Bläserherzen schlagen höher

Gleich zwei Dirigenten waren beim bravourösen Konzert der Stadtkapelle Ulm in der Pauluskirche am Start: Franco Hänle und Christoph Kächele. Ein prachtvolles Programm mit sinfonischer Blasmusik.

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Regina Reiter war in Alfred Reeds "Ballade for Solo Alto Saxofone and Band" die Solistin. Franco Hänle dirigierte die Stadtkapelle Ulm.  Foto: 

Schon David Maslankas klanggewaltige Drei-Minuten-Fanfare "Mother Earth" versprach: Das wird ein großer Abend. Und ein besonderer, wie Stadtkapellen-Vorsitzender Gunter Czisch in der Pauluskirche erklärte. Alle Jahre wieder spielt die Stadtkapelle Ulm bei ihrem Herbstkonzert zugunsten der Aktion 100 000 und Ulmer helft. Ein Fixstern am vorweihnachtlichen Programmhimmel. Diesmal sogar mit einem Dirigenten-Duo, das Bläserherzen höher schlagen ließ. Zur Entlastung von Franco Hänle, der vorübergehend als Leiter des Polizeiorchesters in Hannover arbeitet, bestritt Christoph Kächele von der Ulmer Sinfonietta als Gastdirigent seit September die Einstudierung und den ersten Konzertteil. Ein Einstand mit Bravour.

Voller Elan hatte Kächele das vitale rund 75-köpfige Aufgebot (Konzertmeisterin: Sonja Miller) mit versierten Solisten bestens im Griff. Hörhorizonte erweiterte er mit Eric Whitacres mystischer Tonmalerei "Cloudburst": Silbengesang, Fauch-Geräusche, Wasserplätschern, erzeugt von hundertfachem Fingerschnipsen, Soli und Fortissimo-Gewitter. Nach Transkriptionen von Elgars melodienschwelgender Spätromantik "Chanson de Matin" und von Brahms' "Akademische Festouvertüre", die fröhlich Studentenlieder wie "Gaudeamus igitur" zitiert, ging die Zugabe "Londonderry Air" den etwa 350 Zuhörern einschmeichelnd ins Ohr.

Hochkarätig ging es weiter unter Franco Hänle. Energiegeladen motivierte er in Stephen Melillos "The Speech of Angels" zu kontrastreichen Farben im sphärischen Klang-Kosmos. Für Gastsolistin Regina Reiter legte das verminderte Kollektiv den Begleitteppich aus. Mit fein differenziertem Ton und samtigem Schmelz zog sie mit Alfred Reeds "Ballade for Solo Alto Saxofone and Band" in ihren Bann. Als finale Krönung dann Franco Cesarinis "Mosaici Bizantini", ein dreiteiliges Panorama zu Christi Geburt, Jerusalem und Auferstehung. Eine Hauptrolle im Tutti spielte das von vier mächtigen Tuben angeführte tiefe Blech. Der 20-Minüter zwischen Idyll, Orient-Hauch und triumphaler Pracht mit Trompeten-Glorie sorgte für Riesenapplaus und für Marc van Delfts Zugabe "Choral for Solemn".

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