Beratung für Spielsüchtige

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Spielcasino  Foto: 

„Reiß dich zusammen und hör endlich mit dem Spielen auf“. Ein gut gemeinter Ratschlag und eine Aufforderung, die Carsten B. immer wieder zu hören bekam. Er wusste, dass er sein Automatenspielen nicht mehr im Griff hatte. Bis zu 15 Stunden am Stück vor dem Spielautomaten zu sitzen, konnte nicht normal sein. Geschätzt 90.000 Euro hatte er seit nun sieben Jahren verspielt, 80.000 Euro Schulden angehäuft.

Carsten ist einer derjenigen Spieler, der seit kurzem an einer niederschwelligen Gruppe für Spieler in der Suchtberatungsstelle der Caritas Ulm teilnimmt. Auf dem Weg aus der Spielhalle nach Hause und von Schuld- und Schamgefühlen überwältigt, hatte er telefonisch Kontakt aufgenommen. Wieder mal hatte er am Monatsanfang sein Konto geplündert, sein komplettes Einkommen verspielt. Wie er seine Miete bezahlen und über den Monat kommen soll, wusste er nicht.

Helmut Tauschek, Leiter der Beratungsstelle, spricht von einer Entwicklung, die das bestehende Beratungs- und Versorgungsangebot überfordert habe. Zu viele Hilfesuchende und zu geringe Personalkapazitäten veranlassten die Stadt und den Alb-Donau-Kreis die Bezuschussung um eine weitere 50-Prozent-Stelle zu erhöhen. „Wir sind dankbar und konnten unsere Angebote erweitern“, sagt Tauschek.

Mittwochs ist Treffen

Termine für kurzfristig anberaumte Einzelberatung werden gemacht, zudem gibt es seit Ende September zusätzlich eine Gruppe für Spieler. Treffpunkt ist mittwochs, 17.30 Uhr, in der Suchtberatungsstelle. Ziel ist es das eigene Spielverhalten besser einschätzen und damit verändern zu können. Der Austausch mit anderen Spielern wird als motivierend empfunden. Um dem immer wieder auftauchenden inneren Zwang zum Spielen dauerhaft begegnen zu können, ist laut Tauschek aber eine Therapie am sinnvollsten. Die Vermittlung wird in Einzelgesprächen vorbereitet und organisiert.

Tauschek legt Wert darauf, dass auch Angehörige beraten werden. „Häufig leiden Partner und Kinder der Familien massiv unter den Folgen des Spielens. Nicht zu wissen, wie man den Lebensunterhalt finanzieren und Rechnungen begleichen soll, führe zu Dauerstress. Der Gang zur Bank wird zum „Spießrutenlaufen“. Als Folge brechen Familien auseinander, Betrugsdelikte werden begangen. Die Selbstmordrate Suchtkranker ist höher als im Vergleich zur Normalbevölkerung. Frühzeitig Hilfen anzunehmen sei deshalb wichtig.

Info Die Suchtberatungsstelle der Caritas Ulm ist unter Tel. 0731/17588 250 zu erreichen.

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