Bundesweites Laienmusiker-Treffen in Ulm und Neu-Ulm

Ein Festwochenende der Laienkultur: Die Tage der Chor- und Orchestermusik finden von Freitag bis Sonntag in Ulm und Neu-Ulm statt.

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Swing-Klassiker und mehr: Das Landes-Jugendjazzorchester Bayern spielt beim Auftaktkonzert am Freitag im CCU. Foto: Bertram Maria Keller

Von einer "beachtlichen Bürgerinitiative" spricht Winfried Kretschmann. Aber der grüne Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg meint damit ausnahmsweise keine Naturschützer oder Kernkraftgegner, sondern jene 780 000 Sängerinnen und Sänger in rund 33 000 Chören, die von der Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände (bdc) vertreten werden. Kretschmann bewundert dieses Engagement in seinem Grußwort für die Tage der Chor- und Orchestermusik, die am Wochenende in Ulm und Ulm-Neu stattfinden. Und, ja, auch Kretschmanns bayrischer Kollege Horst Seehofer feiert in einem Grußwort einmal nicht das Abenteuer Politik, sondern das Abenteuer Musik und den großen Enthusiasmus der Musizierenden.

In Bürgerzentren und Gemeindesälen, in Schulen, Kirchen und Gasthäusern spielt die Musik - und nicht nur in den Staatsopern und den Philharmonien der Republik. Woche für Woche treffen sich mehrere Millionen junge und alte Menschen nach dem Unterricht oder nach der Arbeit und verbringen ihre Freizeit in Chören und Orchestern, in Gesangs- und Musikvereinen, in Vokal- und Instrumentalensembles. Die musikalische Laienkultur, sie lebt ungebrochen. Davon können sich die Ulmer und Neu-Ulmer und viele Gäste aus der Region und aus ganz Deutschland in zahlreichen Veranstaltungen und Konzerten überzeugen.

Tatsächlich sind gleich zwei Bundesländer die Gastgeber einer Veranstaltung mit bundesweiter Ausstrahlung. Ein Großereignis der Amateurmusik: Neben der Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände hat auch die Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände, die für 1,7 Millionen Menschen in 30 000 Orchestern spricht, in die Doppelstadt eingeladen: "Ob Johann Strauß bei der Komposition seiner ,Schönen blauen Donau an den Flussabschnitt gedacht hat, der Ulm und Neu-Ulm verbindet, ist nicht überliefert. Sicher ist jedoch, dass die beiden Nachbarstädte der österreichischen Metropole in Sachen Musik in nichts nachstehen, insbesondere, was die Vielfalt und Qualität der Amateurchöre und- orchester betrifft." Das ist gewaltig gerühmt im Programmheft, und die lokalen Kräfte sind auch stark vertreten: Ulmer Spatzen, Sinfonietta und Junge Bläserphilharmonie Ulm wirken mit beim Festakt am Sonntag im Edwin-Scharff-Haus, wenn Kulturstaatsminister Bernd Neumann Chöre und Orchester ehrt (siehe nebenstehenden Artikel). Aber auch St. Georgs-Chorknaben, Konzertchor Ulm, Chor Levantate, Wiblinger Kantorei, Les Passerelles oder Münsterkantorei sind in Konzerten präsent und zeigen, was die Gastgeber-Städte zu bieten haben.

Für die Ulmer und Neu-Ulmer Musikfreunde ist es dann auch spannend, auswärtige Ensembles zu erleben - darunter so prominente wie die Stuttgarter Kantorei unter Leitung von Kay Johannsen. Und um noch mal das Wort von der "Bürgerinitiative" aufzugreifen: Eine wahre Demonstration wird die "Nacht der Musik" am Samstag sein, wenn zahlreiche Chöre, Orchester und Ensembles an diversen Orten der Doppelstadt kleine Konzerte geben.

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