Caritas-Beratung weitet Angebote zur Prävention aus

Die Caritas Ulm will Krisen möglichst früh entgegenwirken und weitet deshalb die Angebote in der Lebens- und Erziehungsberatung aus.

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Prävention ist schon seit Jahren ein Schwerpunkt der Psychologischen Familien- und Lebensberatung der Caritas. Nun wurde das Angebot weiter ausgebaut. So gibt es beispielsweise Gruppen, die sich an Menschen in speziellen Lebenssituationen richten: für Eltern, die sich trennen etwa, oder für Eltern mit interkulturellem Hintergrund.

Ziel des Ausbaus der Prävention ist es, Fehlentwicklungen, Krisen oder psychische Erkrankungen möglichst zu vermeiden. „Je früher wir Menschen in krisenhaften Situationen erreichen, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Ausbildung einer gravierenden Störung oder Krankheit zuvorgekommen werden kann“, sagt Andreas Mattenschlager, der Leiter der Beratungsstelle. Das könne „individuelles Leiden“ verringern, aber auch die Kosten für die Solidargemeinschaft senken.

Die Caritas-Beratungsstelle teilt ihre Präventionsangebote in drei Zielgruppen auf.

Gesunde Durch Vorträge, Workshops in Kitas und Schulen, Erziehungskurse und Paarseminare sollen Informationen vermittelt werden, um entstehende Krisen gleich im Ansatz erkennen und gegensteuern zu können.

Risikopersonen Manche Lebenssituationen bergen ein höheres Risiko, ernsthafte Krisen oder psychische Erkrankungen zu entwickeln. Dazu zählen Trennung, Tod eines nahen Angehörigen, Eintritt in die Rente und Migrationshintergrund. So hatten im vergangenen Jahr 39 Prozent der Kinder, die zur Beratungsstelle kamen, einen Migrationshintergrund. Konflikte entstehen häufig, weil die Erziehung von kulturellen Normen und Werten des Heimatlandes geprägt ist und in Deutschland auf andere gesellschaftliche Normen trifft. Insgesamt unterstützten die Mitarbeiter der Beratungsstelle 858 Kinder und Jugendliche. Einbezogen in die Beratung waren 1849 Familienmitglieder.

Beeinträchtigte Auch bei Menschen, die bereits durch ihre Probleme deutlich beeinträchtigt oder sogar psychisch erkrankt sind, sei Prävention noch möglich, sagt Mattenschlager. In der Form nämlich, dass der Krankheitsverlauf oder Folgestörungen abgemildert werden können. Zu dieser Kategorie zählt er beispielsweise die Psychodrama-
Gruppe für Kinder und die Gruppe „echt stark“. Sie betreut in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uni Ulm Kinder und Jugendliche mit suchtkranken oder psychisch kranken Elternteilen.

Neben der Erziehungsberatung ist die Paar- und Lebensberatung ein weiterer Schwerpunkt in der Arbeit der Caritas-Stelle. Die Nachfrage nach Paar- und Lebensberatung war mit 192 Fällen sehr hoch, berichtet Mattenschlager – so hoch, dass die Mitarbeiter kaum noch hinterherkommen. „Lange Wartezeiten sind traurige Realität.“

Info Die Psychologische Familien- und Lebensberatung der Caritas hat ihre Räume in der Spielmannsgasse 6. Kontakt: Tel. (0731) 40 34 21 60,
E-Mail: pfl@caritas-ulm-alb-donau.de

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