nicht selbstständig macht. Außerdem geht das Raufziehen und Runterschieben nicht gerade geräuschlos vonstatten. Auf leisen Sohlen wird künftig keiner mehr seine Tonne aus dem Keller holen und vor die Haustür stellen können.

Ab Januar wird es in Ulm keine 35-Liter-Eimer mehr geben. Alle Restmülltonnen, egal welchen Volumens, werden dann Räder haben und elektronische Chips, mit denen jede Leerung registriert und abgerechnet werden kann. Alle Tonnen sind einheitlich hoch. Die kleinste wird aber in der größten stecken: Die 40-Liter-Tonne ist ein fest verbundener Einsatz in einer Tonne, die 120 Liter fassen könnte.

Anders ging es nicht, sagt der stellvertretende Chef der Entsorgungsbetriebe Ulm (EBU), Alfons Zoller. Es habe sich kein Hersteller gefunden, der zum Beispiel eine 60-Liter-Tonne mit 40-Liter-Einsatz anbietet. Jedenfalls keiner, der die Kriterien der EBU erfüllt. Dazu zählt vor allem die Standsicherheit. "Kleinere Tonnen mit Einsätzen haben meist eine dreieckige Standfläche und sind dadurch kippelig." Die EBU wollen auf jeden Fall vermeiden, dass die Tonnen umfallen und sich der Müll über Straßen und Gehwege ergießt.

Die relevanten Maße der verschiedenen neuen Tonnen unterscheiden sich kaum. Alle sind 94 Zentimeter hoch und haben in etwa die gleiche Grundfläche. Eine 120-Liter-Tonne mit 40-Liter-Einsatz wiegt knapp 11 Kilo. Zum Vergleich: Ein 35-Liter-Eimer kommt auf 3,5 Kilo. Das Schwerste an den neuen Tonnen seien die Räder und die Achse, sagt Zoller. Dafür rollen die Vollgummireifen aber reibungslos.

Die Tonnen sind unter anderem im Verwaltungsgebäude der EBU, Wichernstraße 10, im Rathaus, in den Ortsverwaltungen und auf den Recyclinghöfen ausgestellt. Schon etliche Ulmer haben sie sich angeschaut, berichtet Zoller. Die meisten seien überrascht, wie klein der 40-Liter-Einsatz aussieht. Die EBU hatten im April die Haushalte angeschrieben und das neue Müllsystem erklärt. In dem persönlichen Anschreiben gaben die EBU eine Empfehlung ab. Wer zum Beispiel bisher einen 35-Liter-Eimer mit vierwöchentlicher Leerung hat, soll auf eine 40-Liter-Tonne umsteigen.

Dieser Tag ist als Stichtag gedacht, weil die EBU wissen müssen, von welcher Tonnengröße wie viele Exemplare bestellt werden müssen - immerhin sind es insgesamt rund 45 000. Die erste Auslieferung, die im Oktober beginnen soll, ist kostenlos. Wer aber später seine Tonne umtauschen will, wird mit 15 Euro zur Kasse gebeten. Derzeit liegen den EBU rund 2500 Mails und Briefe vor. Sie sind aber noch nicht ausgewertet. Zoller geht davon aus, dass auch einige Ulmer, die gar keine Änderung wünschen, das Anschreiben der EBU beantwortet haben. Viele Haushalte werden die im Vergleich zur 35-Liter-Tonne deutlich größeren Behälter nicht so einfach unterbringen. Zoller: "Das führt definitiv zu neuen Müllgemeinschaften."

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