Beschicker stellen sich und ihre Produkte auf dem Münsterplatz vor

Das Bewusstsein ihrer Kunden für hiesige Produkte schärfen – das wollen die Teilnehmer am „Tag der Regionen“. Der fand zum ersten Mal in Ulm statt.

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Die Kürbisse heißen zwar »Hokkaido«, stammen aber keineswegs aus dem fernen Japan sondern direkt aus Ulm.  Foto: 

Kleine, zarte Mini-Gurken erfreuen sich gerade äußerster Beliebtheit, weiß Michaela Haide. Dennoch hat sie selbige nicht in ihrem Sortiment und empfiehlt ihren Kunden auf dem Ulmer Wochenmarkt lieber Schlangengurken. Denn die kommen aus der Region, die Minigurken müssten aus Griechenland importiert werden. „Ich bin absolut auf die Region spezialisiert“, sagt Haide, die seit mittlerweile sechs Jahren als „Marktfrau für biologisch angebautes Obst und Gemüse“ bevorzugt Demeter- und Bioland-Produkte auf dem Ulmer Wochenmarkt verkauft.

Da bietet sich an, dass sie am „Tag der Regionen“ teilnimmt, der am Samstag erstmals auch in Ulm stattgefunden hat. Rund 70 Marktbeschicker taten es Haide gleich und hatten das gelbe Plakat des Aktionstages an ihrem Stand hängen.

„Wir wollten den ,Tag der Regionen’ erstmal bekannt machen“, sagt Hendrik Mächler, der das Ganze in Ulm organisiert hat. Nun soll ein Arbeitskreis zum Thema „regionale Produkte“ mit der Agenda 21 Ulm gegründet werden – mit der Stadt im Boot ist für nächstes Jahr dann noch „Größeres drin“, hofft Mächler. Der Hauptzweck des Aktionstages ist aber nicht etwa das große Event, sondern die Kunden für regionale Produkte zu sensibilisieren – im Falle von Haide klappt das bereits gut. „Meine Kunden vertrauen mir“, sagt sie. Auf ihren Schlangengurken bleibt sie nicht sitzen.

Dass die Leute noch mehr auf ihre selbst angebauten, regionalen Produkte setzen, wünscht sich Kerstin Gairing von der Ulmer Gärtnerei Gairing. Sie bietet an ihrem Stand viel selbst Gezogenes an, muss aber mit Zugekauftem aufstocken, vor allem im Winter. „Sonst verliere ich meine Kunden“, sagt sie. „Es wäre schön, wenn die Menschen noch mehr Bewusstsein fürs Regionale entwickeln.“

Ein gemischtes Sortiment bietet auch der Imker Robert Feuerstein an. Seine Blüten-, Wald-, und Rapshonige von Bienenvölkern aus der Umgebung stockt er zum Beispiel mit Orangenblüten- und Lavendelhonig auf. „Die Leute wollen das, für viele ist es eine Urlaubsverlängerung“, sagt er. Wofür er durchaus Verständnis hat. Trotzdem sei es wichtig, dass die Leute auch den Honig aus der Region kaufen – und zwar nicht nur für sein Geschäft. „Ein Drittel der landwirtschaftlichen Produktion hängt von der Bestäubung der Bienen ab“, betont er. Also: Ohne Bienen wenig Ernte.

Aber es gibt immer weniger Imker, da die Bienenhaltung immer schwieriger wird. „Man kann nicht mehr einfach einen Stock aufstellen, man muss etwas tun“, sagt er. Immerhin: An seinem Stand ist der Blütenhonig von seinen eigenen Bienenvölkern an diesem Samstag ausverkauft.

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