Blume-Festival in Gran Canaria: Sonne, Dünen und Rock'n'Roll

Das Rauschen der Meereswellen, eine leichte Brise bei 24 Grad, Sonne bis zum Abwinken - das hat nicht jeder im November! Seit der 7. Klasse, mit Beginn der Rockodiles-Karriere, hatten wir auf diesen Augenblick hingefiebert.

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Ein Ausflug in die Dünen gehört für die Rockodiles immer dazu.  Foto: 

Das Rauschen der Meereswellen, eine leichte Brise bei 24 Grad, Sonne bis zum Abwinken - das hat nicht jeder im November! Seit der 7. Klasse, mit Beginn der Rockodiles-Karriere, hatten wir auf diesen Augenblick hingefiebert. Für 39 Schüler der Q11 des Nikolaus-Kopernikus-Gymnasiums Weißenhorn wurde der Traum Wirklichkeit: Sie durften eine Woche zum Blume-Tanzfestival nach Gran Canaria, begleitet von den Lehrern Richard Wieser und Gabriele Poralla-Frunder, Ex-Rockodiles Matthias Kanisch und drei Rocknroll tanzenden Ehepaaren aus Ulm.

Nach dem Flug hieß es erst mal: Raus aus den Winterklamotten, denn die Insel empfing uns mit strahlendem Sonnenschein. Der erste Blick auf den Strand Playa del Ingles, der nur ein paar Meter von unserem Hotel entfernt lag, war beeindruckend: Schwarzer Sand, wenig Touristen und ein Blick bis zu den berühmten Dünen der Insel.

Am Abend stand der erste Auftritt in einem Shopping Center an. Wir bestaunten erstmal die anderen Gruppen aus aller Welt, darunter viele Rentner mit putzigen und zum Teil akrobatischen Tanzeinlagen, aber auch Gleichaltrige, die alle Stilrichtungen von Hip-Hop bis Rhythmische Sportgymnastik mitbrachten. Auch unsere mitgereisten Paare wurden frenetisch beklatscht.

Da nur wenige Touristen zu dieser Jahreszeit auf der Insel weilten, waren wir heiß begehrt bei den Kellnern: Jeder hatte hohe Motivation und viele Argumente, warum wir ausgerechnet in seinem Restaurant zu Abend essen sollten. Doch wir konnten uns widersetzen.

Am nächsten Tag stand die Dünenwanderung an. Jeder Rockodile hatte Fotos von den damals großen Oberstüflern gesehen, die ausgelassen Dünen hinunter stürmten oder durch den Sand wateten - endlich waren wir an der Reihe. Nach einer vier Kilometer langen Strandwanderung ging es rein in den warmen Sand. Wir merkten schnell: Herr Wiesers Tempo ist straff. Trotzdem genossen wir alle die einzigartige Landschaft: hinter uns die rauen Berge der Vulkaninsel, vor uns die Bilderbuchdünen und ein atemberaubender Blick auf das strahlend blaue Meer. Dieses Panorama werden wir so schnell nicht vergessen.

Abends folgte ein weiterer Auftritt, auch am nächsten Tag kam der Sport nicht zu kurz. Unsere Lehrer hatten uns zu einem Zumba-Workshop angemeldet, der von einer "rassigen" (Zitat Wieser) Spanierin geleitet wurde, die auch den letzten von uns Feuer unterm Hintern machte - und das Schülern morgens um 9 Uhr. Spätestens jetzt waren alle wach, was aber auch an den auf jeden Fall genauso rassigen Spaniern lag, die mit uns tanzten und ein genauso beneidenswertes Körpergefühl hatten wie gute Stimmung. Der perfekte Start für einen weiteren Tag.

Am nächsten Tag stand eine Rundfahrt über die Insel an, die uns zunächst durch Las Palmas führte. Herr Wieser erstaunte uns mit enormen detailverliebtem Wissen - Gott sei Dank hatte der Bus ein Mikro, sonst wäre diese Tour viel langweiliger gewesen. Bei einem Stopp an einem Kiosk in den Bergen kannte er sogar den Besitzer.

Am Schluss fuhren wir durch einen eher unschönen Teil der Insel: Puerto Rico. Hier hat der Massentourismus voll zugeschlagen, es gab entweder schroffes Gestein oder Hotelbunker zu bestaunen. Zum Glück war das Hotel nicht mehr weit und es gab sogar nach dem anstrengendem Tag einen freien Abend.

Unser Entdeckerprogramm fand am nächsten Tag seine Fortsetzung: Es wurde hochoffiziell! Der Tourismusminister von Gran Canaria, Melchon Camon Torres, hatte uns zu einem Empfang eingeladen, da unsere Schultradition alljährlich nach Gran Canaria zu fahren, dort großen Anklang fand und uns für den schon elften Besuch der Insel und des Blume-Festivals ehren wollte.

Nach den offiziellen Fotos für die Lokalzeitung - über unseren Besuch wurde auch im Insel-TV berichtet - bekam jeder ein Paket, gefüllt mit Reiseführer, Kappe und ein eigens designter Gran Canaria USB-Stick. Am Nachmittag gingen die einen shoppen, die anderen machten nochmal in Kultur, dann nahte schon unser letzter Auftritt: Bei der "Jesus Telo Nunez"-Gala in Las Palmas. Eigentlich hätte diese um 17 Uhr beginnen sollen, doch es gab nur Wettkämpfe, auch um 18 Uhr war noch keine Gala in Sicht. Da machte sich doch Unruhe breit.

Irgendwann schob Herr Wieser unseren Auftritt einfach zwischen zwei Siegerehrungen ein. So kamen wir zu unserem letzten Auftritt vor großem Publikum und trotzdem pünktlich zum Abendessen.

Spätestens am Abend des letzten Tages merkte jeder: Die Woche hatte sich gelohnt! Für die einen erkennbar an ihrer Hautfarbe, für die anderen am gewachsenen Lungen-Volumen, denn gemütlich geschlendert wurde selten. Diese Woche wird uns im Gedächtnis bleiben. Sie war gefüllt mit Gemeinschaft, Sonne und Unternehmungen. Es war eine einmalige Gelegenheit, so viel Zeit außerhalb der Schule mit Freunden zu verbringen und auch mal sein Tanzkönnen zu zeigen.

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