Botschaften in Bildern

Die Bilder sind beeindruckend, teils sehr bedrückend – die Rede ist von der Ausstellung „Das alles kann Schule sein“ in der Sparkasse Neue Mitte. Die Künstler: 41 psychisch kranke Kinder und Jugendliche.

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Ein Projekt aller Schüler sollte es werden, sagt Dorothee Blaumer, Leiterin der Schule für Kranke am Uni-Klinikum Ulm. Und dann wurde es nicht nur irgendein Projekt, sondern mehr: eine Ausstellung und ein Buch zu einem heiklen, weil mit negativen Emotionen befrachteten Thema. Dem Thema „Schule“. Jedes Kind, jeder Jugendliche könnte dazu etwas malen, und die meisten Bilder wären wohl in freundlichen Farben gehalten. Mit gelber Sonne, blauem Himmel und grüner Tafel. Bunt und nett. Vielleicht würde der eine oder andere seinem Mathe- oder Physiklehrer etwas überzeichnen. Aber, na gut!

Das Gegenteil von bunt und nett sind die Bilder, die im Mai dieses Jahres an der Hans-Lebrecht-Schule auf dem Safranberg entstanden sind. Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 8 und 18 Jahren, die wegen akuter Krisen längere Zeit stationär an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt wurden, sollten ihre Erinnerungen an ihre „Heimatschule“ zu Papier bringen. In einer Stunde, so die eine Vorgabe. Die andere: Ihre Bilder sollten die jungen Künstler lediglich mit einem ergänzenden Satz versehen: „Schule ist für mich . . .“

Was dabei herauskam, bezeichnet Dorothee Blaumer als „ungefiltert. Es sind die Gedanken und Gefühle, die den jungen Menschen durch den Kopf gingen.“ Stress, Angst, Trauer, Kränkung, Ausgrenzung – all das, was die Kinder und Jugendlichen im Alltag beschäftigt, ist auf den Bildern festgehalten, sagt die Leiterin der Schule. Eindrücklich und berührend, direkt, teilweise brutal sind die Werke, eben weil sie das erzählen, was oft nicht in Worte gefasst werden kann. „Das sind Botschaften von Kindern.“

Um das Bild von der Brücke zu nehmen. „Schule ist für mich wie ein zerbrochener Weg“, hat der 18-Jährige sein Werk betitelt, das Verlorensein und Ausweglosigkeit widerspiegelt. Oder das Bild, das einen Schüler allein in einer blau-schwarzen Blase zeigt und aus dem die bloße Trostlosigkeit spricht: Totale Einsamkeit sei bei diesem Jugendlichen das beherrschende Thema, sagt Blaumer, die zusammen mit ihrer Kollegin Carmen Löffler das Projekt angegangen ist. Beide waren erstaunt über die Ergebnisse, „wir wussten ja selber nicht, was dabei passiert“.

Zu sehen ist auch ein Kopf, ein hochroter Kopf, der kurz vor der Explosion steht. Luft entweicht schon aus den Ohren, der Mund ist zum Schrei geöffnet. Aggression pur strahlt das Bild aus, „der Junge ist permanent unter Spannung, ein ADHS-Kind“, erklärt Blaumer, die sich aber wie ihre Kollegen von Therapie fernhält. „Wir sind Pädagogen, wir steigen nicht auf Erklärungsmodelle ein.“ Die Lehrer vermittelten in Gruppen – teils vier, teils zwei Schüler, teils im Einzelunterricht – den Stoff jeder Leistungsstufe. „Das ist ein Luxus“, sagt die Schulleiterin, die sich als „Mutmacherin“ sieht. „Wir steigern auch das Selbstwertgefühl.“

Ganz in diesem Sinne stellt Prof. Jörg Fegert, ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, am Ende des Buches fest: „Diese Schule macht gesund und hilft dabei gesund zu bleiben und dazu zu gehören.“

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