Burgerkette „Hans im Glück“ plant innen 280 Plätze

Die Restaurantkette „Hans im Glück“ hat mit dem neuen Ulmer City-Standort anstelle der bisherigen Buchhandlung Herwig einiges vor.

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Burger statt Bücher: Die Restaurant-Kette Hans im Glück zieht in die Räumlichkeiten der Buchhandlung Herwig ein.  Foto: 

Das Münchner Unternehmen Hans im Glück Franchise mit Firmenchef Thomas Hirschberger hat die Neueröffnung eines Standorts der Burgergrill-Kette in Ulm bestätigt. Man wolle das Lokal am nördlichen Münsterplatz im Frühjahr 2018 eröffnen, heißt es in einer Mitteilung. Vermieter Peter Werdich hatte die Ansiedlung schon bestätigt. Die Dimension des Restaurants in den heutigen Räumen der Buchhandlung Herwig ist beachtlich: Hans im Glück plant 280­­ Sitzplätze im Innenraum und damit mehr als Vapiano – die Bonner Kette eröffnet im Frühsommer am Standort von Honer.

Vapiano und Hans im Glück liegen sich gegenüber

Hans im Glück beabsichtigt ähnlich wie Vapiano eine Außengastronomie, so dass beide Lokale im Grunde gegenüberliegend ans Münster grenzen. Die Münchner versichern außerdem, dass sie ihr zentrales Design-Element für die Lokale – also Birken-Baumstämme – auch am Standort Ulm zum Einsatz bringen.

Hans im Glück Franchise betrachtet sich als ein national führendes Unternehmen der Systemgastronomie. Seit 2010 wurden 48 Lokale eröffnet, darunter 14 in München und 5 in Stuttgart. Der nördlichste Standort ist Berlin, der südlichste Kufstein in Österreich. Das Franchise-System sei weiter auf Wachstumskurs.

Kommentar: Gastronomie liegt im Trend
Was ist eigentlich in der Einkaufsstadt Ulm los? Driftet der traditionelle Handel zunehmend in eine Schwächephase ab, so dass die Systemgastronomie immer weitere Flächen in der City übernimmt? Dieser Eindruck ist jedenfalls zuletzt entstanden, nachdem statt Honer die Restaurantkette Vapiano aufmacht und nun die Familie Werdich den Laden der Buchhandlung Herwig in unmittelbarer Nähe zum Münster an das Burgergrill-Unternehmen „Hans im Glück“ aus München vermietet.

Wenn die beiden neuen Restaurants nur annähernd so gut laufen wie der „Barfüßer“ von Ebbo Riedmüller im Ex-Modehaus Jung können sie zu einer Goldgrube werden. Diese Art von Erlebnis-Gastronomie mit einfallsreichem Ambiente und speziellen Kochkonzepten wie der Live-Zubereitung bei Vapiano spricht ein wachsendes Publikum an. Die Leute kommen also weniger zum Einkaufen, sondern vielmehr zur Freizeit in die Stadt, suchen im Sommer das mediterrane Flair der Außengastronomie, wollen einfach nett ausgehen, essen und trinken – und haben das Geld dafür.

Das erstaunliche Weinfest war zuletzt wieder ein Beweis, wie sehr solche Konzepte Resonanz finden. Allerdings ist klar: Der Verdrängungswettbewerb wird auch bei den Systemgastronomen und in der Gastronomie in Ulm/Neu-Ulm überhaupt zunehmen. Dabei müssen sich neue Outlets wie das „Ojo“, die „Masseria Masino“ oder der von jungen Leuten aufgebaute Münstergrill „Howie’s“ an der neuen Gastromeile rund um die Kramgasse erst noch etablieren.

Es ist auch die Frage, wie lange der Hype anhält. Das Essen muss letztlich schmecken und auch für eine schnelle Mittagspause bezahlbar bleiben. Derzeit jedenfalls handelt es sich (noch) um einen zunehmenden Trend, wie Hans-im-Glück-Vermieter Peter Werdich bestätigt – immerhin Repräsentant eines erfolgreichen Schuh-Filialisten.

Jedoch verfügt der Handel weiter über Regenerationskraft, nicht alle kaufen alles im Internet. So entsteht im zweiten Honer-Teil ein Geschäft für Design-Möbel. Müller will Abt revitalisieren. Auch die Sedelhöfe mit 18.000 Quadratmeter Fläche kommen noch, wobei ein Großteil an den neuen Edeka-Supermarkt geht: wieder Food.

Im Grunde machen aber die vielen kleinen Fachgeschäfte den Charme der Ulmer City aus. Wenn sie unter dem Druck von Online zunehmend ausradiert und durch Lokale ersetzt werden, ist das keine gute Sache.

Ein Kommentar von Frank König.

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