Bürger bleiben hart beim Ulmer Hofgut

Die von Bürgern geforderte neue Erschließungsstraße für das Baugebiet "Ulmer Hofgut" würde eine Million Euro kosten. Die Stadträte schwanken.

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Wird das Baugebiet "Ulmer Hofgut" im Ludwigsfelder Osten über die Königsberger Straße oder eine neu zu bauende Straße erschlossen? Diese Frage ist völlig offen. Darin sind sich Stadtverwaltung und Sprecher der Anwohner auch nach der jüngsten Informationsveranstaltung in der Gemeinschaftshalle einig. Beide Seiten sehen bei einigen Stadträten Anzeichen, dem Bürgerwunsch womöglich nachzukommen.

"Es ist unser fester Wunsch und Wille, dass das Wohngebiet nicht über die Königsberger Straße erschlossen wird", bekräftigt Anwohner-Sprecher Gerhard Dietterich. Er und Wolfgang Krezdorn haben 230 Unterschriften gesammelt, in Briefen an jeden Stadtrat und an die Verwaltung ihre Argumente dargelegt (wir berichteten). "Jetzt liegt es an ihnen, unsere Wünsche in die weitere Planung einzuarbeiten."

Die Verwaltung wird nun alle Anregungen sichten und für die Stadträte beide Möglichkeiten darstellen, sagte Stadtbaudirektor Andreas Neureuther auf Anfrage. Der Bau einer Erschließungsstraße würde das Projekt aber um eine Million verteuern. Zudem würde zusätzlich Platz verbraucht, Neu-Ulm wolle aber mit Flächen sparsam umgehen.

Die Anwohner führen vor allem die steigende Verkehrsbelastung in der Königsberger Straße und ihren Zufahrtsstraßen sowie die Verkehrssicherheit ins Feld. Die Stadt ließ im September den Verkehr zählen und die künftige Belastung hochrechnen. Demnach würden in den rund 170 neuen Wohneinheiten 425 Menschen leben und 600 Fahrzeuge pro Tag zusätzlich verkehren. Dietterich hält nichts von solchen Zahlen, weder von der Verkehrszählung noch von der Hochrechnung: "Das ist doch Augenwischerei."

SPD und CSU haben sich mit Bürgern die Situation in der Königsberger Straße angeschaut, berichtet Dietterich. Sein Eindruck: "Es gibt Signale für ein gewisses Umdenken." Auch Neureuther spricht von einem offenen Ausgang.

Ob die Stadträte noch in diesem Jahr einen Bebauungsplan aufstellen, ist nach Neureuthers Worten noch nicht sicher. "Eventuell müssen wir einen Planungsschritt dazwischen schalten." Zeitlich werde es wegen der Haushaltsberatungen eng. Andererseits will die Stadt das Baugebiet schnell auf den Weg bringen: Interessenten gibt es schon.

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Kommentare

05.10.2012 11:40 Uhr

Wer am lautesten schreit... .

Momentan werden überall in Ulm und Neu-Ulm neue Wohngebiete erstellt. Für die bestehenden Häuser bedeutet dies natürlich mehr Verkehr. Darüber freut sich keiner. Wieso sollen jetzt genau bei diesem Ludwigsfelder Baugebiet 1 Millionen Euro, auf Kosten der Allgemeinheit, für eine Zufahrtsstraße ausgegeben werden? Weil die Anwohner am lautesten schreien? Dann bitte gleiches Recht für alle. Dann sollte bei jedem Neubaugebiet die Zufahrtsstraße mit eingeplant werden. Die Stadt nimmt ja bei den Grundsstücksgeschäften genug Geld ein.

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