CDU gewinnt die U 18-Wahl

Neun Tage vor der Bundestagswahl der Erwachsenen konnten U 18-Jährige Ulmer in Wiblingen wählen. Das Ergebnis stand am Abend fest.

|
Der 16-jährige Cornelius gibt seine Stimme bei der Jugendwahl ab, die Andrea Eichhorn (rechts) in Ulm organisiert.  Foto: 

Die CDU hat die Nase vorn. So würde das Ergebnis der Bundestagswahl lauten, wenn es nach Ulmer Kindern und Jugendlichen ginge. Die CDU bringt es auf 169 Stimmen, die Grünen folgen mit  146 Stimmen und die SPD mit 135 Stimmen. Die nächsten Plätze belegen die AfD (53 Stimmen), die FDP (37), die Linke (35) – und die Tierschutzpartei (31).

So haben am Freitag 672 Kinder und Jugendliche in Ulm gewählt. Sie hatten ihr Kreuz bei der „U 18-Wahl zum Deutschen Bundestag am 15. September 2017“ gemacht, wie es oben auf den Stimmzetteln steht.

155 Wahllokale landesweit

Im Wahllokal im Albert-Einstein-Schulzentrum gehen morgens die Realschüler ein und aus, nach der dritten Schulstunde die Gymnasiasten, die im gleichen Gebäude lernen. Die Schulsozialarbeiter Laura Mücke und Patrick Jekeli erklären jeder Schulklasse aufs Neue das Prozedere der Wahl. Sechs Wahlkabinen sind aufgebaut. Schüler Jonathan (13) findet es jedenfalls „interessant zu sehen, wie so eine Wahl ist“. Seine politischen Interessen sind klar: „Ich bin mehr für Parteien, die sich für die Umwelt einsetzen.“ Einige seiner Klassenkameraden müssen sich noch orientieren. „Was für Parteien gibt es denn?“, fragen manche die Sozialarbeiter. Jonathan meint, dass es in seiner Klasse  wenige gebe, die sich für Politik in Deutschland interessieren. „Sie kennen sich mehr mit der Politik in ihren eigenen Ländern aus.“

155 Wahllokale hatten landesweit für Kinder und Jugendliche geöffnet, in Ulm waren es drei, die sich alle in Wiblingen befanden. Das hat mit Andrea Eichhorn zu tun, Sozialarbeiterin im Bürgerzentrum Wiblingen. Sie hat die U 18-Wahl, gefördert vom Familienministerium und der Bundeszentrale für politische Bildung, nach Ulm geholt, weil „ich es wichtig finde für die politische Meinungsbildung“, sagt sie. Die Jugendwahl am Freitag war die fünfte, die sie für Ulm organisiert. Die Wahlbüros waren in der Sägefeldschule, im Jugendhaus Tannenplatz und im Albert-Einstein-Schulzentrum geöffnet. Dort konnten alle Ulmer Kinder und Jugendliche abstimmen.

Nicht alle wollen wählen

Zwei Schulstunden plus der Wahlomat im Internet, so hat Stefanie Fetzer, Klassenlehrerin der 9b der Einstein-Realschule, die Schüler vorbereitet. Nur: Nicht alle wollen wählen, drei Mädchen halten sich abseits. Eine von ihnen bekennt: „Ich kenn’ mich zu wenig aus und hab’ nicht so ein Interesse daran.“ Hingegen kommen andere Schüler freiwillig in der Pause, um ihre Kreuze auf dem Wahlzettel zu machen, wie Moritz aus der 11d. „Wenn man die Chance hat, seine Stimme abzugeben, dann will ich das tun“, sagt er. Obwohl er politisch interessiert ist, sich TV-Duelle der Kanzlerkandidaten anschaut und Parteiprogramme liest, ist er gegen das Wahlrecht mit 16. „Hart gesagt haben in dem Alter nicht so viele was in der Birne.“ Seiner Einschätzung nach wäre die Beteiligung an einer Wahl für unter 18-Jährige nicht hoch.

Diese Woche hat die Schule erst wieder begonnen. Viel Zeit blieb den Lehrern nicht für Politikunterricht. Aber, ist Eichhorn optimistisch, „die Jugendwahl bietet auch Stoff für den Unterricht in den nächsten Wochen“. Ihr ist es ein Anliegen, dass politische Themen in der Schule besprochen werden. Denn: „Im Elternhaus diskutiert man anders.“

Dicht am endgültigen Ergebnis

Stella und Sarah aus der 9d machen ebenfalls ihre Kreuze. Stella sind Parteien wichtig, die sich um bezahlbare Wohnungen kümmern wollen, Sarah kommt es auf Parteien an, die in Bildung investieren und für ein ordentliches Einwanderungsrecht sorgen. Bildung und Umwelt – nach den Themen sucht auch Cornelius (16) aus der 11f in den Programmen der Parteien.

Die Stimme der Jugend ist übrigens laut Organisatorin Eichhorn nicht zu unterschätzen. „In den vergangenen Jahren waren wir immer ganz dicht dran am endgültigen Ergebnis.“

CDU/CSU: 28,27 %

SPD: 19,64 %

Bündnis 90/Die Grünen: 16,36 %

Die Linke: 8,19 %

AfD: 6,80 %

FDP: 5,68 %

Sonstige: 15,07%,

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

16.09.2017 08:52 Uhr

U 18 Wahl

Wenn ich Jugendliche mit ihren Smartphon´s umherlaufen sehe, merke ich wie realitätsfremd sie alles registrieren und so ist das auch mit diesem Wahlversuch!!!! Das zeigt sich auch bei Jugendlichen Autofahrern die während der Fahrt WhatsApp schreiben und tötliche Unfälle verursachen!

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Bundestagswahl: Es liegt in Ihrer Hand

Jede Stimme zählt, wenn am Sonntag der 19. Bundestag gewählt wird. Er ist die Volksvertretung und damit das wichtigste Organ der Bundesrepublik. Wissenswertes und Unterhaltendes. weiter lesen