Bürgerinitiative sieht Ortskern zerstört

Im Mähringer Ortskern sollen zwei lang gezogene Wohnhäuser eine Hofstelle ersetzen. Jetzt sorgt sich eine Bürgerinitiative ums Ortsbild.

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In der Mähringer Holzgasse, nahe der unter Denkmalschutz stehenden 500 Jahre alten Kirche, befindet sich eine aufgegebene Hofstelle. Die dazu gehörenden Gebäude werden abgerissen. An ihrer Stelle sollen zwei lang gezogene Häuser mit insgesamt 19 Wohnungen entstehen.

Ein Haus ist auf die Länge von 26 Meter und die Breite von 12,50 Meter konzipiert. Das zweite soll 21 Meter lang und 11 Meter breit werden. Eines soll mit seiner Schmalseite zur Straße hin gestellt werden, das andere im 90 Grad Winkel dazu im hinteren Teil des Geländes. Zwischen den beiden Häusern ist eine Tiefgarage mit 19 Stellplätzen geplant, berichtet Markus Csulits von der Bauverwaltung der Stadt. Darüber hinaus seien hinter den Häusern fünf weitere Abstellplätze für Autos vorgesehen. Die Häuser sollen mit zwei Vollgeschossen plus Dachgeschoss ausgestattet werden. So würden sie etwa gleich hoch wie die landwirtschaftlichen Gebäude, die dort noch stehen.

Das ist einer Bürgerinitiative viel zu mächtig. "Wir sind entsetzt", schildert Eckart Wezel den Eindruck seiner Mitstreiter. "Mit diesem Vorhaben würde der alte Ortskern durch stadttypische, architektonisch phantasielos gestaltete Wohnsilos zerstört." In einem Brief haben sie sich unter anderem an OB Ivo Gönner gewandt. Die Initiative fordert eine Bebauung, die sich an Verhältnisse an der Holzgasse anpasst. Statt "gigantischer Mietskasernen", wie es heißt.

"Wir werden die Einsprüche abweisen", kündigt Csulits an. Die vom Bauherrn eingereichten Pläne entsprächen dem Baurecht. Auch wenn sie modern ausfallen, so passten sich die geplanten Häuser gut ins Ortsbild. Nicht mal der Denkmalschutz habe sich gegen das Vorhaben ausgesprochen.

Auch der Ortschaftsrat hat sich mit dem Projekt befasst. Was ursprünglich geplant war, hätte sich, würde es umgesetzt, viel einschneidender ausgewirkt, berichtet Ortsvorsteher Dietmar Wegerer. Damit hätten sich die Ortsvertreter nicht anfreunden können. Darauf hin sei die jetzt vorgelegte Planung entwickelt worden, der das Gremium mehrheitlich zugestimmt hat. Allerdings entscheidet nicht der Ortschaftsrat. Er spricht seine Empfehlung aus. Alles andere ist Sache der Bauverwaltung.

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