BSG Aufbau hat zwei Wohnungsprojekte in Planung

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400 000 Wohnungen sollen deutschlandweit jährlich entstehen, wenn es nach dem Willen der Bundespolitiker geht. In der Stadt Ulm liegt die Zielmarke bei 700 neuen Wohnungen pro Jahr. „Davon sind wir aber noch weit entfernt“, erklärte Claus Bäurle bei der diesjährigen Mitgliederversammlung der Bau- und Siedlungsngenossenschaft (BSG) Aufbau im Roncallihaus. „Wenn ich es richtig weiß, haben wir 2016 keine 500 erreicht.“

Der Vorstandsvorsitzende machte auch gleich die Ursache für die Differenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit aus: „Die Stadt hält sich mit der Vergabe von Grundstücken an Bauträger derzeit merklich zurück.“ Zudem zahlten private Bauträger mittlerweile „jeden Preis, um weiter produzieren zu können“. Diese Preissteigerungen könne die Genossenschaft nicht mitgehen. Es bedürfe einer angemessenen Baulandausweitung, nicht nur die Menge betreffend, sondern auch an den richtigen Standorten.
 

Abschluss Die BSG Aufbau schloss im vergangenen Jahr drei Projekte ab. In der Wiblinger Hauptstraße konnten in einem Wohnkomplex neun Eigentumswohnungen an ihre Besitzer übergeben werden. Kosten: 2,9 Millionen Euro. Auch in Pfuhl wurden die neun Wohnungen im Steinmetzweg verkauft und übergeben. Kosten ebenfalls 2,9 Millionen Euro. Das Passivhaus-Projekt im Böfinger Neubaugebiet Lettenwald ist mittlerweile ausverkauft. Aufgrund von Problemen mit einer extern beauftragten Bauleitung, seien noch Arbeiten in den Wohnungen zu erledigen. Kosten: knapp 8 Millionen Euro.
 
Planung Im Lehrer Wohngebiet Wengenholz plant die Baugenossenschaft derzeit ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohnungen. Bislang ist die Baugenehmigung noch nicht erteilt. Geplante Kosten: 2,5 Millionen Euro. Zudem entstehen in Grimmelfingen Ecke Kirchstraße/Schultheißenstraße zwei Wohnblocks mit jeweils zehn Eigentumswohnungen.
 

Bäurle forderte von der Politik, die Grund­erwerbssteuer für Gebrauchtimmobilien zu erhöhen, um eine Blase zu verhindern. Im Gegenzug müsse sie für Neubauten gesenkt werden, um einen Anreiz zu schaffen – auch für bezahlbaren Wohnraum. Bei der BSG Aufbau lag der durchschnittliche Mietpreis zum Jahresende bei 6,17 Euro pro Quadratmeter. Die Mitglieder wählten Günter Guthan und Klaus Miller wieder in den Aufsichtsrat.

Geschäftszahlen Die Bau und Siedlungsgenossenschaft Aufbau vermietet und verwaltet knapp 3000 Wohnungen, 218 davon gehören der Genossenschaft. Die Fluktuationsrate lag bei rund 14 Prozent. Die BSG hat Stand Ende vergangenen Jahres 976 Mitglieder. Die Rücklagen wurden 2016 um rund 781 000 Euro gestärkt. Damit wächst das Eigenkapital auf 12,5 Millionen Euro (Eigenkapitalquote: 56 Prozent). Die Dividende liegt wie im Vorjahr bei 4 Prozent.

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