Caritas fordert Statistik über Wohnungslosigkeit

Die Bundesregierung soll eine bundesweite Wohnungsnotfall-Statistik einführen, in der Umfang und Entwicklung von Räumungsklagen und Wohnungslosigkeit erfasst werden. Das fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, zu der auch die Fachberatungsstelle der Caritas Ulm gehört.

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Die Bundesregierung verweigere sich aber einer solchen Statistik, wie aus der Antwort auf eine Anfrage der Grünen hervorgehe. Eine solche Statistik werde von Fachleuten seit mehr als 30 Jahren gefordert, berichtet die Bundesarbeitsgemeinschaft.

Der Bund verweise auf die Zuständigkeit der Länder und Kommunen. Sie seien in der Pflicht, die Daten zu erheben. Für den Dachverband der Wohnungslosenhilfe ist dagegen der Bund durch seine Gesetzgebung maßgeblich mitverantwortlich an zunehmender Wohnungslosigkeit. „Hartz IV, Zeitarbeit und Mietpreisexplosion verschärfen die Wohnungslosigkeit“, teilt Jörg Riehemann, der Leiter der Caritas-Wohnungslosenhilfe, mit. Auch in Ulm sei der Wohnungsmarkt extrem angespannt, es fehlten dringend günstige Mietwohnungen.

Angesichts einer steigenden Wohnungsnot, einer wachsenden Zahl von Räumungsklagen und immer mehr wohnungslosen jungen Menschen sei die Haltung der Regierung in dieser Frage „nicht nachvollziehbar“, meint die Bundesarbeitsgemeinschaft. Verantwortlich für Wohnungslosigkeit seien vor allem die zunehmende Verarmung und der äußerst angespannte Wohnungsmarkt. Nach Zahlen des Verbands werden bis 2017 in Deutschland mehr als 800 000 Wohnungen fehlen, vor allem in Ballungszentren, Groß- und Universitätsstädten.

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