BMW kommt nach Ulm

BMW, die bayerische Premium-Automarke aus München, eröffnet in Ulm eine kleine Forschungsabteilung. Und zwar, indem BMW 50 Ingenieure von Nokia übernimmt. Dies wurde am Wochenende bekannt.

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Haus Energon im Science Park: Hier zieht BMW mit einer Forschungstruppe ein, die zunächst aus rund 50 Ingenieuren bestehen wird. Foto: Archiv

"Die Botschaft lautet: Nokia geht zwar, aber dafür machen zwei andere Große auf." Mit diesen Worten bestätigte der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner, dass im Zuge der Schließung des hiesigen Nokia-Standorts nach dem Autozulieferer Conti (siehe Info-Kasten) nun eine weitere Marke von Weltrang in Ulm eine Forschungseinrichtung eröffnet: Dabei handelt es sich um keinen geringeren als den Münchner Autokonzern BMW.

Diese Information war am Rande des Besuchs der neuen Chirurgie auf dem Oberen Eselsberg durch den EU-Kommissar und früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger bekannt geworden. Gönner sagte daraufhin auf Anfrage, Ende vergangener Woche sei eine Delegation von BMW in Ulm und auch bei ihm im Rathaus gewesen. Maßgebliches Ergebnis: BMW holt nicht Ingenieure vom Standort Ulm weg nach München, sondern kommt vielmehr aus der bayerischen Metropole in die schwäbische Provinz zu den Ingenieuren. Gönner deutete an, dem Weltkonzern wäre der andere Weg lieber gewesen. Jedoch hätten viele Gründe - von der Lage auf dem Wohnungsmarkt bis zu den Lebenshaltungskosten - für Ulm gesprochen.

BMW wird im Haus Energon, dem Energiespar-Bürohaus der Software AG Stiftung im Science Park, Räume anmieten. Im ersten Schritt sollen unseren Informationen zufolge - aus dem Unternehmen verlauteten am Wochenende keine entsprechenden Nachrichten - rund 50 Ingenieure angestellt werden.

Auf welchen Forschungsschwerpunkt sich dieses "hochqualifizierte und daher sehr gefragte Personal" (Gönner) stürzen wird, ist bislang nicht bekannt. Der Oberbürgermeister, der hocherfreut über die Entscheidung von BMW ist, äußerte sich dazu nicht. Es sei Sache von BMW, Einzelheiten zu erläutern. Erwartet wird, dass das Unternehmen die Öffentlichkeit Anfang dieser Woche über seine Absichten in Ulm informiert.

Der Autokonzern hatte erst Ende vergangener Woche angekündigt, bis Ende 2013 rund 3000 feste neue Arbeitsplätze in Deutschland schaffen zu wollen.

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Kommentare

01.10.2012 14:36 Uhr

Erschwerter Gang

Dass sich die BMW AG für die Ansiedlung einer Forschungseinrichtung interessiert, wenn unter der Bevölkerung in überaus weiten Teilen eine zutiefst abweisende Haltung selbst noch im Angesicht empirisch abgesicherter Theorien langer Reichweite festzustellen ist, wie ehedem von Bundespräsident Köhler scharf kritisiert, lässt auf einen schwierigen Gang des Unternehmens vor allem in's Ulmer Rathaus schließen. Immerhin ließ Herr Gönner als Oberbürgermeister seinerseits Vernunft walten und empfing deren Vertreter anstatt wie sonst üblich sie der Tür zu verweisen.

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