Beratungsstelle der Diakonie hat mit komplexeren Fälle zu tun

Die Arbeit in der Erziehungsberatung verändert sich. Die Fälle werden komplexer, die Probleme der Familien vielfältiger, berichtet die Diakonie.

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Thorsten Schag, Leiter der Psychologischen Beratungsstelle der Diakonie Ulm.  Foto: 
Es sind Fälle wie dieser, die den Erziehungsberatern der Psychologischen Beratungsstelle der Diakonie zunehmend begegnen. Ein 15-Jähriger hat Schwierigkeiten in der Schule, seine Noten werden immer schlechter, seine Eltern streiten oft, die Familie ist finanziell klamm, die Mutter war wegen Depressionen schon zweimal in stationärer Behandlung, der 15-Jährige kümmert sich um Mutter, jüngere Schwester und oft auch den Haushalt. Er fühlt sich überfordert, ist wütend und hat Angst um die Mutter.

„Die Fälle werden komplexer“, beschreibt Thorsten Schag, der Leiter der Beratungsstelle, die tägliche Arbeit. Lösungsansätze für ein singuläres Problem reichen längst nicht mehr aus – ganz abgesehen davon, dass er und seine Kollegen den Ratsuchenden generell keine einfachen oder pauschalen Lösungsvorschläge machen. Vielmehr gehe es darum, „den Blick der Klienten auf sich selbst und ihr Umfeld zu erweitern“. Sie sollen ihre eigenen Stärken wieder entdecken und selbst zu Lösungswegen kommen.

Mit 730 Fällen waren die Erziehungsberater im vergangenen Jahr in Ulm und dem Alb-Donau-Kreis befasst, 1347 Menschen wurden beraten. Darunter waren mehr Fälle, in denen der Kinderschutz tangiert ist. Die Beratung von Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund wird häufiger, und auch die Anfragen aus einzelnen Stadtvierteln und Gemeinden aus dem Umland nach Angeboten vor Ort nehmen zu. Die Wartelisten seien lang. Eine steigende Herausforderung auch für die Berater: „Wir versuchen, den wachsenden Ansprüchen nachzukommen und unsere Arbeit in der bestehenden Qualität zu leisten.“

Neben der Erziehungsberatung bietet die Diakonie auch psychologische Paar- und Lebensberatung an. Anders als für die Erziehungsberatung erhält sie dafür keine öffentlichen Zuschüsse. Bis zum vergangenen Jahr. Da ist es gelungen, zeitlich befristet von der Stadt eine Projektfinanzierung für die Beratung von älteren Menschen und ihren Angehörigen zu erhalten. Die Sozialpädagogin kommt zu Menschen, die nicht mehr selbst die Beratungsstelle aufsuchen können. „Wir freuen uns sehr, dass wir bei der Stadt Ulm auf offene Türen stießen“, sagt Schag. Die sonstige Ehe-, Familien- und Lebensberatung, zahlenmäßig also den größten Teil, muss die Diakonie selbst finanzieren. Ohne die Unterstützung des Förderkreises wäre das nicht möglich. In der Paar- und Lebensberatung gab es 2014 Gespräche mit 219 Ratsuchenden.

Info Die Psychologische Beratungsstelle der Diakonie Ulm, Grüner Hof 3, ist erreichbar unter Tel. (0731) 153 84 00. Außenstellen gibt es in Blaubeuren, Langenau und Laichingen.

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