Bezaubernder Auftritt von Cantus Novus Ulm

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Unter dem Motto „Licht vom Licht“ zogen die 22 Sängerinnen des Chores Cantus Novus Ulm in drei Gruppen durch die Kirchenstuhlreihen mit einem Kanon der finnischen Musikerin Soili Perkiö ein, dezent begleitet von den Musikern des Collegium musicum Ulm. „Seht, es kommt ein Licht“ lautete der deutsche Text des Stückes. Und mit „Candlelight Carol“ von John Rutter, einem der populärsten Komponisten von Chor- und Kirchenmusik, endete später der musikalische Weg.

In guter Tradition beginnt das Spendenjahr für die Aktion 100.000 mit dem Konzert dieses Chores in der St. Georgskirche und präsentieren die Chorsängerinnen ein ausgesucht feines Programm, das ihr Leiter Helmut Steger mit Sorgfalt zusammengestellt hat. In eineinhalb Stunden entfaltete sich ein Bogen vom Frühbarock bis in die Jetztzeit; manchmal fiel es schwer, exakt festzustellen, in welchem Jahrhundert man sich musikalisch befand. Denn Steger verstand es geschickt, die Stücke nahtlos miteinander zu verquicken.

Eine alte Weise aus Köln und Augsburg, ein geistliches Konzert von Heinrich Schütz sowie Stücke des böhmischen Komponisten Adalbert Gyrowetz und des Niederländers Jan Pieterszoon Sweelinck wurden von Chor, Orchester und Orgel in makelloser Weise vorgetragen. Und mittendrin erklang „O nata lux“, eine wunderschöne Motette von Steger selbst, bei der erstmals auch Christine Behringer an der Harfe zum Einsatz kam.

Fabelhafte Klangqualität

Die Damen des Chores verfügen über eine fabelhafte Klangqualität und singen fast fehlerlos. Besonders bei „Wie lieblich sind deine Wohnungen“ des Liechtensteiners Joseph Gabriel Rheinberger konnten die Zuhörer sich davon überzeugen, mit welcher Finesse die Vortragenden den schmalen Grat zwischen großartigem Kitsch und hoher Kunst zu wandeln wussten.

In den Chorpausen ließ Conrad Schütze bei Werken des Belgiers Flor Peeters, des Deutschen Sigfrid Karg-Ehlert und Rheinberger die Orgel mächtig aufbrausen. Stücke der Briten Bob Chilcott und John Rutter folgten. In der Rutterschen Suite für Harfe und Streicher verzauberte Behringer mit ihrem Spiel; zwei Gesangsstücke des Letten Bruno Skulte und des Tschechen Petr Eben hatte Helmut Steger in die Suite eingeflochten. Nach einer Motette des Siebenbürger Komponisten György Orbán erklang die Vertonung von Mörikes „Zum Neuen Jahr“ durch Heinrich Spitta mit Soli des Konzertmeisters Eduard Sonderegger, bevor die viel beklatschten Sängerinnen mit dem Eingangskanon wieder verschwanden.

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