Blechlabor harmoniert mit Münsterorgel

Werke aus fünf Jahrhunderten: Das Bläserensemble Blechlabor und Münsterorganist Friedemann Johannes Wieland boten Hochglanzformat im Münster.

|

Tobias Rägle, Bassposaunist bei den Ulmer Philharmonikern, ist ein meisterlicher Arrangeur. Werke aus fünf Jahrhunderten hat er exklusiv für das von ihm 2007 gegründete Blechlabor eingerichtet und dabei dem typischen Sound aus fünf Trompeten, Horn, vier Posaunen, Tuba und Schlagwerk (am Samstagabend wegen Erkrankung ausgefallen) besonderen Tribut gezollt.

Anders als der Name "Blechlabor" vermuten lässt, steht das Aufgebot aus professionellen Musikern aus dem süddeutschen Raum unter Rägles umsichtig-dezenter Leitung auf höchstem Niveau, ob im Kollektiv oder in Soloparts. Mit der Ouvertüre aus Bachs Orchestersuite Nr. 3 eröffnete das brillante Ensemble unter der Mittelschiff-Kanzel festlich das Benefizkonzert für die Musikstiftung Ulmer Münster.

Feine, blechgerechte Arrangements spannten den Bogen zwischen Tradition und Innovation, zwischen lupenreiner Transparenz und strahlkräftig orchestraler Fülle. Facettenreich wechselte die versierte Gruppe Positionen, Instrumente und Dämpfer sowie musikalische Stilsphären, etwa von Renaissance-Meister Orlando di Lasso zu Otto Respighis spätromantisch-folkloristischen Tänzen.

Gut inszeniert ergänzte Münsterorganist Friedemann Johannes Wieland das 90-minütige Ereignis auf der Hauptorgel. Nach Buxtehudes großartiger Ciaconna C-Dur bot er mit dem Posaunen-Quartett Zsolt Gárdonyis zeitgenössisch moderne Fantasie über ein ungarisches Danklied, danach zwei Solo-Stücke von Lefébure-Wély: bezaubernd die romantische Meditation, klanggewaltig dagegen Sortie in Es-Dur.

Auf begeisterte Zustimmung traf auch Andreas Gräsles zeitgenössische "Sequentia de Sancto Maximo". Ihre Hildegard-von-Bingen-Melodie vermählte sich mit Björks "Dancer in the Dark"-Ouvertüre, wobei drei im Kirchenschiff verteilte Trompetensolisten die leider kaum 150 Zuhörer hallend umspielten. Nach Händels Concerto Grosso op. 6 Nr. 1 und Mendelssohn-Bartholdys Choralbearbeitung "Nun danket alle Gott" bot die Zugabe "Palladio" von Karl Jenkins weiteren Hörgenuss.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Jamaika-Krach – Stimmen aus der Region: „Alle noch auf Endorphin“

Die Abgeordneten der Region zeigen sich angesichts des Scheiterns überrascht. Wie es weitergeht, ist für viele unklar. weiter lesen