Bereit für eine Teilzeitausbildung

Eine Lehre machen und sich gleichzeitig allein um die Kinder kümmern, ist kaum möglich. In Via vermittelt Alleinerziehende eine Teilzeitausbildung.

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 „Ich wusste, ich kann mehr.“ Vjollca Gumniskta  ist 43 Jahr alt und arbeitet bei der Stadt Ulm seit fünf Jahren als Reinigungskraft. Vor sieben Jahren kam sie aus dem Kosovo nach Ulm. „Dort habe ich Abitur gemacht und dann in einer Bücherei gearbeitet.“ Jetzt will Vjollca Gumniskta eine Ausbildung machen. In Teilzeit. Denn sie ist alleinerziehend und ihr Sohn erst fünf Jahre alt.

Ausbildung in Teilzeit. „Für viele Frauen ist das die Möglichkeit einen Beruf zu erlernen“, berichtet Katrin Fleischmann. „Nur leider ist diese Form der Ausbildung noch sehr unbekannt.“ Fleischmann kümmert sich im katholischen Frauensozialverband In Via in Ulm um das Projekt „Ab jetzt“. Seit 2015 bekommen Alleinerziehende  – egal, ob Frau oder Mann – Unterstützung und Begleitung, um eine Lehrstelle zu finden. „Aktuell haben wir sieben Teilnehmerinnen“, berichtet Fleischmann.

Der Unterschied zu einer Vollzeit-Lehre ist die zeitliche Einschränkung der Auszubildenden. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt maximal 30 Stunden. Die Berufsschule muss aber regulär besucht werden. „Die Mindestarbeitszeit von 20 Stunden im Betrieb ist häufig unrealistisch“, weiß Fleischmann. Das ist häufig für Firmen zwar kein generelles Problem, aber ein organisatorischer Aufwand, den sie scheuen. Fleischmann unterstützt die Teilnehmerinnen bei der Berufsorientierung, den Bewerbungen. Sie nimmt Kontakt mit Firmen auf und verhandelt mit den Kammern, um welchen Zeitraum sich die Ausbildung verlängert, damit sie letztendlich auch anerkannt wird.

Ein Vorteil der Teilnehmer gegenüber normalen Azubis? „Die Azubis stehen im Leben“, sagt Fleischmann. „Sie sind leistungsstark und bereit für eine Ausbildung.“ Häufig wurde eine Lehre in der Elternphase abgebrochen oder davor noch gar keine begonnen. „Jetzt wollen sie die Ausbildung machen.“ Bei der Berufswahl seien  Wunsch und Wirklichkeit nicht immer übereinzubringen. Zum einen, weil viel Betriebe noch nicht von der Möglichkeit wissen. Zum anderen aber auch, weil nicht jeder Beruf mit der Lebenssituation der Teilnehmerinnen zusammenpasst. Schichtdienste etwa könnten problematisch sein. Um an dem Projekt teilnehmen zu können müssen die Frauen oder Männer zwischen 16 und 45 Jahre alt sein und Arbeitslosengeld II beziehen.

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